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Ushua­ia & Bea­gle-Kanal

Unglaub­lich, wie­viel 152 Men­schen in 31 Tagen fut­tern sol­len. Weit über ein Dut­zend Leu­te kann sich über einen hal­ben, inten­si­ven Tag hin­weg damit beschäf­ti­gen, Kar­tons und Kis­ten mit allem Mög­li­chen von gefro­re­nem Fisch bis zu dicken Melo­nen die Gang­way hoch- und die Trep­pe her­un­ter­zu­tra­gen. Was sich so effi­zi­ent anfühlt, wie einen Koh­le­frach­ter mit Eimer zu bela­den. Aber es hält fit! Und zu sehen, dass auf jeder Fisch­kis­te das MSC-Sie­gel prangt, das Fisch aus nach­hal­ti­ger Fische­rei garan­tie­ren soll, hält die Lau­ne oben. Ist doch was. Etwas schnel­ler wäre es noch gegan­gen, wenn der argen­ti­ni­sche Zoll nicht Stun­den gebraucht hät­te, um die Papie­re für unser Frisch­ge­mü­se zu stem­peln, der Rest ging irgend­wie schnel­ler.

Gleich­zei­tig wird Treib­stoff gebun­kert. Natür­lich herrscht dabei auf dem Schiff strik­tes Rauch­ver­bot. Es hat gewis­sen Unter­hal­tungs­wert zu sehen, wie argen­ti­ni­sche Uni­forms­trä­ger ent­spannt rau­chend an der rat­tern­den Die­sel­pum­pe leh­nen. Gut, dass der Sprit weiß, dass da qua­si der Staat mit dem Glimms­ten­gel steht.

Den sonst übli­chen, letz­ten Gang in irgend­ei­nes der vie­len Cafés in Ushua­ia spa­re ich mir, die Zeit ist schon zu weit fort­ge­schrit­ten, lie­ber noch schnell die Sie­ben­sa­chen in der Kabi­ne ver­tei­len, die ich mir mit mei­nem Kol­le­gen Dmi­tri („Dima“) tei­le, einem rus­si­schen Marin­bio­lo­gen, der in Seat­tle und Japan lebt und lehrt. Ist doch auch mal `ne Bio­gra­phie. Damit fällt man aber nicht all­zu sehr auf in die­sem Team. Auch wenn ich noch nicht alle per­sön­lich ken­ne, aber alle sind alte­be­kann­te Namen in die­ser Bran­che. Leu­te wie Don Mac­Fad­zi­en, der Chef. Er weiß sel­ber gar nicht genau, wie vie­le Rei­sen er schon ins Ross­meer gemacht hat. Oder der stets gut­ge­laun­te Jim May­er, der frü­her mal für den Bri­tish Ant­arc­tic Sur­vey gear­bei­tet hat. Er war damals damit beschäf­tigt, irgend­was in die Luft zu spren­gen, und es soll viel Spaß gemacht haben. Die übri­gen Ant­ark­tis-Jah­re hat er dann aber lie­ber mit weni­ger Knal­le­rei ver­bracht, auf Schif­fen wie unse­rer Orte­li­us.

Der Nach­mit­tag bringt die übli­che Hek­tik, 93 Pas­sa­gie­re hei­ßen wir will­kom­men, brin­gen sie unter, üben zusam­men den Not­fall mit Schwimm­wes­ten und Ret­tungs­boo­ten – auf dass er nie ein­tre­te! Ein Gläs­chen Sekt mit Kapi­tän Ernes­to Bar­ría – auch ein guter, alter Bekann­ter – und dann for­dert der lee­re Magen die ers­te Befül­lung, wäh­rend drau­ßen der Bea­gle-Kanal in leich­tem Nie­sel­re­gen vor­bei­glei­tet. Kurz fällt der Anker noch vor Puer­to Wil­liams, damit 3 chi­le­ni­sche Hub­schrau­ber an Bord flie­gen und ver­staut wer­den kön­nen. Ja, wir haben 1 mehr als vor 2 Jah­ren, aber wir sind ja auch eine grö­ße­re Grup­pe. Schön, auch unter den Hub­schrau­ber­mann­schaf­ten bekann­te Gesich­ter zu sehen, gute, sehr erfah­re­ne Leu­te.

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Letzte Änderung: 12. Januar 2015 · Copyright: Rolf Stange
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