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Monats-Archiv: August 2014 − News & Stories


Krank­haf­ter Feder­ver­lust bei Pin­gui­nen in der Ant­ark­tis beob­ach­tet

Durch Krank­heit beding­ter Ver­lust des Gefie­ders („fea­ther loss dis­or­der“) ist eine Krank­heit, die seit 2006 bei Pin­gui­nen in Süd­afri­ka und Süd­ame­ri­ka beob­ach­tet wor­den ist. Dabei kommt es zu einem ver­früh­ten Ver­lust gro­ßer Tei­le des Gefie­ders, so dass der wich­ti­ge Schutz nicht mehr gewähr­leis­tet ist.

Die Ursa­che ist unklar. Bis­lang ist nicht ein­mal bekannt, ob Bak­te­ri­en oder Viren für die Krank­heit ver­ant­wort­lich sind. Immer­hin scheint die­se nicht sehr anste­ckend zu sein, betrof­fen waren jeweils nur weni­ge Indi­vi­du­en.

Im Janu­ar 2014 ist die Krank­heit erst­mals bei Pin­gui­nen in der Ant­ark­tis beob­ach­tet wor­den, und zwar in der Ade­lie­pin­guin­ko­lo­nie in Hope Bay (Bahia Espe­r­an­za) im Nord­os­ten der Ant­ark­ti­schen Pen­in­su­la. Dort befin­det sich in unmit­tel­ba­rer Nach­bar­schaft der argen­ti­ni­schen Sta­ti­on Espe­r­an­za eine der größ­ten Ade­lie­pin­guin­ko­lo­nien der Ant­ark­tis mit etwa 120.000 Brut­paa­ren. Wäh­rend einer rou­ti­ne­mä­ßi­gen Zäh­lung im Janu­ar fiel ein 15-20 Tage altes Küken auf, des­sen Federn zu gro­ßen Tei­len aus­ge­fal­len waren, so dass die Haut weit­flä­chig ent­blößt war. Die ver­blie­be­nen Federn waren so lose, dass ein kräf­ti­ger Wind­stoß reich­te, sie zu ent­fer­nen. Läu­se oder ande­re Ursa­chen konn­ten nicht fest­ge­stellt wer­den. Trotz eines ansons­ten kräf­tig erschei­nen­den Zustan­des starb das Küken 2 Tage spä­ter.

Kurz dar­auf wur­de in einer zwei­ten Sub­ko­lo­nie, etwa 1 Kilo­me­ter ent­fernt, ein zwei­ter Fall fest­ge­stellt. Die­ser zwei­te erkrank­te Pin­gu­in konn­te jedoch nicht genau­er unter­sucht wer­den, son­dern ver­schwand und ist mut­maß­lich eben­falls gestor­ben.

Wei­te­re erkrank­te Pin­gui­ne wur­den nicht gefun­den. Ver­mut­lich betrifft die Krank­heit nur Pin­gui­ne mit einem geschwäch­ten Immun­sys­tem oder einer ander­wei­tig ungüns­ti­gen Dis­po­si­ti­on, etwa auf gene­ti­scher Ebe­ne.

Der Ver­brei­tungs­weg der Krank­heit von Süd­ame­ri­ka oder Süd­afri­ka in die Ant­ark­tis ist, wie auch eine even­tu­el­le wei­te­re Aus­brei­tung dort, bis­lang völ­lig unbe­kannt. Es liegt jedoch die Ver­mu­tung nahe, dass argen­ti­ni­sches Sta­ti­ons­per­so­nal, das auch in Argen­ti­ni­en Kon­takt zu Pin­gui­nen hat­te, eine Rol­le gespielt hat. Auch die Ver­brei­tung des Erre­gers durch Tou­ris­ten, die von Süd­ame­ri­ka aus in die Ant­ark­tis rei­sen, kommt als Mög­lich­keit in Betracht; jedoch ist die Des­in­fek­ti­on von Stie­feln und die Rei­ni­gung von Beklei­dung vor Ankunft in der Ant­ark­tis seit eini­gen Jah­ren für Tou­ris­ten vor­ge­schrie­ben, um die Aus­brei­tung von Krank­hei­ten und die unbe­ab­sich­tig­te Ein­fuhr neu­er Arten zu ver­hin­dern.

Von Feder­ver­lust-Krank­heit betrof­fe­nes Ade­lie­pin­guin­kü­ken. Hope Bay, Janu­ar 2014, Foto: And­res Bar­bo­sa.

Federverlust-Krankheit bei Adeliepinguinküken, Hope Bay, Antarktis

Quel­le: Ant­arc­tic Sci­ence

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