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Jahres-Archiv: 2020


Auf See – 20.-22. Febru­ar 2020

Drei See­ta­ge tren­nen Camp­bell Island von den Bal­le­ny Islands – wenn es glatt läuft. Es läuft glatt. Die See ist ruhig, wir kom­men gut vor­wärts. Die Alba­tros­se wer­den spär­li­cher, die ers­ten Eis­ber­ge tau­chen am Hori­zont auf. Das Vor­trags­pro­gramm läuft, eben­so die Vor­be­rei­tun­gen für die Ant­ark­tis. Hier tes­ten wir das Not­zelt und gehen die Sicher­heits­aus­rüs­tung durch.

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Camp­bell Island – 19th Febru­ary 2020

It was a bit fog­gy today, but other than that, Camp­bell Island was good to us. No wind or any­thing else that would have made our lives dif­fi­cult. So we could easi­ly go ashore, full ahead 🙂 the­re is quite den­se vege­ta­ti­on also here on Camp­bell Island near the shore and when the­re is no wind, such as today near the landing site, a wea­the­red con­cre­te plat­form that belongs to the for­mer wea­ther sta­ti­on, then the­re are a lot of fly­ing beasts that bite and bother you. But as soon as you start wal­king a bit hig­her up then you lea­ve the biting beast area behind (I am sure experts would use a dif­fe­rent ter­mi­no­lo­gy but I am not an insec­to­lo­gist).

The way takes us through the area of the wea­ther sta­ti­on that was aban­do­ned in 1995 and soon the low but den­se coas­tal forest is get­ting more and more open. A board­walk is win­ding up and bet­ween some hills across to the other side of the island.

Camp­bell Island is, among­st others, famous for its mega­herbs – beau­tiful, lar­ge flowers that may reach this remar­kab­le size in order to be able to gather more light to crea­te a warm micro­cli­ma­te within the flower, some­thing that keeps the insects hap­py that the flowers rely on for pol­len­ati­on. And of cour­se for birds. The­re are many inte­res­t­ing spe­ci­es. Some of us were lucky enough to see the famous sni­pe, which was only dis­co­ver­ed in 1997 on neigh­bou­ring Jac­quemart Island. In 2001, when Camp­bell Island its­elf was rat-free again, the sni­pe could re-occu­py the main island again.

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For many, the main attrac­tion will have been the maje­s­tic roy­al alba­tros­ses that breed high up on the win­dy slo­pes and hills.

The­re was not much to be seen of the view on the west side of the island. But that didn’t mat­ter too much. The­re was so much beau­ty other than that.

Now we have got a cou­ple of days at sea ahead of us. We have set cour­se for the Bal­le­ny Islands.

Camp­bell Island – 19. Febru­ar 2020

Heu­te war es zwar recht neb­lig, aber ein­fach. Kein Wind oder sonst etwas, was einem das Leben schwer machen wür­de. Also nichts wie los an Land, vol­le Kraft vor­aus 🙂 auch auf Camp­bell Island gibt es ufer­nah eine sehr dich­te Vege­ta­ti­on und bei Wind­stil­le, wie hier an der klei­nen Lan­de­platt­form der ehe­ma­li­gen Wet­ter­sta­ti­on, viel klei­nes Vieh­zeug, was umher­fliegt und sticht. Aber sobald man das ufer­na­he Gelän­de ein paar Meter hin­ter sich gelas­sen hat, bleibt auch das ste­chen­de Krab­bel­zeug zurück (Fach­leu­te hät­ten sicher­lich eine ande­re Ter­mi­no­lo­gie, aber ich bin kein Insek­to­lo­ge).

Der Weg führt ent­lang der Gebäu­de der 1995 auf­ge­ge­be­nen Wet­ter­sta­ti­on, und bald wird der nied­ri­ge Wald lich­ter und es geht im frei­en Gelän­de hügel­auf und hügel­ab quer über Camp­bell Island. Die Insel ist berühmt für ihre Mega­flo­ra: groß­wüch­si­ge Kräu­ter, die mit ihren wei­ten Blü­ten das weni­ge Licht, das durch Wol­ken und Nebel dringt, effek­tiv sam­meln. Und natür­lich für ihre viel­fäl­ti­ge Vogel­welt. Eini­ge hat­ten das Glück, die Camp­bell-Schnep­fe zu sehen, eine Art, die erst 1997 auf einer klei­nen Neben­in­sel ent­deckt wur­de. Sobald Camp­bell Island 2001 nach einem gro­ßen Pro­jekt rat­ten­frei gewor­den war, konn­te die­ser klei­ne Vogel wie­der auf der Haupt­in­sel ein­zie­hen.

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Aber berühmt sind natür­lich vor allem die Königs­al­ba­tros­se, die weit oben auf den win­di­gen Hügeln auf ihren Nes­tern sit­zen.

Von der schö­nen Sicht auf die schrof­fe der West­küs­te der Insel war heu­te nicht viel zu sehen. Dafür ansons­ten viel Schö­nes.

Nun haben wir ein paar See­ta­ge vor uns, mit Kurs auf die Bal­le­ny Inseln.

Auck­land Island – 18. Febru­ar 2020

Nach einem Tag auf See haben wir die Auck­land Islands erreicht. Recht unge­müt­li­che Über­fahrt übri­gens, für den ers­ten Tag auf dem Schiff. Aber nun waren wir hier.

»Hier«, das war vor Enderby Island, der nörd­li­chen Neben­in­sel von Auck­land Island. Auf Enderby woll­ten wir anlan­den. Ging aber nicht. Von Osten roll­te die Dünung her­ein und brach in einer mäch­ti­gen Bran­dung am Ufer.

Egal – es war ja nicht so, dass wir nicht noch ande­re, viel­leicht sogar bes­se­re Mög­lich­kei­ten hat­ten. Mit den Zodiacs ging es durch die diver­sen Buch­ten von Port Ross. Ich fühl­te mich land­schaft­lich sehr an die Sun­de und Inseln in Feu­er­land erin­nert, vor zwei Jah­ren. Ganz ähn­li­che Vege­ta­ti­on, ein sehr dich­ter, strup­pi­ger Wald über dem Ufer, aus dem immer wie­der exo­ti­sche Vögel rie­fen. Für Vogel­kund­ler ist das ja sowie­so ein Para­dies hier, und es gab auch eini­ges zu sehen, wie der ende­mi­sche Auck­land Kor­mo­ran, der Neu­see­land-Pie­per (die genau­en deut­schen Namen muss ich noch nach­schla­gen), das Küken eines Ruß­al­ba­tros­ses, und der eine oder ande­re See­lö­we … wir haben auch die Basalt­säu­len gefun­den, die schon M’Cormick bewun­der­te, der Natur­kund­ler von James Clark Ross, wel­cher 1840 hier die ers­ten See­kar­ten zeich­ne­te und einen lesens­wer­ten Bericht über sei­nen Besuch auf die­sen Inseln hin­ter­ließ.

Mr. M’Cormick, who remarks that the for­ma­ti­on of the­se (Anm.: Auck­land Islands), as well as Camp­bell Islands, is vol­ca­nic, and con­sti­tu­ted chief­ly of basalt and green­stone, espe­ci­al­ly calls atten­ti­on to »Deas’ Head,« a pro­mon­to­ry of Auck­land Island, as being of gre­at geo­lo­gi­cal inte­rest, exhi­bi­ting fine colum­ns, three hundred feet high, which are high­ly magne­tic.

James Clark Ross (1847):
A Voya­ge of Dis­co­very and Rese­arch in the Sou­thern and Ant­ar­c­tic Regi­ons,
During the Years 1839-43

(Herr M’Cormick, der anmerk­te, dass die Bil­dung die­ser Inseln (Anm.: Auck­land Inseln), sowie der Camp­bell Inseln, vul­ka­ni­scher Natur ist und sie vor allem aus Basalt und Grün­stein bestehen, wies ins­be­son­de­re auf »Deas’ Head« hin, ein Kap auf Auck­land Island, das von gro­ßem geo­lo­gi­schen Inter­es­se sei, mit schö­nen Basalt­säu­len, drei­hun­dert Fuß hoch, die stark magne­tisch sind).

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Spä­ter waren wir noch mal drau­ßen, in Car­n­ley Har­bour, im Süden der Haupt­in­sel Auck­land Island. Eine unglaub­li­che Ecke! Land­schaft, Tie­re … der Wahn! Aber ich mus auf­hö­ren zu schrei­ben, ich habe zu tun.

Bluff – Ant­ark­tis-Vor­be­rei­tun­gen

Wuss­ten Sie, dass Bluff nicht nur die süd­lichs­te Stadt Neu­see­lands ist, son­dern auch die ältes­te? 1824 ließ James Spen­cer sich dort nie­der und grün­de­te eine Fisch­fang­sta­ti­on. Zu den 21 Ange­stell­ten, die Spen­cer damals hat­te, sind natür­lich viel wei­te­re hin­zu­ge­zo­gen, und das sind natür­lich auch nicht alle Fischer. Heu­te haben sie alle mög­li­chen Beru­fe. Man­che hel­fen Leu­ten wie uns bei den Vor­be­rei­tun­gen für die gro­ße Fahrt in die Ant­ark­tis. Die Men­gen an Lebens­mit­teln und sons­ti­gem Zeug, die wir für eine Fahrt von gut einem Monat Dau­er brau­chen, sind schon ziem­lich unglaub­lich. Meh­re­re Last­wa­gen fah­ren vor, und vie­le Hän­de wer­den gebraucht, bis alles an Bord ist.

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Dann bleibt aber noch Zeit für eine klei­ne Wan­de­rung, über den Aus­sichts­punkt auf Bluff Hill zur ande­ren Sei­te und ober­halb des Ufers wie­der zurück. Schö­ner, dich­ter, wind­ge­peitsch­ter, alter Berg­re­gen­wald der süd­li­chen Brei­ten! Wer­den wir dann so bald nicht wie­der zu sehen bekom­men. Eine fri­sche ozea­ni­sche Bri­se um die Nase und ein wei­ter Blick über den Süden Neu­see­lands und die vor­ge­la­ger­te Insel Ste­wart Island, umge­ben vom wei­ten Süd­oze­an. Dort geht es schon mor­gen hin, hin­aus aufs wei­te Meer, Rich­tung Ant­ark­tis.

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News-Auflistung generiert am 23. Juli 2024 um 17:46:27 Uhr (GMT+1)
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