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The Dry Valleys – 26. Februar 2017

Heute ist der große Tag, an dem wir den McMurdo Sound erreichen, des Pudels Kern, das, was die meisten sich wohl unter dem eigentlich viel größeren Rossmeer vorstellen. Und gleich für den Anfang hatten wir uns einen Ort vorgenommen, der sicher bei vielen hier an Bord ganz, ganz oben auf der Wunschliste steht: das Taylor Valley, eines jener berühmten McMurdo Dry Valleys. Diese mondlandschaftsartige, supertrockene Gebirgsregion im Transantarktischen Gebirge, wo es seit Jahrmillionen selbst den Gletschern zu wasser- beziehungsweise schneearm ist. Die Berge halten das Inlandeis fern, nur ein paar kleinere Gletscher fließen zum Talboden hinab. Die größte nicht-vergletscherte Landfläche der Antarktis. Wahrlich ein faszinierendes Stückchen Erde! Hier gehts zu Panoramen des Dry Vaileys.

Aber hinkommen muss man erst mal. Der erste Blick, frühmorgendliche aus dem Fenster: grau, grau, grau. Eisschollen und Schneetreiben. Nicht sehr vielversprechend, denn unsere Vögel fliegen nur, wenn sie auch was sehen können.

Also heißt es, sich in Geduld zu üben. Regelmäßig bespreche ich den ganzen Vormittag über mit Kapitän und den Piloten die Lage, langsam bessert sich die Sicht, wir haben das Transantarktische Gebirge ein paar Meilen vor dem Bug, aber immer noch hängen die Wolken tief.

Schließlich gibt Chefpilot Felipe sein ok für einen Erkundungsflug, wir schauen uns die Lage vor Ort aus der Luft an. Felipe dreht einige Runden über dem Canada-Glacier, schwebt ein paar Meter über der Landestelle, begutachtet die Wolken oben und die Turbulenzen, bis er den Daumen hebt. Zurück an Bord, steigt die Stimmung nach meiner Durchsage deutlich, die Spannung weicht der Freude. Schnell die letzten Vorbereitungen, als Mittagessen für uns im ersten Team muss Erkundungs- und dem ersten Teamflug eine Banane herhalten, wir haben keine Zeit zu verlieren. Wer weiß, wie lange das Wetter hält!

Galerie – The Dry Valleys – 26. Februar 2017

Klicken Sie auf die Bilder, um eine vergrößerte Darstellung des Bildes zu erhalten.

Neunzehn Meilen Flug sind es, erst über zerbrochenes Meereis, dann über eiskeildurchzogenes Land, vorbei am Commonwealth Glacier, über den Fryxell Lake hinweg, bis kurz vor dem Canada Glacier gelandet wird. Schnell die obligatorische Notausrüstung für alle Fälle ausladen, und wir sind vorbereitet. Unterdessen werden an Bord die Hubschrauber Nummer zwei und drei in die Luft gebracht, und bald rollt die Maschinerie. Hubschrauber für Hubschrauber kommen alle in kleinen Gruppen angeflogen, landen, staunen. Aus Sicherheitsgründen halten wir die Zeit relativ knapp, kein Mensch weiß, wie lange das Wetter hält, und wir wollen nicht zuviele gleichzeitig am Boden haben, für den Fall, dass wir schlagartig das Weite suchen müssen. Aber das Wetter bleibt uns wohlgesonnen, es klart sogar noch etwas auf und der blaue Himmel lässt sich sehen.

Schließlich geht ein langer, fantastischer Nachmittag zu Ende. Alle hatten die seltene Chance, ins Taylor Valley zu fliegen. Mit größter Wahrscheinlichkeit waren wir vor zwei Jahren mit der Ortelius auch die letzten Menschen hier, sonst fährt hier kein Schiff mit Hubschraubern (und vor ein paar Wochen gelang es nicht, das Schiff in die Nähe zu bringen, da war der gesamte McMurdo Sound voll mit solidem Eis).

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Letzte Änderung: 30. März 2017 · Copyright: Rolf Stange
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