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Monats-Archiv: März 2017 − News & Stories


Antarktische Halbinsel bis zum Südpolarkreis – 21.-25 März 2017

Ein wunderbar runder Abschluss dieser Antarktis-Saison mit einer sehr aktiven Fahrt bis zum Südpolarkreis. Wir hatten Gruppen dabei, die sich auf Tauchen und Kajakfahren spezialisiert hatten, beide haben von ihren Unternehmungen äußerst beeindruckende Fotos mitgebracht. Ja, tauchen müsste man hier auch mal 🙂

Wettermäßig hatten wir mehrere wirklich schöne Antarktis-Spätsommertage dabei, und keine extrem schlechten Wetterlagen. Gestern gab es sogar einen fast komplett windstillen, sonnigen Tage in der Drake-Passage! Gut, in Deception Island hat der Wind uns recht schnell wieder an Bord zurückgepustet, und auf Detaille Island konnten wir nicht landen, die Kombination aus schlechter Sicht, Eis direkt vor allen denkbaren Landestellen und kräftigem Wind war einfach zuviel, aber die Zodiacfahrt rund um die Insel, südlich des antarktischen Polarkreises, war auch nicht von schlechten Eltern! Buckelwale noch und nöcher, so wie man sich das hier in der späten Saison vorstellt, und natürlich nicht mehr so viele Pinguine an Land wie etwa im Januar, aber immer noch mehr als reichlich für Herz und Seele, Auge und Kamera.

Antarktische Halbinsel bis zum Südpolarkreis – 21.-25 März 2017

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Die Bilder erzählen den Rest. Es war schön in der Antarktis – nächstes Jahr mehr, und zwar unter Segeln! 🙂

Südshetland Inseln – 20. März 2017

Nach einer erstaunlich ruhigen Drake-Passage waren die Südshetland Inseln unser Einstieg in das Abenteuer Antarktis und zudem die einzige Gelegenheit, Kehlstreifpinguine zu sehen.

Sowie eine gute Gelegenheit, die Wetterwechsel der Antarktis zu erleben. Von null auf über 40 Knoten in weniger als einer halben Stunde, das muss man erst mal hinkriegen! Aus der Nachmittagslandung in Deception Island wurde somit sehr schnell eine kleine Kreuzfahrt mit dem Schiff.

Galerie – Südshetland Inseln – 20. März 2017

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Südshetland Inseln bis Ushuaia – 15. März 2017

Selbst 32 Tage Antarktis gehen einmal zu Ende. Der Abstecher zu den Südshetland Inseln ist der letzte Stop für uns, bevor es dann wieder in Richtung Zivilisation geht. Viel Zeit bleibt nicht mehr, aber es reicht noch für einen frühmorgendlichen Landgang. Das Wetter spielt mit, Glück gehabt, sonst hat man bei so einem kleinen Inselchen am Rande der Drake-Passage auch eher schlechte Karten.

Im Vergleich zu den letzten Tagen und Wochen kommt diese kleine Insel in den Südshetland Inseln uns vor wie ein tropischer Regenwald. Nun, beinahe. Immerhin hat sie grüne Flächen, und das ist etwas, was wir lange nicht mehr gesehen haben. Mit den Kehlstreifpinguinen können wir auch noch eine weitere Pinguinart zu unserer ziemlich langen Artenliste hinzufügen. Ein feiner Abschied von der Antarktis.

Noch einmal heißt es nun Geduld haben, gut zwei Tage auf See, bis Südamerika erreicht ist. Das Kap Hoorn lassen wir in größerer Entfernung und Dunkelheit links liegen, und dann laufen wir, von Delfinen begleitet, in den Beagle-Kanal ein. Hier heißt es, sich von der Hubschraubermannschaft, jeweils drei Piloten und Mechaniker, zu verabschieden, die nacheinandern in ihre Vögel steigen und für dieses Mal endgültig in der Ferne verschwinden, nicht ohne die Ortelius aus der Luft noch einmal zu grüßen.

Galerie – Südshetland Inseln bis Ushuaia – 15. März 2017

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Mit dem Abschiednehmen geht es am nächsten Morgen dann in großem Stil weiter. Der letzte Tag einer Reise ist nie ein Höhepunkt, Häfen bringen immer viel Hektik. Aber andererseits … wenn es schon fast schwerfällt, sich von einer Fahrt und ihren Menschen zu verabschieden, dann war es doch gut! 🙂

Ein paar viel zu kurze Stunden später sind wir schon wieder unterwegs. Hasta la vista, Antarktis!

Errera Channel – 13. März 2017

Es tut gut, einmal keine lange Strecke zurücklegen zu müssen von einem Tag auf den nächsten. Einmal ungefähr dort aufzuwachen, wo man eingeschlafen ist. Das bringt ein wenig geographische Ruhe in diese Tage.

Und so wachen wir im Errera Channel auf, in unmittelbarer Nachbarschaft von Andvord Bay. Und stehen kurze Zeit darauf in einem kleinen Pinguinparadies. Eselspinguine, Eselspinguine, Eselspinguine. Nicht mehr zu tausenden wie im antarktischen Hochsommer, aber doch zu hunderten stehen sie auf Schnee und auf Steinen, ärgern sich wahrscheinlich über das kratzige Gefieder, das derzeit von alt auf neu wechselt, teilweise sehen sie jedenfalls etwas, nun ja, gerupft aus. Einige sind aber sehr neugierig und schauen mal vorbei, um sich die bunten Besucher einmal aus der Nähe anzusehen.

Galerie – Errera Channel – 13. März 2017

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Auch die Buckelwale, die im Errera Channel und den benachbarten Gewässern unterwegs sind, sind auf antarktischen Spätsommer programmiert. Wochen- und monatelang haben sie sich in den nährstoffreichen Gewässern vollgefuttert. Jetzt dümpeln sie faul an der Oberfläche herum und können kaum noch papp sagen. Auch für sie geht es bald wieder in wärmere Gewässer.

Andvord Bay – 12. März 2017

Die Antarktis von oben zu sehen ist ein Traum, den wir uns heute noch einmal erfüllen wollten. Was oft leichter gesagt als getan ist. Den ersten Versuch am frühen Morgen mussten wir ziemlich schnell abbrechen und haben dann einen guten Teil des Tages verbracht, eine Bucht zu finden, wo der Wind nicht mit 30-40 Knoten pfeift. Gar nicht so einfach.

Galerie – Andvord Bay – 12. März 2017

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Trotzdem hat es dann hingehauen. Bei idealen Verhältnissen konnten alle noch einmal in die Hubschrauber steigen und sich Teile von Andvord Bay und Paradise Harbour von oben ansehen. Die Bilder (nach der Fahrt gibt es mehr und besser aufgelöste Fotos) sprechen sicher für sich!

Argentine Islands – 11. März 2017

Die Antarktische Halbinsel! Am 11. März hatten wir sie dann endlich erreicht, und ich glaube, ich spreche für das ganze Schiff, wenn ich sage, dass wir uns darauf gefreut haben, wieder Land zu sehen und zu betreten.

Die Argentine Islands liegen für uns perfekt als erste Anlaufstelle auf dem Weg, das Schiff schön geschützt, ruhige See, wenig Wind – keine Zeit zu verlieren, sobald wir vor Ort waren, ging es direkt los. Überall driften Eisberge, zwischen den Inselchen und in unzähligen Mengen im offenen Wasser drumherum. Ein paar Schritte hoch auf ein kleines Schneefeld reicht für einen wirklich grandiosen Ausblick, und eine Zodiacfahrt durch die kleinen Wasserstraßen bringt verschiedenste landschaftlich-eisige Details.

Nach Wahl gab es dazu die Möglichkeit, entweder die ukrainische Vernadsky-Station zu besuchen, wo man ein paar der längsten Messreihen der Antarktis weiterführt (Meteorologie, Ozon etc.) oder das Wordie House, die alte britische Base F, die von 1947 bis 1954 in Betrieb war und seitdem unter Denkmalschutz steht.

Galerie – Penola Strait – 11. März 2017

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Das Abendlicht in der Penola Strait, direkt südlich des Lemaire Kanals, war ein weiterer Höhepunkt. Der landschaftliche Hintergrund unschlagbar, die Eisberge zahllos, das Licht warm und golden. Nur die Leute in der Küche fanden es sicher nicht so gut, denn natürlich war es genau zur Essenszeit 😉

Peter I Insel – 7. März 2017

Mit Spannung war dieser Tag erwartet worden, an dem diese berühmte, weil sehr abgelegene, Insel über den Horizont steigen würde. Wobei erst mal die weißen Nebel über den grünen Wiesen, äh, Wellen wallten. Zugegeben, die Hoffnung, mit den Hubschraubern oder eventuell auch per Zodiac auf diesem wilden Eiland anlanden zu können, war angesichts des windig-grauen Wetters eher gemäßigt. Aber mal sehen!

Und wir sahen dann auch, es hat etwas gedauert, aber dann sahen wir sie, die Insel, durch Löcher in den Wolken und Schneeschauern. Der Eindruck der schroffen Fels- und Eiswände war schon recht bedrohlich. In Anbetracht der Böen, die uns immer wieder mit Stärke 8 bis 9 entgegenwehten, und der spärlichen Sichtverhältnisse war klar, dass eine Anlandung nicht in Frage kommen konnte. Ja, so ist es wohl Alltag im wilden Südlichen Ozean, ganz tief in den screaming sixties.

Galerie – Peter I Insel – 7. März 2017

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Auf der windabgewandten Südostseite riss die bergige Insel ein Loch in die Wolken, so dass immerhin helles Sonnenlicht – eine lange nicht mehr gehabte Freude! – auf die abweisende Eislandschaft fiel und diese wie einen Spiegel erstrahlen ließ. Wir fanden sogar eine kleine Fläche, wo der Windschatten Luft und Wasser um uns herum zur Ruhe kommen ließ, und schnell hingen die Zodiacs am Kran. Wenn dieser Uferabschnitt auch keine Anlandung erlauben würde, wäre doch zumindest eine Fahrt dichter an die steilen Klippen heran eine spannende Sache ..? Die Fahrer waren schon startklar, Passagiere mit Gore-Tex und Schwimmweste gerüstet an Deck, da kamen Schneeschauer und Windböen um die Ecke und es hieß, schleunigst die Sachen zu packen … heute nicht, das war die klare Botschaft. Und morgen noch weniger, das war die klare Botschaft der Wettervorhersage.

Somit packten wir unsere Sachen und setzten Kurs auf die Antarktische Halbinsel.

Kayakabenteuer Im Südpolarmeer

Gerade haben wieder drei tollkühne junge Männer ihr waghalsiges Unternehmen beendet, berichtet Foxnews. Zwei Chilenen und ein Spanier paddelten für elf Tage um einige der Südshetland-Inseln. Sie begannen mit ihrer Reise am 20. Januar in Punta Arenas. Mit Unterstützung der chilenischen Küstenwache überquerten die drei Abenteurer die immer wieder gefürchtete Drakepassage. So gefürchtet, weil sich hier, zwischen dem Antarktischen und dem Südamerikanischen Kontinent, das Südpolarmeer auf seiner ewigen Umrundung des Südkontinents hindurchquetscht. Die stetig vorbeirollenden Westwinde treiben die Wassermassen zusätzlich an und lassen an besonders wilden Tagen auch gestandene Seebären blaß werden.

Die drei Abenteurer kamen auf jeden Fall drei Tage später gut an der chilenischen Station Arturo-Prat auf der Greenwich-Insel an. Die Kayaks gepackt, und mit etwas Verspätung ging es am 28. Januar in das Inselgewirr des Archipels. Die starken Burschen legten 20-30 Kilometer pro Tag zurück. Sie erkundeten die Inselwelt und trafen auf unberührte, einzigartige Natur. Jedes Kayak beladen mit reichlich Ausrüstung und Technologie, als Versicherung gegen die Elemente. Ihre Route führte sie Wasserstraßen entlang, die kein Schiff wegen der vorherrschenden Untiefen befahren kann.

Folgender Abschnitt wurde aus den Blogeinträgen der Drei zusammengefaßt.

»Nach 22 Kilometern bogen wir in die McFarlane Straße ein und wurden von 35 Knoten Wind gestoppt. Wir suchten Schutz in Yankee Harbour und verbrachten dort die Folgetage. Am 31. Januar überquerten wir die McFarlane Straße bei schlechter Sicht und starker Strömung, erreichten aber Point Williams mit seiner herrlichen Umgebung. Der Folgetag ist immer noch windig. Trotz einer starken Dünung aus der Drake Passage wagen wir uns nach Barientos Island. Der nächste Tag bringt Nebel. Nur mit Hilfe des Kompasses erreichen wir nach Robert Island, wo die chilenische Schutzhütte Risopatron Unterschlupf bietet und wir ein Unwetter abwarten müssen. Auch der 3. Februar wird sportlich. Trotz tobender Sturzseen auf der kurzen Tagesetappe genießen wir die Basaltklippen, an denen wir vorbei kommen und auch eine Gruppe Orcas. Tags drauf schieben uns 25 Knoten Rückenwind, um Nelson Island zu erreichen. Die hohe Dünung erschöpft, aber wir gelangen glücklich an unser Tagesziel. Die Nelsoninsel wird auf der Südseite umrundet und wir nähern uns der Maxwell Bay. Am 6. Februar, kurz vor dem Ziel, werden wir noch einmal ordentlich von Wind und Wellen durchnässt. Es war der kälteste Tag der Expedition! Doch am Tag darauf wartet schon ein warmes Willkommen auf unserer Heimatstation, das Basis Frei.«

Karte – Kayakabenteuer Im Südpolarmeer

Reiseroute der Kayakexpedition

Reiseroute der Kayakexpedition

Das klingt alles nach einem guten Abenteuer. Nein, sie hatten nicht vor, den Archipel zu umrunden, aber sie waren die ersten hier mit den Kayaks unterwegs, schreiben sie.

Dazu muß man wissen, die Südshetland-Inseln sind eine wetterausgesetzte Landmasse im Südpolarmeer. Zyklone, die durch die Drakepassage ziehen, schrammen hier oft noch vorbei, und die dabei aufgewühlte See trifft fast ungebremst auf die Inselkette. Touristen auf einer Südgeorgienreise bekommen nach einer schweren Überfahrt manchmal nur die Südshetland-Inseln als den antarktischen Teil ihrer Reise präsentiert und sind enttäuscht, nicht die „echte“ Antarktis gesehen zu haben. Dabei ist dieser Archipel wild und ebenso rauh wie der Kontinent selbst. Nur wenig Fläche ist eisfrei, der Rest liegt unter gewaltigen Gletschern begraben. Die nördliche Lage und die Nähe zum offenen Meer sind es, die tausende von Pinguinen und Robben hier rasten und nisten lassen. Arten wie Goldschopfpinguine und See-Elefanten sind hier noch eher anzutreffen als in südlicheren Regionen. Krabbenfresser, Weddelrobben und Seebären liegen oft am Strand. An einigen Stellen gibt es „Grün“. Der Grund sind Algenteppiche und an geschützten Stellen Moose und Flechten.
Die Südshetland-Inseln sind vulkanischen Ursprungs. Gerade dort, wo die Kayaker unterwegs waren, recken sich oft steile Basaltklippen empor und geben der Landschaft, vor allem bei schlechtem Wetter, ein unheimliches Aussehen. So bizarr, wie die Klippen aus dem Wasser ragen, ist wohl auch der Meeresgrund an diesen Stellen beschaffen. Das bildet nicht nur lokale wilde Gezeitenkanäle, sondern auch hohe Brecher, wenn alte Sturmdünung auf die Küste trifft. Die Gletscher tragen das ihre zum lokalen Klima bei. Kalte, kräftige Winde pfeifen oft durch die schmalen Wasserstraßen zwischen den Inseln. So hatten auch die drei mit den lokalen Winden zu kämpfen und waren froh, nach fünf bis sechs Stunden harter Paddelei endlich an Land zu können.

Warum treibt es Leute immer wieder zu solchen superlativen Unternehmungen? Im Jahr 2000 waren schon einmal drei junge Männer hier unterwegs. Die Amerikaner umrundeten „nur“ Nelson Island, obwohl sie Livingston Island und Deception Island auf ihrem Plan hatten. Das Wetter zwang sie zur kürzeren Route. Zehn Jahre später plante die Neuseeländerin Hayley Shephard die Umrundung Südgeorgiens. Auch ihr machte das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Allen gemein: das Naturerlebnis in einer menschenfeindlichen, abgelegenen Gegend, die trotz aller Kälte und Abgeschiedenheit unsagbar schön ist und mit reichlich Leben aufwartet. Das wußte auch Hayley, daher wollte sie vor allem auch Aufmerksamkeit für die Situation der Albatrosse des Südpolarmeeres erreichen.

Wilde Felsenküste der Fildes Halbinsel auf King George Island

Felsenküste der Fildes Halbinsel auf King George Island

Die große Überfahrt – 4. März 2017

Elf Tage. Das muss man sich klarmachen, was das heißt. Elf Tage sind vergangen, ohne dass wir Land betreten haben. Und das ist völlig normal!

Am 28. Februar (I) waren wir in der McMurdo Station, am 11. März haben wir die Argentine Islands vor der Antarktischen Halbinsel erreicht. Den 28.2. hatten wir wegen Datumgsgrenze zweimal, und weder am Ross Eisschelf noch bei der Peter I Insel gelang uns ein Landgang. Was wir gerne gemacht hätten, aber man muss bei diesen extremen Orten damit rechnen, dass eine Landung, per Hubschrauber oder Zodiac, nur unter wirklich guten Wetterbedingungen gelingt, und die sind dort nun einmal die Ausnahme und nicht die Regel. Von dem schönen Zodiacausflug abgesehen, waren wir also volle elf Tage auf dem Schiff. Und abgesehen von den beiden genannten, aber eben alles andere als zuverlässigen Landungen abgesehen, ist das völlig planmäßig! Das muss man sich klarmachen, das ergibt sich ganz einfach aus der Entfernung. Steht übrigens auch, etwas anders formuliert, in den Reisebeschreibungen.

Warum ich das so deutlich schreibe? Weil es eben schwierig ist, sich vorzustellen, was das heißt. Manche fühlen sich sehr wohl damit, etliche Tage zu verbringen, indem sie auf die Wellen schauen, in den Nebel und den gelegentlichen Eisbergen hinterher, darauf wartend, dass ab und ab vielleicht kurz der Rücken eines Wals auftaucht. Man geht zu Vorträgen oder ins abendliche Ortelius-Kino, trifft sich in der Bar und unterhält sich.

Andere fühlen sich weniger wohl damit, und denen werden diese Tage sehr lang. Da flüchtet man sich, bewusst oder unbewusst, in die Vorstellung, die Strecke sei in drei bis vier Tagen zurückgelegt, und es würde unterwegs mehr oder weniger tägliche Landgänge geben. Kein Land in der Nähe? Geschenkt!

Aber so ist es. Die eisige Küste der Westantarktis bleibt unerreichbar fern, ganz und gar unsichtbar. Natürlich wäre es spannend, einmal hinzufahren, aber dazu bräuchte man mehr Zeit und gute Seekarten. Ersteres haben wir nicht, zweiteres existiert nicht. Ja, und dann hat man nach drei bis vier Tagen gerade einmal ein Drittel geschafft, und das auch nur, weil weder Eis noch Wind an der Geschwindigkeit knabbern, was in diesen Breiten ja auch alles andere als selbstverständlich ist.

Galerie: Die große Überfahrt – 4. März 2017

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Die »antarktische Odyssey«, so denke ich von dieser langen Fahrt, trägt ihren Namen ein Stück weit zu recht. Sie ist auf weiten Strecken eine Hochseereise.

Also, freuen wir uns über den einen oder anderen Eisberg, über Victorias spannende Vorträge über die Antarktis-Entdecker und was das Team sonst so zu bieten hat – eine ganze Menge! – und erleben wir das surreale Gefühl, wenn die Welt tagelang auf eine kleine Blase zusammenschrumpft, die der Nebel um das Schiff herum schafft. Zweitausend Meilen. Mit der Geschwindigkeit eines ziemlich gemütlichen Radfahrers.

Eis – 02. März 2017

Es war übrigens kein Tippfehler, dass der 28. Februar zweimal im Blog auftauchte. Datumsgrenze.

Nun liegen der McMurdo und der Ross Eisschelf hinter uns, die lange Fahrt zur Peter I Insel und zur Antarktischen Halbinsel hat begonnen. Anfang März ist antarktischer Spätsommer, die Zeit, in der das Eis sich am weitesten zurückgezogen hat. In der Tat ein starker Kontrast zu den vergangenen Fahrten in dieser Region, wobei mein Erfahrungsschatz natürlich nicht unbegrenzt ist. Ich bin mir daher nicht sicher, ob es an einem relativ »günstigen« (je nach Perspektive) Eisjahr liegt oder an der fortgeschrittenen Jahreszeit, dass wir kaum auf Eis stoßen.

Aber dann haben wir doch Eis. Wunderschönes Pfannkucheneis ist es zunächst, das das Schiff in alle Richtungen umgibt. Ganz junges Eis, noch matschig-patschig, zusammenklebende Eiskristalle aus Meerwasser. Fest genug, damit hier und da ein paar Pinguine darauf stehen.

Ein paar ältere Eisschollen sind auch darunter. Auf einer befindet sich ein ganzer antarktischer Zoo mit nicht weniger als fünf Tierarten: Kaiserpinguine, Adeliepinguine, Riesensturmvögel, Schneesturmvögel und Krabbenfresserrobben. Unglaublich! Alleine diese riesige Anzahl Schneesturmvögel habe ich noch nie zusammen gesehen, es sind sicher hundert. Wie froh ist man auf einer Fahrt zur Antarktischen Halbinsel, wenn mal ein einziger in der Ferne vorbeifliegt, und hier sind sie ständig im Dutzend unterwegs. Nun also gleich mehr als hundert, zudem zusammen mit all diesen anderen Tieren! Hat man davon schon gehört?

Galerie – Eis – 02. März 2017

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Später wird das Eis wieder offener. Keine Frage, dass wir bei dem herrlichen Sonnenschein schnell in die Zodiacs springen und dem Eis ein wenig auf die Pelle rücken. Grandios schön, von den Tieren, die wir finden, wie verschiedene Robben, Adelie- und Kaiserpinguine, ganz zu schweigen. Einige beschreiben diese Fahrt ins Eis später als Höhepunkt dieser Reise.

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News-Auflistung generiert am 21. November 2019 um 02:41:57 Uhr (GMT+1)
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