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Monats-Archiv: März 2017 − News & Stories


Ant­ark­ti­sche Halb­in­sel bis zum Süd­po­lar­kreis – 21.-25 März 2017

Ein wun­der­bar run­der Abschluss die­ser Ant­ark­tis-Sai­son mit einer sehr akti­ven Fahrt bis zum Süd­po­lar­kreis. Wir hat­ten Grup­pen dabei, die sich auf Tau­chen und Kajak­fah­ren spe­zia­li­siert hat­ten, bei­de haben von ihren Unter­neh­mun­gen äußerst beein­dru­cken­de Fotos mit­ge­bracht. Ja, tau­chen müss­te man hier auch mal 🙂

Wet­ter­mä­ßig hat­ten wir meh­re­re wirk­lich schö­ne Ant­ark­tis-Spät­som­mer­ta­ge dabei, und kei­ne extrem schlech­ten Wet­ter­la­gen. Ges­tern gab es sogar einen fast kom­plett wind­stil­len, son­ni­gen Tage in der Dra­ke-Pas­sa­ge! Gut, in Decep­ti­on Island hat der Wind uns recht schnell wie­der an Bord zurück­ge­pus­tet, und auf Detail­le Island konn­ten wir nicht lan­den, die Kom­bi­na­ti­on aus schlech­ter Sicht, Eis direkt vor allen denk­ba­ren Lan­de­stel­len und kräf­ti­gem Wind war ein­fach zuviel, aber die Zodiac­fahrt rund um die Insel, süd­lich des ant­ark­ti­schen Polar­krei­ses, war auch nicht von schlech­ten Eltern! Buckel­wa­le noch und nöcher, so wie man sich das hier in der spä­ten Sai­son vor­stellt, und natür­lich nicht mehr so vie­le Pin­gui­ne an Land wie etwa im Janu­ar, aber immer noch mehr als reich­lich für Herz und See­le, Auge und Kame­ra.

Ant­ark­ti­sche Halb­in­sel bis zum Süd­po­lar­kreis – 21.-25 März 2017

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Die Bil­der erzäh­len den Rest. Es war schön in der Ant­ark­tis – nächs­tes Jahr mehr, und zwar unter Segeln! 🙂

Süd­s­het­land Inseln – 20. März 2017

Nach einer erstaun­lich ruhi­gen Dra­ke-Pas­sa­ge waren die Süd­s­het­land Inseln unser Ein­stieg in das Aben­teu­er Ant­ark­tis und zudem die ein­zi­ge Gele­gen­heit, Kehl­streif­pin­gui­ne zu sehen.

Sowie eine gute Gele­gen­heit, die Wet­ter­wech­sel der Ant­ark­tis zu erle­ben. Von null auf über 40 Kno­ten in weni­ger als einer hal­ben Stun­de, das muss man erst mal hin­krie­gen! Aus der Nach­mit­tags­lan­dung in Decep­ti­on Island wur­de somit sehr schnell eine klei­ne Kreuz­fahrt mit dem Schiff.

Gale­rie – Süd­s­het­land Inseln – 20. März 2017

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Süd­s­het­land Inseln bis Ushua­ia – 15. März 2017

Selbst 32 Tage Ant­ark­tis gehen ein­mal zu Ende. Der Abste­cher zu den Süd­s­het­land Inseln ist der letz­te Stop für uns, bevor es dann wie­der in Rich­tung Zivi­li­sa­ti­on geht. Viel Zeit bleibt nicht mehr, aber es reicht noch für einen früh­mor­gend­li­chen Land­gang. Das Wet­ter spielt mit, Glück gehabt, sonst hat man bei so einem klei­nen Insel­chen am Ran­de der Dra­ke-Pas­sa­ge auch eher schlech­te Kar­ten.

Im Ver­gleich zu den letz­ten Tagen und Wochen kommt die­se klei­ne Insel in den Süd­s­het­land Inseln uns vor wie ein tro­pi­scher Regen­wald. Nun, bei­na­he. Immer­hin hat sie grü­ne Flä­chen, und das ist etwas, was wir lan­ge nicht mehr gese­hen haben. Mit den Kehl­streif­pin­gui­nen kön­nen wir auch noch eine wei­te­re Pin­guin­art zu unse­rer ziem­lich lan­gen Arten­lis­te hin­zu­fü­gen. Ein fei­ner Abschied von der Ant­ark­tis.

Noch ein­mal heißt es nun Geduld haben, gut zwei Tage auf See, bis Süd­ame­ri­ka erreicht ist. Das Kap Hoorn las­sen wir in grö­ße­rer Ent­fer­nung und Dun­kel­heit links lie­gen, und dann lau­fen wir, von Del­fi­nen beglei­tet, in den Bea­gle-Kanal ein. Hier heißt es, sich von der Hub­schrau­ber­mann­schaft, jeweils drei Pilo­ten und Mecha­ni­ker, zu ver­ab­schie­den, die nach­ein­an­dern in ihre Vögel stei­gen und für die­ses Mal end­gül­tig in der Fer­ne ver­schwin­den, nicht ohne die Orte­li­us aus der Luft noch ein­mal zu grü­ßen.

Gale­rie – Süd­s­het­land Inseln bis Ushua­ia – 15. März 2017

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Mit dem Abschied­neh­men geht es am nächs­ten Mor­gen dann in gro­ßem Stil wei­ter. Der letz­te Tag einer Rei­se ist nie ein Höhe­punkt, Häfen brin­gen immer viel Hek­tik. Aber ande­rer­seits … wenn es schon fast schwer­fällt, sich von einer Fahrt und ihren Men­schen zu ver­ab­schie­den, dann war es doch gut! 🙂

Ein paar viel zu kur­ze Stun­den spä­ter sind wir schon wie­der unter­wegs. Has­ta la vis­ta, Ant­ark­tis!

Erre­ra Chan­nel – 13. März 2017

Es tut gut, ein­mal kei­ne lan­ge Stre­cke zurück­le­gen zu müs­sen von einem Tag auf den nächs­ten. Ein­mal unge­fähr dort auf­zu­wa­chen, wo man ein­ge­schla­fen ist. Das bringt ein wenig geo­gra­phi­sche Ruhe in die­se Tage.

Und so wachen wir im Erre­ra Chan­nel auf, in unmit­tel­ba­rer Nach­bar­schaft von Andvord Bay. Und ste­hen kur­ze Zeit dar­auf in einem klei­nen Pin­guin­pa­ra­dies. Esel­spin­gui­ne, Esel­spin­gui­ne, Esel­spin­gui­ne. Nicht mehr zu tau­sen­den wie im ant­ark­ti­schen Hoch­som­mer, aber doch zu hun­der­ten ste­hen sie auf Schnee und auf Stei­nen, ärgern sich wahr­schein­lich über das krat­zi­ge Gefie­der, das der­zeit von alt auf neu wech­selt, teil­wei­se sehen sie jeden­falls etwas, nun ja, gerupft aus. Eini­ge sind aber sehr neu­gie­rig und schau­en mal vor­bei, um sich die bun­ten Besu­cher ein­mal aus der Nähe anzu­se­hen.

Gale­rie – Erre­ra Chan­nel – 13. März 2017

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Auch die Buckel­wa­le, die im Erre­ra Chan­nel und den benach­bar­ten Gewäs­sern unter­wegs sind, sind auf ant­ark­ti­schen Spät­som­mer pro­gram­miert. Wochen- und mona­te­lang haben sie sich in den nähr­stoff­rei­chen Gewäs­sern voll­ge­fut­tert. Jetzt düm­peln sie faul an der Ober­flä­che her­um und kön­nen kaum noch papp sagen. Auch für sie geht es bald wie­der in wär­me­re Gewäs­ser.

Andvord Bay – 12. März 2017

Die Ant­ark­tis von oben zu sehen ist ein Traum, den wir uns heu­te noch ein­mal erfül­len woll­ten. Was oft leich­ter gesagt als getan ist. Den ers­ten Ver­such am frü­hen Mor­gen muss­ten wir ziem­lich schnell abbre­chen und haben dann einen guten Teil des Tages ver­bracht, eine Bucht zu fin­den, wo der Wind nicht mit 30-40 Kno­ten pfeift. Gar nicht so ein­fach.

Gale­rie – Andvord Bay – 12. März 2017

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Trotz­dem hat es dann hin­ge­hau­en. Bei idea­len Ver­hält­nis­sen konn­ten alle noch ein­mal in die Hub­schrau­ber stei­gen und sich Tei­le von Andvord Bay und Para­di­se Har­bour von oben anse­hen. Die Bil­der (nach der Fahrt gibt es mehr und bes­ser auf­ge­lös­te Fotos) spre­chen sicher für sich!

Argen­ti­ne Islands – 11. März 2017

Die Ant­ark­ti­sche Halb­in­sel! Am 11. März hat­ten wir sie dann end­lich erreicht, und ich glau­be, ich spre­che für das gan­ze Schiff, wenn ich sage, dass wir uns dar­auf gefreut haben, wie­der Land zu sehen und zu betre­ten.

Die Argen­ti­ne Islands lie­gen für uns per­fekt als ers­te Anlauf­stel­le auf dem Weg, das Schiff schön geschützt, ruhi­ge See, wenig Wind – kei­ne Zeit zu ver­lie­ren, sobald wir vor Ort waren, ging es direkt los. Über­all drif­ten Eis­ber­ge, zwi­schen den Insel­chen und in unzäh­li­gen Men­gen im offe­nen Was­ser drum­her­um. Ein paar Schrit­te hoch auf ein klei­nes Schnee­feld reicht für einen wirk­lich gran­dio­sen Aus­blick, und eine Zodiac­fahrt durch die klei­nen Was­ser­stra­ßen bringt ver­schie­dens­te land­schaft­lich-eisi­ge Details.

Nach Wahl gab es dazu die Mög­lich­keit, ent­we­der die ukrai­ni­sche Ver­nadsky-Sta­ti­on zu besu­chen, wo man ein paar der längs­ten Mess­rei­hen der Ant­ark­tis wei­ter­führt (Meteo­ro­lo­gie, Ozon etc.) oder das Wor­die House, die alte bri­ti­sche Base F, die von 1947 bis 1954 in Betrieb war und seit­dem unter Denk­mal­schutz steht.

Gale­rie – Peno­la Strait – 11. März 2017

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Das Abend­licht in der Peno­la Strait, direkt süd­lich des Lemai­re Kanals, war ein wei­te­rer Höhe­punkt. Der land­schaft­li­che Hin­ter­grund unschlag­bar, die Eis­ber­ge zahl­los, das Licht warm und gol­den. Nur die Leu­te in der Küche fan­den es sicher nicht so gut, denn natür­lich war es genau zur Essens­zeit 😉

Peter I Insel – 7. März 2017

Mit Span­nung war die­ser Tag erwar­tet wor­den, an dem die­se berühm­te, weil sehr abge­le­ge­ne, Insel über den Hori­zont stei­gen wür­de. Wobei erst mal die wei­ßen Nebel über den grü­nen Wie­sen, äh, Wel­len wall­ten. Zuge­ge­ben, die Hoff­nung, mit den Hub­schrau­bern oder even­tu­ell auch per Zodiac auf die­sem wil­den Eiland anlan­den zu kön­nen, war ange­sichts des win­dig-grau­en Wet­ters eher gemä­ßigt. Aber mal sehen!

Und wir sahen dann auch, es hat etwas gedau­ert, aber dann sahen wir sie, die Insel, durch Löcher in den Wol­ken und Schnee­schau­ern. Der Ein­druck der schrof­fen Fels- und Eis­wän­de war schon recht bedroh­lich. In Anbe­tracht der Böen, die uns immer wie­der mit Stär­ke 8 bis 9 ent­ge­gen­weh­ten, und der spär­li­chen Sicht­ver­hält­nis­se war klar, dass eine Anlan­dung nicht in Fra­ge kom­men konn­te. Ja, so ist es wohl All­tag im wil­den Süd­li­chen Oze­an, ganz tief in den screa­ming six­ties.

Gale­rie – Peter I Insel – 7. März 2017

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Auf der wind­ab­ge­wand­ten Süd­ost­sei­te riss die ber­gi­ge Insel ein Loch in die Wol­ken, so dass immer­hin hel­les Son­nen­licht – eine lan­ge nicht mehr gehab­te Freu­de! – auf die abwei­sen­de Eis­land­schaft fiel und die­se wie einen Spie­gel erstrah­len ließ. Wir fan­den sogar eine klei­ne Flä­che, wo der Wind­schat­ten Luft und Was­ser um uns her­um zur Ruhe kom­men ließ, und schnell hin­gen die Zodiacs am Kran. Wenn die­ser Ufer­ab­schnitt auch kei­ne Anlan­dung erlau­ben wür­de, wäre doch zumin­dest eine Fahrt dich­ter an die stei­len Klip­pen her­an eine span­nen­de Sache ..? Die Fah­rer waren schon start­klar, Pas­sa­gie­re mit Gore-Tex und Schwimm­wes­te gerüs­tet an Deck, da kamen Schnee­schau­er und Wind­bö­en um die Ecke und es hieß, schleu­nigst die Sachen zu packen … heu­te nicht, das war die kla­re Bot­schaft. Und mor­gen noch weni­ger, das war die kla­re Bot­schaft der Wet­ter­vor­her­sa­ge.

Somit pack­ten wir unse­re Sachen und setz­ten Kurs auf die Ant­ark­ti­sche Halb­in­sel.

Kaya­k­a­ben­teu­er Im Süd­po­lar­meer

Gera­de haben wie­der drei toll­küh­ne jun­ge Män­ner ihr wag­hal­si­ges Unter­neh­men been­det, berich­tet Fox­news. Zwei Chi­le­nen und ein Spa­ni­er pad­del­ten für elf Tage um eini­ge der Süd­s­het­land-Inseln. Sie began­nen mit ihrer Rei­se am 20. Janu­ar in Pun­ta Are­nas. Mit Unter­stüt­zung der chi­le­ni­schen Küs­ten­wa­che über­quer­ten die drei Aben­teu­rer die immer wie­der gefürch­te­te Dra­ke­pas­sa­ge. So gefürch­tet, weil sich hier, zwi­schen dem Ant­ark­ti­schen und dem Süd­ame­ri­ka­ni­schen Kon­ti­nent, das Süd­po­lar­meer auf sei­ner ewi­gen Umrun­dung des Süd­kon­ti­nents hin­durch­quetscht. Die ste­tig vor­bei­rol­len­den West­win­de trei­ben die Was­ser­mas­sen zusätz­lich an und las­sen an beson­ders wil­den Tagen auch gestan­de­ne See­bä­ren blaß wer­den.

Die drei Aben­teu­rer kamen auf jeden Fall drei Tage spä­ter gut an der chi­le­ni­schen Sta­ti­on Arturo-Prat auf der Green­wich-Insel an. Die Kayaks gepackt, und mit etwas Ver­spä­tung ging es am 28. Janu­ar in das Insel­ge­wirr des Archi­pels. Die star­ken Bur­schen leg­ten 20-30 Kilo­me­ter pro Tag zurück. Sie erkun­de­ten die Insel­welt und tra­fen auf unbe­rühr­te, ein­zig­ar­ti­ge Natur. Jedes Kayak bela­den mit reich­lich Aus­rüs­tung und Tech­no­lo­gie, als Ver­si­che­rung gegen die Ele­men­te. Ihre Rou­te führ­te sie Was­ser­stra­ßen ent­lang, die kein Schiff wegen der vor­herr­schen­den Untie­fen befah­ren kann.

Fol­gen­der Abschnitt wur­de aus den Blog­ein­trä­gen der Drei zusam­men­ge­faßt.

»Nach 22 Kilo­me­tern bogen wir in die McFar­la­ne Stra­ße ein und wur­den von 35 Kno­ten Wind gestoppt. Wir such­ten Schutz in Yan­kee Har­bour und ver­brach­ten dort die Fol­ge­ta­ge. Am 31. Janu­ar über­quer­ten wir die McFar­la­ne Stra­ße bei schlech­ter Sicht und star­ker Strö­mung, erreich­ten aber Point Wil­liams mit sei­ner herr­li­chen Umge­bung. Der Fol­ge­tag ist immer noch win­dig. Trotz einer star­ken Dünung aus der Dra­ke Pas­sa­ge wagen wir uns nach Bari­ent­os Island. Der nächs­te Tag bringt Nebel. Nur mit Hil­fe des Kom­pas­ses errei­chen wir nach Robert Island, wo die chi­le­ni­sche Schutz­hüt­te Riso­pa­tron Unter­schlupf bie­tet und wir ein Unwet­ter abwar­ten müs­sen. Auch der 3. Febru­ar wird sport­lich. Trotz toben­der Sturz­se­en auf der kur­zen Tages­etap­pe genie­ßen wir die Basalt­klip­pen, an denen wir vor­bei kom­men und auch eine Grup­pe Orcas. Tags drauf schie­ben uns 25 Kno­ten Rücken­wind, um Nel­son Island zu errei­chen. Die hohe Dünung erschöpft, aber wir gelan­gen glück­lich an unser Tages­ziel. Die Nel­son­in­sel wird auf der Süd­sei­te umrun­det und wir nähern uns der Max­well Bay. Am 6. Febru­ar, kurz vor dem Ziel, wer­den wir noch ein­mal ordent­lich von Wind und Wel­len durch­nässt. Es war der käl­tes­te Tag der Expe­di­ti­on! Doch am Tag dar­auf war­tet schon ein war­mes Will­kom­men auf unse­rer Hei­mat­sta­ti­on, das Basis Frei.«

Kar­te – Kaya­k­a­ben­teu­er Im Süd­po­lar­meer

Reiseroute der Kayakexpedition

Rei­se­rou­te der Kaya­k­ex­pe­di­ti­on

Das klingt alles nach einem guten Aben­teu­er. Nein, sie hat­ten nicht vor, den Archi­pel zu umrun­den, aber sie waren die ers­ten hier mit den Kayaks unter­wegs, schrei­ben sie.

Dazu muß man wis­sen, die Süd­s­het­land-Inseln sind eine wet­ter­aus­ge­setz­te Land­mas­se im Süd­po­lar­meer. Zyklo­ne, die durch die Dra­ke­pas­sa­ge zie­hen, schram­men hier oft noch vor­bei, und die dabei auf­ge­wühl­te See trifft fast unge­bremst auf die Insel­ket­te. Tou­ris­ten auf einer Süd­ge­or­gi­en­rei­se bekom­men nach einer schwe­ren Über­fahrt manch­mal nur die Süd­s­het­land-Inseln als den ant­ark­ti­schen Teil ihrer Rei­se prä­sen­tiert und sind ent­täuscht, nicht die „ech­te“ Ant­ark­tis gese­hen zu haben. Dabei ist die­ser Archi­pel wild und eben­so rauh wie der Kon­ti­nent selbst. Nur wenig Flä­che ist eis­frei, der Rest liegt unter gewal­ti­gen Glet­schern begra­ben. Die nörd­li­che Lage und die Nähe zum offe­nen Meer sind es, die tau­sen­de von Pin­gui­nen und Rob­ben hier ras­ten und nis­ten las­sen. Arten wie Gold­schopf­pin­gui­ne und See-Ele­fan­ten sind hier noch eher anzu­tref­fen als in süd­li­che­ren Regio­nen. Krab­ben­fres­ser, Wed­del­rob­ben und See­bä­ren lie­gen oft am Strand. An eini­gen Stel­len gibt es „Grün“. Der Grund sind Algen­tep­pi­che und an geschütz­ten Stel­len Moo­se und Flech­ten.
Die Süd­s­het­land-Inseln sind vul­ka­ni­schen Ursprungs. Gera­de dort, wo die Kaya­ker unter­wegs waren, recken sich oft stei­le Basalt­klip­pen empor und geben der Land­schaft, vor allem bei schlech­tem Wet­ter, ein unheim­li­ches Aus­se­hen. So bizarr, wie die Klip­pen aus dem Was­ser ragen, ist wohl auch der Mee­res­grund an die­sen Stel­len beschaf­fen. Das bil­det nicht nur loka­le wil­de Gezei­ten­ka­nä­le, son­dern auch hohe Bre­cher, wenn alte Sturm­dü­nung auf die Küs­te trifft. Die Glet­scher tra­gen das ihre zum loka­len Kli­ma bei. Kal­te, kräf­ti­ge Win­de pfei­fen oft durch die schma­len Was­ser­stra­ßen zwi­schen den Inseln. So hat­ten auch die drei mit den loka­len Win­den zu kämp­fen und waren froh, nach fünf bis sechs Stun­den har­ter Pad­de­lei end­lich an Land zu kön­nen.

War­um treibt es Leu­te immer wie­der zu sol­chen super­la­ti­ven Unter­neh­mun­gen? Im Jahr 2000 waren schon ein­mal drei jun­ge Män­ner hier unter­wegs. Die Ame­ri­ka­ner umrun­de­ten „nur“ Nel­son Island, obwohl sie Living­ston Island und Decep­ti­on Island auf ihrem Plan hat­ten. Das Wet­ter zwang sie zur kür­ze­ren Rou­te. Zehn Jah­re spä­ter plan­te die Neu­see­län­de­rin Hay­ley She­phard die Umrun­dung Süd­ge­or­gi­ens. Auch ihr mach­te das Wet­ter einen Strich durch die Rech­nung. Allen gemein: das Natur­er­leb­nis in einer men­schen­feind­li­chen, abge­le­ge­nen Gegend, die trotz aller Käl­te und Abge­schie­den­heit unsag­bar schön ist und mit reich­lich Leben auf­war­tet. Das wuß­te auch Hay­ley, daher woll­te sie vor allem auch Auf­merk­sam­keit für die Situa­ti­on der Alba­tros­se des Süd­po­lar­mee­res errei­chen.

Wil­de Fel­sen­küs­te der Fil­des Halb­in­sel auf King Geor­ge Island

Felsenküste der Fildes Halbinsel auf King George
Island

Die gro­ße Über­fahrt – 4. März 2017

Elf Tage. Das muss man sich klar­ma­chen, was das heißt. Elf Tage sind ver­gan­gen, ohne dass wir Land betre­ten haben. Und das ist völ­lig nor­mal!

Am 28. Febru­ar (I) waren wir in der McMur­do Sta­ti­on, am 11. März haben wir die Argen­ti­ne Islands vor der Ant­ark­ti­schen Halb­in­sel erreicht. Den 28.2. hat­ten wir wegen Dat­umgs­gren­ze zwei­mal, und weder am Ross Eis­schelf noch bei der Peter I Insel gelang uns ein Land­gang. Was wir ger­ne gemacht hät­ten, aber man muss bei die­sen extre­men Orten damit rech­nen, dass eine Lan­dung, per Hub­schrau­ber oder Zodiac, nur unter wirk­lich guten Wet­ter­be­din­gun­gen gelingt, und die sind dort nun ein­mal die Aus­nah­me und nicht die Regel. Von dem schö­nen Zodia­caus­flug abge­se­hen, waren wir also vol­le elf Tage auf dem Schiff. Und abge­se­hen von den bei­den genann­ten, aber eben alles ande­re als zuver­läs­si­gen Lan­dun­gen abge­se­hen, ist das völ­lig plan­mä­ßig! Das muss man sich klar­ma­chen, das ergibt sich ganz ein­fach aus der Ent­fer­nung. Steht übri­gens auch, etwas anders for­mu­liert, in den Rei­se­be­schrei­bun­gen.

War­um ich das so deut­lich schrei­be? Weil es eben schwie­rig ist, sich vor­zu­stel­len, was das heißt. Man­che füh­len sich sehr wohl damit, etli­che Tage zu ver­brin­gen, indem sie auf die Wel­len schau­en, in den Nebel und den gele­gent­li­chen Eis­ber­gen hin­ter­her, dar­auf war­tend, dass ab und ab viel­leicht kurz der Rücken eines Wals auf­taucht. Man geht zu Vor­trä­gen oder ins abend­li­che Orte­li­us-Kino, trifft sich in der Bar und unter­hält sich.

Ande­re füh­len sich weni­ger wohl damit, und denen wer­den die­se Tage sehr lang. Da flüch­tet man sich, bewusst oder unbe­wusst, in die Vor­stel­lung, die Stre­cke sei in drei bis vier Tagen zurück­ge­legt, und es wür­de unter­wegs mehr oder weni­ger täg­li­che Land­gän­ge geben. Kein Land in der Nähe? Geschenkt!

Aber so ist es. Die eisi­ge Küs­te der West­ant­ark­tis bleibt uner­reich­bar fern, ganz und gar unsicht­bar. Natür­lich wäre es span­nend, ein­mal hin­zu­fah­ren, aber dazu bräuch­te man mehr Zeit und gute See­kar­ten. Ers­te­res haben wir nicht, zwei­te­res exis­tiert nicht. Ja, und dann hat man nach drei bis vier Tagen gera­de ein­mal ein Drit­tel geschafft, und das auch nur, weil weder Eis noch Wind an der Geschwin­dig­keit knab­bern, was in die­sen Brei­ten ja auch alles ande­re als selbst­ver­ständ­lich ist.

Gale­rie: Die gro­ße Über­fahrt – 4. März 2017

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Die »ant­ark­ti­sche Odys­sey«, so den­ke ich von die­ser lan­gen Fahrt, trägt ihren Namen ein Stück weit zu recht. Sie ist auf wei­ten Stre­cken eine Hoch­see­rei­se.

Also, freu­en wir uns über den einen oder ande­ren Eis­berg, über Vic­to­ri­as span­nen­de Vor­trä­ge über die Ant­ark­tis-Ent­de­cker und was das Team sonst so zu bie­ten hat – eine gan­ze Men­ge! – und erle­ben wir das sur­rea­le Gefühl, wenn die Welt tage­lang auf eine klei­ne Bla­se zusam­men­schrumpft, die der Nebel um das Schiff her­um schafft. Zwei­tau­send Mei­len. Mit der Geschwin­dig­keit eines ziem­lich gemüt­li­chen Rad­fah­rers.

Eis – 02. März 2017

Es war übri­gens kein Tipp­feh­ler, dass der 28. Febru­ar zwei­mal im Blog auf­tauch­te. Datums­gren­ze.

Nun lie­gen der McMur­do und der Ross Eis­schelf hin­ter uns, die lan­ge Fahrt zur Peter I Insel und zur Ant­ark­ti­schen Halb­in­sel hat begon­nen. Anfang März ist ant­ark­ti­scher Spät­som­mer, die Zeit, in der das Eis sich am wei­tes­ten zurück­ge­zo­gen hat. In der Tat ein star­ker Kon­trast zu den ver­gan­ge­nen Fahr­ten in die­ser Regi­on, wobei mein Erfah­rungs­schatz natür­lich nicht unbe­grenzt ist. Ich bin mir daher nicht sicher, ob es an einem rela­tiv »güns­ti­gen« (je nach Per­spek­ti­ve) Eis­jahr liegt oder an der fort­ge­schrit­te­nen Jah­res­zeit, dass wir kaum auf Eis sto­ßen.

Aber dann haben wir doch Eis. Wun­der­schö­nes Pfann­ku­chen­eis ist es zunächst, das das Schiff in alle Rich­tun­gen umgibt. Ganz jun­ges Eis, noch mat­schig-pat­schig, zusam­men­kle­ben­de Eis­kris­tal­le aus Meer­was­ser. Fest genug, damit hier und da ein paar Pin­gui­ne dar­auf ste­hen.

Ein paar älte­re Eis­schol­len sind auch dar­un­ter. Auf einer befin­det sich ein gan­zer ant­ark­ti­scher Zoo mit nicht weni­ger als fünf Tier­ar­ten: Kai­ser­pin­gui­ne, Ade­lie­pin­gui­ne, Rie­sens­turm­vö­gel, Schnee­sturm­vö­gel und Krab­ben­fres­ser­rob­ben. Unglaub­lich! Allei­ne die­se rie­si­ge Anzahl Schnee­sturm­vö­gel habe ich noch nie zusam­men gese­hen, es sind sicher hun­dert. Wie froh ist man auf einer Fahrt zur Ant­ark­ti­schen Halb­in­sel, wenn mal ein ein­zi­ger in der Fer­ne vor­bei­fliegt, und hier sind sie stän­dig im Dut­zend unter­wegs. Nun also gleich mehr als hun­dert, zudem zusam­men mit all die­sen ande­ren Tie­ren! Hat man davon schon gehört?

Gale­rie – Eis – 02. März 2017

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Spä­ter wird das Eis wie­der offe­ner. Kei­ne Fra­ge, dass wir bei dem herr­li­chen Son­nen­schein schnell in die Zodiacs sprin­gen und dem Eis ein wenig auf die Pel­le rücken. Gran­di­os schön, von den Tie­ren, die wir fin­den, wie ver­schie­de­ne Rob­ben, Ade­lie- und Kai­ser­pin­gui­ne, ganz zu schwei­gen. Eini­ge beschrei­ben die­se Fahrt ins Eis spä­ter als Höhe­punkt die­ser Rei­se.

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