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Monats-Archiv: Februar 2017 − News & Stories


Cape Crozier, Ross Eisschelf – 28. Februar 2017

Über Nacht sind wir um Ross Island herumgefahren und sind früh morgens am Cape Crozier, wo Ross Island in den Ross Eisschelf übergeht. Die hügelige Landschaft auf den vulkanischen Hängen ist genau die Ecke, wo sich die berühmte Geschichte aus Apsley Cherry-Garrards berühmten und sehr lesenswerten Buch „Worst Journey in the World“ abgespielt hat, jene äußerst abenteuerliche und dramatische Suche nach Eiern von Kaiserpinguinen in der Polarnacht. Die Eier sind danach von der Wissenschaft übrigens ein Jahrhundert lang völlig ignoriert worden, sie haben einfach niemanden interessiert.

Der Ross Eis Schelf beginnt an der gleichen Stelle direkt vor uns und verschwindet dann nach Osten hinterm Horizont. Man könnte in die Richtung fahren und hätte lange Zeit immer dasselbe Bild vor sich, wie „die große Barriere“, wie der Eisschelf früher genannt wurde, sich in der Endlosigkeit verliert. Ein äußerst beeindruckendes Bild! Aber schwer zu fotografieren.

Galerie – Cape Crozier, Ross Eisschelf – 28. Februar 2017

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Und noch schwerer, nahe heranzukommen. Aus unseren Plänen, mit den Hubschraubern auf dem Eisschelf zu landen oder zumindest einen Flug über die Eiswand zu machen, wird angesichts von Windstärke 8 nichts. In Kombination mit -10°C Lufttemperatur ist es wirklich eisig kalt!

McMurdo Station – 28. Februar 2017

Mit Antarktis-Forschungsstationen ist es so eine Sache. Sie sind interessant, sie versorgen die Welt mit viel bedeutendem Wissen. Sie sind politisch, ein Machtfaktor im Antarktis-Vertragssystem, immer die Fahne im Wind. Sie sind spannend, von historisch-gemütlich bis modern-futuristisch. Wenn man in der Antarktis ist, will man so etwas auch exemplarisch kennenlernen.

Dabei sind diese Stationen nicht gerade ein Hort natürlicher Schönheit und ökologischer Unberührtheit. Wenn jemand in der Antarktis langlebige Spuren hinterlassen hat, unvergängliche Spuren menschlicher Präsenz und Aktivität und darunter auch Spuren der Zerstörung, dann sind es diese Stationen (und übrigens nicht Touristen). Jedenfalls gehören Stationen zu diesen Orten, von denen vorher viele sagen, das ist ganz spannend und wichtig, da will ich hin, das muss ich sehen, und hinterher sagt man gerne, Natur wäre doch auch schön gewesen.

Die berühmte, US-amerikanische McMurdo Base ist in jeder Hinsicht ein Prachtexemplar. Ein Prachtexemplar an Größe, an visueller Wucht und politischer Macht. Hier laufen die logistischen Stränge für die Amundsen-Scott Base am Südpol genauso zusammen wie für die anspruchsvollen, großen Forschungsunternehmungen im »deep field«, ganz, ganz weit weg, Eisbohrungen und so, wie die ständigen Aktivitäten in der vergleichsweise nahen Umgebung: Dry Valleys, Ross Ice Shelf, Mount Erebus.

In der sommerlichen Hochsaison sind gut 1000 Leute in der McMurdo Station beschäftigt.

Man mag es Zufall nennen oder den Grund in der allgegenwärtigen Suche nach einer möglichst weit südlich gelegenen Stelle für eine Basis sehen: Am gleichen Ort überwinterte Scott 1902 mit seiner ersten Antarktis-Expedition mit der Discovery. Am Hut Point, ein paar Minuten zu Fuß von der McMurdo Station entfernt, steht noch heute die Discovery Hütte (hier klicken für 360-Grad-Eindrücke von der Discovery Hut). Gewohnt wurde allerdings auf dem Schiff, der Discovery, die direkt nebenan im Eis lag, daher wurde die Hütte nicht so solide gebaut und wohnlich eingerichtet wie die Hütte am Cape Evans.

Und das ist für heute das Programm. Das Wetter sieht prima aus und soll auch zunächst so bleiben, eine Wetteränderung ist erst für den Abend angesagt, und die Amerikaner haben ihr Stationswetter ganz gut im Griff, wie man hört. Darauf komme ich nachher noch einmal randlich zurück. Jedenfalls stand dem Hubschrauberflug von der Festeiskante zur McMurdo Station nichts im Wege. Im Gegenteil, die Sonne strahlte vom blauen Himmel. Herrlich!

Beim Besuch vor vier Jahren waren die Amerikaner allen unguten Klischees konsequent gerecht geworden: Es gab nicht mehr als den Hinweis, man sollte möglichst schnell und berührungsfrei die Wege entlang schweben und nicht nach links und rechts schauen, zur Discovery-Hütte am Hut Point pilgern und bei Bedarf auch auf den Observation Hill auf der anderen Seite. Fragen nach Blicken nach links und rechts wurden eindeutig beantwortet: »that is not authorized, and I am not authorized to authorize this.«

Klare Worte. Ganz anders heute: Sehr gastfreundlich und zuvorkommend werden wir empfangen, man hat eine ganze Gruppe von »locals« organisiert, die uns in kleinen Gruppen durch einige der wichtigen Einrichtungen führen. Das riesige Labor mit dem kleinen Museum, die Kommunikationszentrale, die Kapelle (ja, so etwas gibt es), das Kaffeehaus (wo wir entgegen sonstiger Antarktis-Gewohnheit an Land Mittag essen, es gibt mitgebrachte Stulle), ach ja, einen Souvenirshop gibt es natürlich auch.

Galerie – McMurdo Station – 28. Februar 2017

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Am Hut Point konnte man viel Zeit verbringen mit dem Blick über die Station, das nahe Festeis, und natürlich mit dem Besuch der Hütte selbst. Ein weiterer heiliger Gral der Antarktis-Geschichte, nach der Terra Nova Hütte am Cape Evans gestern.

Dann steht am anderen Ende der Station der Observation Hill. Ein steiler Hügel aus Vulkangestein, wie alles hier, mit einem Pfad, der bis auf den kleinen Gipfel in etwa 230 Metern Höhe führt. Eine prächtige Aussicht hat man vom Kreuz, das an das Schicksal von Scott und Begleitern erinnert, die Anfang 1912 auf dem Rückweg vom Südpol ums Leben kamen. Beinahe kann man in der Ferne die Stelle sehen, wo sie ihr letztes Lager hatten. Die Toten und ihr Zelt wurden nie geborgen, sie stecken nun irgendwo in der Tiefe im Eis des Ross Eisschelf.

Unsere Bergung steht kurz bevor, die Hubschrauber kreisen schon wieder, dann wird es noch einmal spannender als nötig. Der für heute Abend angesagte Wetterwechsel hat sich ein paar Stunden früher als vorhergesagt eingestellt, Wolkenschleier ziehen auf, es wird windig. Die vorher so angenehme Wärme der Sonnenstrahlen wird schlagartig abgeschnitten, die eisige Luft entfaltet ihre Wirkung mit kalter Wucht. Nun müssen wir nicht im Freien warten, hier wird niemand erfrieren oder verhungern, aber die Sicht, auf die unsere Piloten angewiesen sind, wird beeindruckend schnell schlechter. Hubschrauber um Hubschrauber verringert sich die Anzahl der Wartenden um jeweils vier oder fünf Leute. Schließlich sind alle Passagiere an Bord, nur noch zwei Hubschrauber für uns Guides, aber ich zweifele beinahe, dass es noch reicht … der nächste Hubschrauber hebt ab, mit zwei Kollegen stehe ich am Landeplatz und wir warten gespannt, ob wir das laute Brummen der Motoren bald wieder hören können.

Der Observation Hill ist schon nur noch eine Silhouette in noch dünnen Nebel, aber ob das reicht? Wenn nicht, dann werden wir die amerikanische Gastfreundschaft wohl unfreiwillig für ein paar Tage genießen können. Über den daraus entstehenden Ärger mache ich mir lieber keine Gedanken. Muss ich auch nicht, bald ertönt das beruhigende Knattern, und Augenblicke später setzt Julio, der Älteste der drei Piloten, seinen Hubschrauber zielgenau auf den Boden. Dass er es eilig hat, sieht man auf dem Rückflug. Gottseidank hängt der Nebel nur um die Station herum, nach wenigen Augenblicken ist es so klar, als könnte hier nie ein Wölkchen den Himmel trüben, und kurz darauf sind wir alle wieder an Bord. Halleluja!

Cape Evans – 27. Februar 2017

Einmal quer über den McMurdo Sound liegt Ross Island. Und dort, am Fuß des berühmten Vulkans, Mount Erebus, liegt Cape Evans, wo Scott während seiner berühmten letzten Expedition mit der Terra Nova seine schöne Hütte bauen ließ.

Vom Mount Erebus ist nicht viel zu sehen, dessen mächtige Gestalt bleibt heute ein Rätsel der Wolken. Die kräftige Brise aus Süd stimmt uns etwas verhalten, aber immerhin liegt die Landestelle auf der Nordseite von Cape Evans. Ablandinger Wind ist immer gut, oder anders gesagt, weniger schlecht als auflandiger Wind.

Es war auch eine anstrengende Aktion, die Zodiacs startklar zu bekommen. Etwas skeptisch gestimmt, stiegen wir mit dem Guide-team ins erste Boot, um das Ufer aus der Nähe in Augenschein zu nehmen. Wobei das Ufer bei dem ablandigen Wind gar nicht das Problem war. Auch den meilenlangen Zodiacritt mit viel eisigem Spritzwasser und Tempraturen von gefühlt -300°C scheuen wir sicher nicht. Spannender war da schon der Übergang von der Gangway ins Zodiac. Nach einer Weile der Beobachtung vor Ort und der Zusicherung des Kapitäns, das Schiff so zu drehen, dass es uns an der Gangway Schutz vor Wind und Wellen geben würde, war für mich der Fall klar: Los geht’s – immer ein gutes Auge auf die Entwicklung von Wind und Wetter halten, die Gangway ständig beobachten, bei Bedarf jederzeit abbrechen, nicht zu viele Menschen gleichzeitig an Land mit dem Gedanken an eine schnelle Evakuierung im Fall, dass der Wind noch zunehmen würde. All diese Gedanken und noch so einige mehr gehen einem als Fahrtleiter in solchen Momenten durch den Kopf.

Bald stehen ganz andere Dinge an. Der magische Moment, die Tür zu Scotts Hütte zu öffnen und in die heiligen Hallen einzutreten, wo jedes Brett in den Wänden, jeder Becher im Regal und jedes Glas auf dem Labortisch noch den Geist von 1911 atmet.

Nach und nach steigen eisüberkrustete Gestalten aus den Zodiacs. Am Eingang werden Stiefel von Sand und Steinchen und Jacken von Eis und Schnee befreit, kleine Grüppchen betreten nach und nach die Hütte, während andere zum Kreuz ziehen, das zur Erinnerung an die Verschollenen von Shackletons Rossmeer-Gruppe (1914-17) auf dem Wind Vane Hill steht. Schließlich zirkulieren wieder Zodiacs, bringen Leute zurück zum Schiff, die sich teilweise bereits in einem Stadium hinreichender Abkühlung befinden, und holen neue, mit frischer Neugier auf den berühmten Ort.

Unterdessen befindet das Schiff sich in einer erfreulich nahen Position zum Ufer, so dass die windig-spritzige Zodiacfahrt mittlerweile deutlich überschaubarer geworden ist. Und der Wind lässt auch langsam nach. Die Spannung fällt ab, es läuft gut. Schließlich können wir die Hütte in aller Ruhe abschließen und zurückkehren. Nach Taylor Valley gestern waren wir nun mit Cape Evans bei einem weiteren der ganz großen Orte im Rossmeer erfolgreich. (Hier geht es zu einem virtuellen Besuch der Terra Nova Hütte am Cape Evans).

Galerie – Cape Evans – 27. Februar 2017

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Nicht weit entfernt vom Cape Evans liegt Cape Royds, es sind nur ein paar Meilen nach Norden. Auf der Fahrt dorthin habe ich aber schon gemischte Gefühle. Das Ufer dort ist nach Süden exponiert und wird voll im Wind stehen. Zudem ist die Bucht, wie sich bald zeigt, voll mit Eis. Keine Chance, an Land zu kommen, und die tiefen Wolken lassen jeden Gedanken an einen Einsatz der Hubschrauber im Keim ersticken. Für Cape Royds ist heute nicht der Tag, wir müssen uns mit einem Blick auf Shackletons Hütte von der Nimrod-Expedition aus der Ferne begnügen. (Hier kann man Shackletons Hütte am Cape Royds im 360-Grad-Rundumblick besuchen).

Aber das relativ frühzeitige Abziehen vom Cape Royds sollte uns einen der schönsten Abende der Fahrt bringen. Nach ein paar Stunden haben wir die Eiskante im inneren McMurdo Sund erreicht. Die Luft ist eisig kalt, aber hier ist es still und klar, der Abend bringt warme Farben in die kalte Atmosphäre. Neben dem Schiff ziehen sich die Eiskante und dahinter das massive Festeis viele Meilen weit in den Horizont, dahinter erheben sich der Vulkankegel des Mount Discovery und weiter rechts das Transantarktische Gebirge. Und im Wasser: Orkas, Orkas, Orkas. Oder, je nach Geschmack, Schwertwale, Schwertwale, Schwertwale. Überall steigen Blasfontänen in die Luft, ständig ziehen diese Unterwasserwölfe an uns vorbei. Auf der Eiskante stehen Adelie- und Kaiserpinguine. Mittendrin: wir. Der Abend bleibt als ein Höhepunkt in Erinnerung, wie überhaupt der ganze Tag.

The Dry Valleys – 26. Februar 2017

Heute ist der große Tag, an dem wir den McMurdo Sound erreichen, des Pudels Kern, das, was die meisten sich wohl unter dem eigentlich viel größeren Rossmeer vorstellen. Und gleich für den Anfang hatten wir uns einen Ort vorgenommen, der sicher bei vielen hier an Bord ganz, ganz oben auf der Wunschliste steht: das Taylor Valley, eines jener berühmten McMurdo Dry Valleys. Diese mondlandschaftsartige, supertrockene Gebirgsregion im Transantarktischen Gebirge, wo es seit Jahrmillionen selbst den Gletschern zu wasser- beziehungsweise schneearm ist. Die Berge halten das Inlandeis fern, nur ein paar kleinere Gletscher fließen zum Talboden hinab. Die größte nicht-vergletscherte Landfläche der Antarktis. Wahrlich ein faszinierendes Stückchen Erde! Hier gehts zu Panoramen des Dry Vaileys.

Aber hinkommen muss man erst mal. Der erste Blick, frühmorgendliche aus dem Fenster: grau, grau, grau. Eisschollen und Schneetreiben. Nicht sehr vielversprechend, denn unsere Vögel fliegen nur, wenn sie auch was sehen können.

Also heißt es, sich in Geduld zu üben. Regelmäßig bespreche ich den ganzen Vormittag über mit Kapitän und den Piloten die Lage, langsam bessert sich die Sicht, wir haben das Transantarktische Gebirge ein paar Meilen vor dem Bug, aber immer noch hängen die Wolken tief.

Schließlich gibt Chefpilot Felipe sein ok für einen Erkundungsflug, wir schauen uns die Lage vor Ort aus der Luft an. Felipe dreht einige Runden über dem Canada-Glacier, schwebt ein paar Meter über der Landestelle, begutachtet die Wolken oben und die Turbulenzen, bis er den Daumen hebt. Zurück an Bord, steigt die Stimmung nach meiner Durchsage deutlich, die Spannung weicht der Freude. Schnell die letzten Vorbereitungen, als Mittagessen für uns im ersten Team muss Erkundungs- und dem ersten Teamflug eine Banane herhalten, wir haben keine Zeit zu verlieren. Wer weiß, wie lange das Wetter hält!

Galerie – The Dry Valleys – 26. Februar 2017

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Neunzehn Meilen Flug sind es, erst über zerbrochenes Meereis, dann über eiskeildurchzogenes Land, vorbei am Commonwealth Glacier, über den Fryxell Lake hinweg, bis kurz vor dem Canada Glacier gelandet wird. Schnell die obligatorische Notausrüstung für alle Fälle ausladen, und wir sind vorbereitet. Unterdessen werden an Bord die Hubschrauber Nummer zwei und drei in die Luft gebracht, und bald rollt die Maschinerie. Hubschrauber für Hubschrauber kommen alle in kleinen Gruppen angeflogen, landen, staunen. Aus Sicherheitsgründen halten wir die Zeit relativ knapp, kein Mensch weiß, wie lange das Wetter hält, und wir wollen nicht zuviele gleichzeitig am Boden haben, für den Fall, dass wir schlagartig das Weite suchen müssen. Aber das Wetter bleibt uns wohlgesonnen, es klart sogar noch etwas auf und der blaue Himmel lässt sich sehen.

Schließlich geht ein langer, fantastischer Nachmittag zu Ende. Alle hatten die seltene Chance, ins Taylor Valley zu fliegen. Mit größter Wahrscheinlichkeit waren wir vor zwei Jahren mit der Ortelius auch die letzten Menschen hier, sonst fährt hier kein Schiff mit Hubschraubern (und vor ein paar Wochen gelang es nicht, das Schiff in die Nähe zu bringen, da war der gesamte McMurdo Sound voll mit solidem Eis).

Franklin Island – 25. Februar 2017

Südlich der Terra Nova Bay erstreckte sich ein breiter, dichter Treibeisstreifen weit ins Rossmeer hinein, viel weiter, als auf den Satellitenbildern erkennbar. So haben wir deutlich mehr Zeit damit zugebracht, das Eis zu umfahren, als ursprünglich gedacht. Natürlich ist das letztlich eine gute Nachricht: was wäre das Rossmeer ohne Eis?

Und dass wir nun etwas hinter unserem Zeitplan her sind, macht auch nichts, nach der schnellen Überfahrt von Neuseeland aus können wir uns einen Tag extra schon leisten.

Und der Tag bringt uns völlig unerwartet nach Franklin Island, wo wir am frühen Nachmittag ankommen. Die Insel liegt gänzlich exponiert im weiten Rossmeer, das sich aber heute friedlich wie ein Ententeich präsentiert, so dass wir nach etwas längerer Zodiac-Anfahrt problemlos an Land gehen können. Von den über 100.000 Adeliepinguinen, die den flachen Uferstreifen in der Brutsaison bevölkern, haben sich natürlich die meisten schon ins Meer verzogen, aber erstaunlich viele sind noch vor Ort. Irgendwo hat sich ein Kaiserpinguin unter seine kleineren Verwandten gemogelt, schon dank seiner Größe fällt er natürlich schnell auf.

Galerie – Franklin Island – 25. Februar 2017

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Was letztlich am beeindruckendsten ist, die Pinguine, die vielen Weddellrobben am Ufer oder die imposante Uferlandschaft mit steilen Klippen und Säulen aus Vulkangestein, ist schwer zu sagen. Und wir müssen uns ja auch nicht entscheiden, wir schauen uns alles in Ruhe an 🙂

Terra Nova Bay – 24. Februar 2017

Auch im Rossmeer selbst sind die Entfernungen groß, so dass wir den Vormittag der Entspannung widmen konnten. Ist ja auch nicht unbedingt verkehrt. Langsam aber sicher stieg die Spannung dann, als die Westküste des Rossmeeres vor uns sichtbar wurde, das Transantarktische Gebirge um die Terra Nova Bay. Das berühmte Kap Washington kam in Sicht, ein wuchtiges Vorgebirge, wo im Winter auf dem Meereis eine Menge Kaiserpinguine brüten. Dahinter Mount Melbourne, ein wunderschöner, großer Vulkankegel. Mount Erebus ist nicht der einzige Feuerberg in dieser Ecke der Welt, wenn seine ganzen Verwandten sich in historischer Zeit auch nicht zu Wort gemeldet haben.

Die Terra Nova Bay ist so etwas wie die King George Island des Rossmeeres. Auf King George Island in den Südshetland Inseln drängen sich gefühlt Dutzende von Stationen. Hier sind es immerhin drei, die sich innerhalb von wenigen Kilometern nebeneinander niedergelassen haben. Deutsche und Koreaner können sich mittels eines kurzen Spaziergangs besuchen, für ein italienisches Abendessen brauchen Karl und Lee ein Boot. Wobei sowohl Karl als auch Luigi schon abgereist sind, sie sind nur im Sommer hier.

Nach diverser Kommunikation mit Behörden und Stationschefs war unsere Wahl zunächst auf die italienische Station Mario Zucchelli gefallen. Allein die Aussicht, guten, soliden antarktischen Granit zu betreten, einwandfreie kontinentale Kruste, beflügelte allgemein die Stimmung, nicht zu reden bei jenen Teilnehmern, die eine persönliche Verbindung der einen oder anderen Art nach Italien haben. Bei einigen kamen regelrechte Heimatgefühle auf!

Galerie – Terra Nova Bay – 24. Februar 2017

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Landschaftlich ist die Mario Zucchelli Station nun nicht unbedingt der aufregendste Ort, den man sich in der Antarktis vorstellen kann. So ist es bei den meisten Stationen, abgesehen von jenen älteren Baujahrs, die sich in Holzbauweise gut in die Landschaft einfügen. Die modernen Containersammlungen, von diversen Antennen gekrönt und von schweren Fahrzeugen umstellt, sind weniger attraktiv. So sehen wir zu, dass wir unseren Besuch in der winterlich verlassenen italienischen Station nicht unnötig in die Länge ziehen, und haben noch Zeit für einen zweiten, kleinen Stationsbesuch, namentlich bei der deutschen Gondwana-Station. Auch hierbei handelt es sich um eine Sommerstation, bei der nicht überwintert wird. Die Gondwana-Station wird auch nicht jedes Jahr von Wissenschaftlern besuch, dieses Jahr hat es hier nur Wartungsarbeiten gegeben. Auch hier ist keiner mehr da. Die Station ist viel kleiner und überschaubarer als die italienische Kleinstadt, die ungehinderten Ausblicke auf die weite Umgebung sind ebenso beeindruckend wie die felsige Umgebung, das Eis am Ufer und die Weddellrobben, die dort in der Nähe liegen. Wir genießen die Blicke in die Nähe und in die Ferne für eine allzu kurze Weile, bis es Zeit wird, Kurs auf den McMurdo Sound zu setzen.

Possession Islands & Cape Hallet – 23. Februar 2017

Natürlich wurde langsam der Wunsch größer, einen Fuß an Land zu setzen oder noch besser zwei, aber damit mussten wir uns dann doch noch etwas gedulden. Wir hatten auf einen Zodiac-Cruise um die Possession Islands gehofft, aber dafür war es deutlich zu windig und zu wellig. Aber auch vom Schiff aus waren diese kleinen, schroffen Inselchen ein schöner Anblick. Hier war der berühmte James Clark Ross 1841 an Land gegangen. Über zwei Meilen waren sie gegen Wind und Strömung angerudert, um an einer kleinen, eisfreien Stelle das Ufer zu betreten und für Krone und Vaterland (oder Mutterland, zu Zeiten von Königin Victoria) feierlich in Besitz zu nehmen.

»We found the shores of the mainland completely covered with ice projecting into the sea, and the heavy surf along its edge forbade any attempt to land upon it ; a strong tide carried us rapidly along between this ice-bound coast and the islands amongst heavy masses of ice, so that our situation was for some time most critical; for all the exertions our people could use were insufficient to stem the tide. But taking advantage of a narrow opening that appeared in the ice, the boats were pushed through it, and we got into an eddy under the lee of the largest of the islands, and landed on a beach of large loose stones and stranded masses of ice. The weather by this time had put on a most threatening appearance, the breeze was freshening fast, and the anxious circumstances under which we were placed, together with the recal-flag flying at the ship’s masthead, which I had ordered Lieutenant Bird to hoist if necessary, compelled us to hasten our operations.

The ceremony of taking possession of these newly-discovered grounds, in the name of our Most Gracious Sovereign, Queen Victoria, was immediately proceeded with; and on planting the flag of our country amidst the hearty cheers of our party, we drank to the health, long life, and happiness of Her Majesty and His Royal Highness Prince Albert. The island was named Possession Island.«

Zu einer Anlandung unter diesen Bedingungen, wenn der Rückweg mit mehreren Meilen Rudern verbunden ist, muss man erst mal den Nerv haben! Ross hatte ihn, wir hingegen begnügen uns mit den schönen Blicken vom Schiff aus, ein wärmendes Tässchen in der Hand.

Galerie – Possession Islands & Cape Hallet – 23. Februar 2017

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Auch am Cape Hallet ist das Glück landungstechnisch nicht auf unserer Seite. Wie schon am Cape Adare, begrüßt das Ufer der flachen Halbinsel, die aus einem schroffen, eisbedeckten Berg herauswächst, uns mit Eis und Brandung. Das sollte sich aber kurz darauf als Glücksfall erweisen. Nicht nur waren die Eindrücke, die wir vom treibenden Eis und den eisigen Ufern bekamen, so mindestens so ansprechend wie das Erlebnis, das wir in einer fast verlassenen Pinguinkolonie gehabt hätten, sondern auf einer Eisscholle stand einsam ein Kaiserpinguin, der augenscheinlich nicht viel anderes zu tun hatte, als den seltenen Besuch mit diversen Posen zu unterhalten.

Damit nicht genug, gesellte sich bald doch tatsächlich noch ein Adeliepinguin hinzu, um den Größenunterschied so richtig zu verdeutlichen. Ein Kaiserpinguin aus nächster Nähe, von Meereshöhe heraus zu beobachten und zu fotografieren – Volltreffer! J An Land kommen wir schon noch, an schönen Stellen, wo es sich dann auch lohnt.

Kap Adare – 22. Februar 2017

Am Kap Adare haben wir zunächst eine besondere Mission zu erfüllen. Wir haben einen Urenkel von Nikolaj Hanson an Bord, jenem Zoologen der Expedition von Karsten Borchgrevink, der während der berühmten Überwinterung von 1899-1900 starb und auf dem Bergrücken am Kap Adare im ersten Grab liegt, das Menschen jemals in der Antarktis gebaut haben. Was keine Kleinigkeit war:

Erst mussten Sarg und Inhalt mehrere hundert Höhenmeter einen sehr steilen Hang hinaufgetragen werden, dann musste mit Dynamit ein Loch in den betonhart gefrorenen Boden gesprengt werden. Es wird gesagt, dass der Zoologe Hanson, als sein Leben sich nach langer Bauchkrankheit merklich dem Ende entgegen neigte, den Wunsch geäußert habe, zu leben, bis die Pinguine ans Kap Adare zurückkehren würden. Seine Kameraden sollen den ersten Pinguin, der auftauchte, gefangen und ans Krankenbett getragen haben. Kurz darauf ist Hanson gestorben.

Nie hat einer seiner Familienangehörigen an seinem einsamen Grab gestanden. Das zu ändern, war eine unserer Aufgaben hier, vorbereitet durch einen monatelangen Papierkrieg mit den Genehmigungsbehörden. Man fragt sich, wozu: Eine Hubschrauberlandung auf einem weitgehend leblosen Bergrücken, mehr ist es nicht. Um kurz nach fünf Uhr früh ist die Mission glücklich erledigt.

Galerie – Kap Adare – 22. Februar 2017

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Mit der zweiten Mission, eine Landung aller bei Borchgrevinks berühmter Überwinterungshütte, dem ältesten menschlichen Bauwerk auf diesem Kontinent, ist es etwas schwieriger. Das Kap Adare ist notorisch für Eis und Wind. Der Wind macht keine Probleme, aber die großen Eisblöcke am Ufer sind ein unüberwindliches Hindernis. Keine 50 Meter ist der Streifen breit, der den Strand abriegelt wie eine Festungsmauer, aber die Blöcke sind riesig, hunderte von Tonnen schwer, dicht an dicht und sie bewegen sich schnell mit Strömung und Dünung.

Was uns nicht davon abhält, Ufer, Halbinsel und Hütte per Zodiac so nahe zu kommen, wie die Verhältnisse es eben zulassen. Und das ist schon ziemlich nahe. Eis, Adeliepinguine, Krabbenfresserrobben. Am meisten beeindruckt mich die gewaltige Kraft, die im Wechselspiel mit Strömung, Dünung und dem Eis sichtbar wird.

Auf See – 18.-21. Februar 2017

Der Südozean hat ja so seinen guten Ruf, mit den brüllenden Fünfzigern und den schreienden Sechzigern und so. Das stellt natürlich so einige Fragezeichen in den Raum. Eine ordentliche Windstärke 10 auf die Nase, und schon schaut man still und leise leidend zu, wie die Zeit dahinschrumpft. Hat man ja alles schon oft genug erlebt in diesen Breiten.

Und dieses Mal? Ist Neptun soweit auf unserer Seite. Zeitweise bläst es ein wenig von Westen, aber mehr als eine erste, dezente Trainingseinheit in Sachen Seefestigkeit führte das nicht mit sich. Wir haben eine durchschnittliche Geschwindigkeit von irgendwelchen 11 Knoten von Campbell Island bis zum Kap Adare halten können. Entspannte Tage Überfahrt, das kann sich mehr als sehen lassen!

Antarktis, wir kommen!

Das Foto zeigt unsere guten Hubschrauberpiloten und –mechaniker, überwiegend alte Bekannte, bei Vorbereitungen für die Flüge in der Antarktis. Hoffen wir, dass sie in ein paar Tagen viel zu tun haben!

Unser Heliteam – Auf See – 18.-21. Februar 2017

Auf See - 18.-21. Februar 2017

Campbell Island – 17. Februar 2017

Joho – und wie wir an Land waren! J Und nicht zu knapp! Langsam tauchte Campbell im Laufe des Vormittags aus den zunächst tief hängenden Wolken auf, die sich langsam verzogen. Eine grüne, wilde Insel in einem grauen, weiten Meer.

Die Wettervorhersage hatte schon Anlass zu Optimismus gegeben, und die Realität, die hierzuwasser oft nur wenig mit den Prognosen gemein hat, hat uns nicht enttäuscht. Freundlicherweise haben die Gletscher ja einst einen schönen Fjord in die Insel gefräst, Perseverance Harbour, so dass man hier keinen großen Stress mit der Dünung des offenen Ozeans hat. Solange der Wind nur nicht zu heftig ist …

Wenn man mental auf Antarktis eingestellt ist, dann überraschen die Temperaturen, und bald läuft der Schweiß. Mollige neun Grad, und kein Lüftchen regt sich, dafür tanzen diverse Insekten. Hohes Gras, Gebüsch und verholztes Gesträuch, das man schon fast als Wald bezeichnen könnte, säumen die ufernahen Hänge. Am Ufer steht ein einsamer Pinguin, der sich schnell als Kronenpinguin herausstellte, eine Art, die ich noch nie gesehen hatte. Kronenpinguine brüten nur auf den Bounty Inseln und den Antipoden, die beide in der entfernteren Nachbarschaft liegen. Ein Glückstreffer.

Ein Pfad führt zwischen den Gebäuden einer aufgegebenen Wetterstation hindurch die Hügel hoch, zwischen dem strauchigen Zwergwald tun sich immer wieder schöne Blicke auf die Bucht auf. Erstaunlich großwüchsige Kräuter und Blumen stehen auf weiten Flächen, die berühmten »megaherbs« dieser Inseln.

Mit der Höhe frischt der Wind auf und treibt kalte Nebelschwaden über die Hügel. Große, weiße Punkte leuchten im grünen Gras durch den Nebel: Hier sitzen Albatrosse auf ihren Nestern. Große Königsalbatrosse sind es, die nächsten Verwandten der Wanderalbatrosse. Nur feine Details am Schnabel und Gefieder verraten den Unterschied. Die großen Vögel sitzen überall verteilt und wärmen ihren Nachwuchs, der gerade erst geschlüpft sein dürfte. Wieder haben wir viel Glück und können mehrere Albatrosse in nächster Nähe dabei beobachten, wie sie ihren Nachwuchs füttern oder den zum Nest zurückkehrenden Partner begrüßen. Die wenigen, die sich bis zum Schluss nicht losreißen können, werden von einer Gruppe aus nicht weniger als sechs riesigen Albatrossen belohnt, die sich in nächster Nähe niederlassen, um sich tanzend miteinander zu unterhalten. Ein unvergesslich schöner Eindruck, zumal der Nebel miteinander auch dem blauen Himmel gewichen ist.

Galerie – Campbell Island – 17. Februar 2017

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Nach einem langen Nachmittag verabschieden wir uns von Campbell Island. Nachdem wir uns diese Insel vor zwei Jahren anderthalb Tage lang durch Sturmböen hindurch angeschaut hatten, ohne ihr wirklich nahe zu kommen, waren wir dieses Mal mit Glück gesegnet. Ein unvergesslich schöner, langer Nachmittag in einer ganz besonderen, einzigartigen Welt.

Gegen Abend wird es Zeit, Kurs nach Süden zu setzen. Bis zum Rossmeer sind es über 1100 Seemeilen, wir werden mindestens vier Tage lang offenes Meer um uns haben.

Auf See – 16. Februar 2017

Ganz im Süden von Neuseeland weht ein ganz eigener Wind, kräftig und stetig, aber die Sonne wärmt ordentlich, die Luft ist so warm wie lange nicht mehr erlebt dank den kalten Winterwochen in Deutschland. Genau 100 Passagiere aus beinahe ebenso vielen Ländern haben sich auf der Ortelius zusammengefunden und sind gespannt, was die nächsten Wochen so bringen werden. Es ist der Anfang einer antarktischen Odyssey, über 6000 Seemeilen erwarten uns.

Galerie – Auf See – 16. Februar 2017

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Eine angenehme, leichte Brise weht während der ersten Meilen, wir haben Kurs nach Süden auf Campbell Island. Vor zwei Jahren haben wir uns die Insel eineinhalb Tage lang durch den Sturm hindurch angesehen, bis die Zeit uns zwang, sie unverrichteter Dinge zurückzulassen. Was ja durchaus schöne Eindrücke hinterlassen hat, der Blick auf die grüne Insel mit ihren wilden, schroffen Küsten, woher immer mal ein Gelbaugenpinguin zu uns geschwommen kam. Aber an Land gehen, das wäre es natürlich, da spielt nun mal die Musik. Ob es dieses Mal klappt? Wir sind gespannt und drücken die Daumen. Damit würde ein Traum in Erfüllung gehen.

Halley VI: Eine Forschungsstation zieht um

2012 ließ das British Antarctic Survey eine hochmoderne Forschungsstation im Osten des Weddellmeeres errichten: Halley VI; nachdem die fünf Vorgängerstationen unbewohnbar geworden waren. Ähnlich wie die deutsche Forschungsstation Neumayer III, die 2009 erstmals von Forschern bezogen wurde, steht Halley VI auf dem Schelfeis. Schon Neumayer III wurde für ihren Standort optimiert. Sie sollte dem vorherrschenden starken Winden trotzen können und verwehter Schnee sollte sich nicht um die Station ansammeln. Eis bewegt sich und dessen Fließkräfte sollten auch den Bau nicht beschädigen können. Das Gebäude wurde auf hydraulischen Stützen errichtet, mit denen es nach und nach auf das Niveau der aktuellen Schneedecke gebracht werden kann. Doch die deutsche Station ist stationär. Am derzeitigen Standort driftet sie mit einer Geschwindigkeit von 157 Meter pro Jahr in Richtung Schelfeiskante. Die Briten verbesserten ihren Neubau, und im Februar 2012 stand ein Modulbau auf Kufen auf dem Brunt-Schelfeis. Er kann ebenso hydraulisch aus dem Schnee gehoben werden. Pro Jahr gibt es am Standort knapp 1,5 Meter Schnee, zusätzlich zu Verwehungen. Das ca. 150 Meter dicke Schelfeis unter Halley VI bewegt sich aber mit einer Geschwindigkeit von mehr als 400 Meter pro Jahr gen Eiskante. Damit die Station über die Jahre nicht verloren geht, können schwere Fahrzeuge die einzelnen Module auf ihren Skiern von ihrem Standort fortbewegen.

Als Halley VI bezogen wurde, waren südlich der Station mehrere Eisklüfte bekannt. Knapp ein Jahr später wurden nach 35 Jahren wieder Aktivitäten in den Klüften gemessen: sie begannen weiter aufzubrechen. Die Spalte, welche der Station am nächsten lag, vergrößerte sich um etwas 1,7 Kilometer pro Jahr. Sie droht nun die Station vom Festland abzuschneiden. Als im Oktober letzten Jahres sich ein Riss im nördlich gelegenen Eis auftat, entschieden sich die Verantwortlichen zu handeln und bestimmten eine Evakuierung der Station. Innerhalb von 3 Jahren soll der Umzug abgeschlossen sein. 2015/16 wurde ein neuer Ort samt sicherer Reisestrecke gesucht. Diesen Südsommer wurden zeitweilige Unterkünfte für die Arbeiter errichtet und erste Module sollen mit schweren Traktoren auf Skitour gehen. Im nächsten Sommer, so hoffen die Polarforscher, soll die Station wieder vollständig, 23 Kilometer landeinwärts, stehen. Der Versorgungsweg über die Schelfeiskante verlängert sich so auf 40 Kilometer. Aber sicher ist sicher!

Die Halley VI Station auf dem Brunt Schelfeis. Foto © British Antarctic Survey.

Halley VI

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News-Auflistung generiert am 29. April 2017 um 04:03:14 Uhr (GMT+1)
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