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Langsame Erholung der Walpopulationen nach dem Walfang

Wenn man von einer „langsamen Erholung der Walpopulationen nach dem Walfang“ auf der Südhalbkugel spricht, dann liegt die Betonung je nach Art eher auf „langsam“ oder eher auf „Erholung“. Allen großen Walen wie Buckelwal, Glattwal und Blauwal ist gemeinsam, dass sie durch den industriellen Walfang im 20. Jahrhundert massivst gelitten haben. Die Bestände wurden von den ursprünglichen Größen auf kleine Bruchteile dezimiert. Dies kann als sicher angenommen werden, auch wenn die genaue Größe der Walpopulationen vor Beginn des Walfangs nicht bekannt ist, sondern nur geschätzt werden kann. Der intensive industrielle Walfang begann etwa 1890 und dauerte ungefähr bis 1970. Bis heute werden allerdings auf der Südhalbkugel Wale gejagt, insbesondere von japanischen Walfängern.

Mit dem heutigen Wissen über die Reproduktionsbiologie, Nahrungsgrundlagen etc. lässt sich modellieren, wie sich die Walbestände künftig entwickeln werden. Natürlich sind Modellrechnungen mit Unsicherheiten behaftet, wie auch bekanntermaßen Prognosen, die sich auf die Zukunft beziehen … trotzdem lassen sich einige Trends ableiten.

Buckelwal in der Gerlache Strait: Natürliches Populationsniveau bereits wieder um 2050?

Buckelwal Gerlache Strait

Die Ergebnisse fallen für die unterschiedlichen Walarten deutlich unterschiedlich aus, wie australische Wissenschaftler ermittelt haben. Am besten stehen wohl die Buckelwale da, von denen vor dem Walfang wohl etwa 100.000 auf der Südhalbkugel gelebt haben mögen. Derzeit beträgt die Population zwar nur etwa ein Drittel davon, aber Buckelwalkühe bringen Jahr für Jahr ein Kalb zur Welt und können sich derzeit über eine solide Nahrungsgrundlage freuen. Mit einem Erreichen der natürlichen (prä-Walfang) Populationsgröße rechnen die australischen Wissenschaftler bereits um 2050.

Anders sieht es bei größeren Arten aus, die sich deutlich langsamer vermehren. So bringt der Südkaper nur alle 2-3 Jahre ein Kalb zur Welt, bei Blauwalen scheint es ebenso zu sein. Bei beiden Arten wird die Population bis 2100, also mehr als 100 Jahre nach Ende des intensiv-industriellen Walfangs, wohl nur die Hälfte der ursprünglichen Größe erreichen. Wenn überhaupt, denn Unsicherheitsfaktoren wie der Klimawandel und dessen Einflüsse auf das marine Nahrungsnetz sowie der immer noch nicht ganz beendete Walfang bleiben bestehen.

Quelle: csirau.au

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Letzte Änderung: 25. Oktober 2017 · Copyright: Rolf Stange
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