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Kap Ada­re

Es ist ein bemer­kens­wer­ter Anblick hoher, dunk­ler, ver­mut­lich vul­ka­ni­scher Klip­pen, und bil­det einen star­ken Kon­trast zur übri­gen, schnee­be­deck­ten Küs­te. … Es war ein wun­der­bar kla­rer Abend, und wir hat­ten den bezau­bernds­ten Blick auf die zwei groß­ar­ti­gen Berg­ket­ten, deren luf­ti­ge Gip­fel, per­fekt mit ewi­gem Schnee bedeckt, bis in Höhen zwi­schen sie­ben und zehn­tau­send Metern über das Meer reich­ten. Die Glet­scher, wel­che die dazwi­schen­lie­gen­den Täler füll­ten, stie­ßen vie­ler­orts vie­le Mei­len ins Meer vor und ende­ten in hohen, senk­rech­ten Eis­wän­den. An eini­gen Stel­len tra­ten Fel­sen durch das Eis her­vor, und nur daher konn­ten wir sicher sein, dass Land den Kern die­ses, wie es schien, enor­men Eis­ber­ges bil­de­te.

So beschrieb James Clark Ross das Kap Ada­re, das er 1841 als als Ers­ter sah.

Kap Ada­re: vir­tu­el­le Tour

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Hin­weis

Die Kar­te unten links und die Leis­te unten kön­nen dazu ver­wen­det wer­den, um die ein­zel­nen Pan­ora­men gezielt anzu­sprin­gen. Man kann aber auch die gesam­te Tour ein­fach auto­ma­tisch durch­lau­fen las­sen. Den Ton kann man über den But­ton oben rechts aus­schal­ten. Die Pano-Tour funk­tio­niert auch auf dem iPad und ande­ren ver­gleich­ba­ren Tablets, wenn das Gerät genü­gend Pro­zes­sor­power hat und das Betriebs­sys­tem aktu­ell genug ist. Auf Desk­top-Sys­te­men kann es statt mit HTML5 auch via Flash ange­zeigt wer­den.

Und wem es gefällt, kann den Pano-Link gern wei­ter­ge­ben oder selbst ver­lin­ken 🙂

Sta­tio­nen

  1. Kap Ada­re
  2. Kap Ada­re: Adé­lie­pin­gui­ne
  3. Kap Ada­re: die ers­te Über­win­te­rung
  4. Kap Ada­re Hüt­ten
  5. Kap Ada­re Lager­hüt­te
  6. Kap Ada­re Wohn­hüt­te
  7. Die Nord­grup­pe von Scotts Ter­ra Nova Expe­di­ti­on

Im Fol­gen­den wei­ter­füh­ren­de Infor­ma­tio­nen zu den ein­zel­nen Sta­tio­nen:

Kap Ada­re

Kap Ada­re ist eine wuch­ti­ge, dunk­le Halb­in­sel, deren stei­le Ufer wie ein Grenz­stein den Ein­gang des Ross­mee­res mar­kiert. Die Klip­pen aus dem dunk­len Fels eines ansons­ten längst ver­schwun­de­nen Vul­kans lie­gen land­schaft­lich schön am nörd­li­chen Ende des Tran­s­ant­ark­ti­schen Gebir­ges, auf das man einen wun­der­ba­ren Aus­blick hat, wenn das stür­mi­sche Wet­ter nicht wie üblich die Sicht trübt. Ent­deckt und benannt wur­de das Kap 1841 von kei­nem gerin­ge­ren als James Clark Ross, dem aber wegen Wind und Bran­dung kei­ne Lan­dung gelang.

Kap Ada­re ist wegen meh­re­rer Ant­ark­tis-Expe­di­tio­nen nach Ross bekannt, die sich alle auf Rid­ley Beach auf­hiel­ten, einer fla­chen Land­spit­ze auf der West­sei­te des Kaps. Der Nor­we­ger Cars­ten Borch­g­re­vink nahm für sich in Anspruch, dort am 24. Janu­ar 1895 als ers­ter Mensch die Ant­ark­tis betre­ten zu haben, aber mög­li­cher­wei­se war das ande­ren bereits frü­her gelun­gen.

Kap Ada­re: Adé­lie­pin­gui­ne

Kap Ada­re ist nicht nur aus his­to­ri­schen Grün­den inter­es­sant. Dort befin­det sich auch eine der größ­ten Kolo­nien von Adé­lie­pin­gui­nen der Ant­ark­tis, wenn nicht sogar die größ­te. Nicht nur auf der fla­chen Halb­in­sel, son­dern auch auf stei­len Hän­gen bis in meh­re­re hun­dert Meter Höhe brü­ten hun­der­tau­sen­de Pin­gui­ne. Davon hiel­ten die Über­win­te­rer von 1900 aller­dings nicht viel: Hin­ter vor­ge­hal­te­ner Hand bezeich­ne­ten sie das Kap Ada­re als stin­ken­de Kolo­nie und kom­men­tier­ten, dass man eben­so­gut direkt ster­ben kön­ne, anstatt sich den Gefah­ren eines ant­ark­ti­schen Win­ters aus­zu­set­zen.

Kap Ada­re: die ers­te Über­win­te­rung

Nach sei­ner Lan­dung am Kap Ada­re vom 24. Janu­ar 1895 beschloss Cars­ten Borch­g­re­vink, eine eige­ne, umfang­rei­che­re Ant­ark­tis-Expe­di­ti­on zu orga­ni­sie­ren. Dies gelang, und so erreich­te er mit wei­te­ren 9 Män­nern am 17. Febru­ar 1899 erneut Kap Ada­re. Die­ses Mal woll­te Borch­g­re­vink über­win­tern, was zuvor noch nie­mand in der Ant­ark­tis an Land getan hat­te. (Von de Ger­la­ches Über­win­te­rung 1898 auf der trei­ben­den Bel­gi­ca wuss­te Borch­g­re­vink bei sei­ner Abrei­se noch nichts).

Kap Ada­re Hüt­ten

Borch­g­re­vink und sei­ne Leu­te bau­ten 2 Hüt­ten in sehr robus­ter nor­we­gi­scher Holz­bau­wei­se. Die Wohn­hüt­te steht noch heu­te. Sie ist nicht nur die ältes­te der 4 berühm­ten his­to­ri­schen Hüt­ten im ant­ark­ti­schen Ross­meer, son­dern die ältes­te der gesam­ten Ant­ark­tis. Auf kei­nem ande­ren Kon­ti­nent als der Ant­ark­tis steht sonst noch das ältes­te je gebau­te Gebäu­de.

Kap Ada­re Lager­hüt­te

Das Lager­ge­bäu­de war durch einen kur­zen über­dach­ten Gang mit der Haupt­hüt­te ver­bun­den, so dass die Vor­rä­te bei jedem Wet­ter zugäng­lich waren. Nach der Über­win­te­rung woll­te Borch­g­re­vink die Hüt­te abbau­en und mit­neh­men und ließ das Dach abneh­men, ent­schied sich dann aber anders. Daher steht von der Lager­hüt­te seit­dem nur noch eine Rui­ne ohne Dach.

Kap Ada­re Wohn­hüt­te

Die Wohn­hüt­te ist hin­ge­gen auch nach 116 Jah­ren noch in gutem Zustand. Für eine Über­win­te­rung mit 10 Män­nern erscheint die Hüt­te mit 5,5 x 6,5 m sehr klein, und tat­säch­lich erleb­ten die Über­win­te­rer die räum­li­che Enge auch als bedrü­ckend. Dies trug erheb­lich dazu bei, die ohne­hin schlech­te Stim­mung wei­ter zu beein­träch­ti­gen. Die Män­ner mach­ten sich gegen­sei­tig das Leben schwer und die ers­te Über­win­te­rung von Men­schen in der Ant­ark­tis war für die Teil­neh­mer alles ande­re als erfreu­lich, wozu auch Man­gel an Beschäf­ti­gung und guter Füh­rung bei­tru­gen. Aber immer­hin schütz­te die soli­de Hüt­te die Über­win­te­rer vor den har­ten Win­ter­stür­men.

Der Zoo­lo­ge Nico­lai Han­son starb am 14. Okto­ber 1899, wahr­schein­lich als ers­ter Mensch in der Ant­ark­tis, an einer Krank­heit und wur­de in über 300 m Höhe auf dem Kap Ada­re begra­ben. Sein Grab ist wohl das ältes­te auf dem Kon­ti­nent.

Die Nord­grup­pe von Scotts Ter­ra Nova Expe­di­ti­on

Wäh­rend Scotts letz­ter Expe­di­ti­on (Ter­ra Nova, 1910-13) wur­de eine Nord­grup­pe unter Camp­bell am Kap Ada­re abge­setzt, um dort wis­sen­schaft­li­che Arbei­ten und Ent­de­ckungs­rei­sen durch­zu­füh­ren. Die Grup­pe ver­brach­te den Win­ter 1911 dort. Die Arbei­ten ihres Bio­lo­gen, Geor­ge Mur­ray Levick, erreg­ten gut 100 Jah­re spä­ter noch ein­mal Auf­se­hen, als sei­ne Beob­ach­tun­gen zu den »Sexu­al habits of the Adé­lie pen­gu­in« 2012 ver­öf­fent­licht wur­den. Ursprüng­lich hat­te man sie als zur Ver­öf­fent­li­chung unge­eig­net ein­ge­stuft, und tat­säch­lich trü­ben die Details das roman­ti­sche, aber unbe­darf­te Bild, das man sich ger­ne von wil­den Tie­ren im All­ge­mei­nen und von Pin­gui­nen im Beson­de­ren macht. Scotts Nord­grup­pe bau­te ein eige­nes Häus­chen, von der aber im Gegen­satz zu Borch­g­re­vinks Hüt­te fast nichts mehr übrig ist.

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Letzte Änderung: 07. April 2015 · Copyright: Rolf Stange
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