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Jahres-Archiv: 2020 − Reiseblog


Die Odys­see nach Hau­se: Mon­te­vi­deo, Sao Pao­lo, Frank­furt … Dres­den!

Ein gar nicht so klei­nes Wun­der ist gesche­hen! Ich sit­ze im Zug von Frank­furt nach Dres­den.

Ges­tern war das alles irgend­wie noch fern und kaum zu glau­ben, nach all dem Hin und Her. Und doch ging es auf ein­mal. Alle haben, so gut es ging, Flü­ge gebucht. Was natür­lich nicht ganz ein­fach war. Wenn das Schmal­spur-Inter­net an Bord einen zum x-ten Mal beim Bezahl­vor­gang aus der Spur wirft oder es auf­grund von Miss­ver­ständ­nis­sen zu teu­ren Dop­pel­bu­chun­gen kommt, dann kann man es vor dem Hin­ter­grund der Gesamt­si­tua­ti­on schon ver­ste­hen, wenn die Emo­tio­nen mal hoch gehen.

Aber vie­le waren bald mit Flü­gen ver­sorgt, und nun sieht es so aus, als könn­ten über die nächs­ten 2-3 Tage hin­weg alle die bal­di­ge Heim­rei­se antre­ten.

Montevideo

Ich war gleich in der ers­ten Grup­pe, die als Ver­suchs­ka­nin­chen für den „sani­taire cor­ri­dor“ her­hal­ten durf­te. Dar­un­ter ist ein Bus zu ver­ste­hen. Fah­rer hin­ter Glas­schei­be, klar. Vor­weg ein Kran­ken­wa­gen und eine gan­ze Trau­be Poli­zis­ten auf Motor­rä­dern, mit Blau­licht und Lalü­la­la. Muss man ja nicht ver­ste­hen, eine hal­be Stun­de frü­her los­fah­ren hät­te es auch getan, aber egal.

Sehen konn­te ich unter­wegs prak­tisch nichts und foto­gra­fiert habe ich auch nicht, ich saß näm­lich im Bus auf dem Boden, wie auch eini­ge ande­re. Der Super­hy­gie­ne­bus war näm­lich recht über­füllt 🙂

Ab Flug­ha­fen Mon­te­vi­deo dann: eigent­lich eine ganz nor­ma­le Rei­se, nur mit der – für uns zunächst ver­pflich­ten­den – Mas­ke. Natür­lich weni­ger Rei­se­ver­kehr als sonst, aber sogar mehr, als ich gedacht hät­te. Ich bin ja sehr gespannt, wie die neue Rea­li­tät uns Ant­arkton­au­ten nun emp­fängt, erst mal wird wohl nichts mehr sein, wie es war, als wir in Neu­see­land an Bord gegan­gen sind. Und sooo lang ist das nun auch wie­der nicht her.

So geht die­se Rei­se nach Hau­se nun also über­ra­schend gut und schnell zu Ende. Ich hof­fe sehr, dass das auch für alle so sein wird, die noch in Mon­te­vi­deo auf der Orte­li­us und der Plan­ci­us sind – auch von der Plan­ci­us konn­ten ges­tern die ers­ten abrei­sen. Ich drü­cke allen die Dau­men! Gute, schnel­le, siche­re und gesun­de Heim­rei­se Euch allen!

Um es klar zu sagen: Natür­lich war das jetzt kein Wun­der (auch wenn es sich gera­de so anfühlt), son­dern das Ergeb­nis unend­li­cher Ver­hand­lun­gen auf unzäh­li­gen Kanä­len auf vie­len Ebe­nen. Ein ganz gro­ßer Dank geht dafür von mir an Ocean­wi­de Expe­di­ti­ons!

Die Odys­see nach Hau­se: Mon­te­vi­deo – 25. März 2020

Bis hier­her sind wir nun schon mal gekom­men: In den Hafen von Mon­te­vi­deo. Wenn es gut läuft, dann war das vor­hin der letz­te, schö­ne Son­nen­auf­gang auf See für die meis­ten, die­ses Mal mit der Kulis­se von Mon­te­vi­deo im Mit­tel­grund.

Groß­ar­ti­ge Stim­mung ges­tern beim mut­maß­lich letz­ten Abend mit allen zusam­men an Bord, der Orte­li­us-Chor trat auf und es wur­den noch vie­le Lie­der gesun­gen. Abschied.

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Drü­cken wir die Dau­men, dass es wirk­lich der letz­te Abend mit allen zusam­men an Bord war. Noch sind wir alle auf dem Schiff. Ab heu­te und über min­des­tens drei Tage hin­weg soll­ten nach und nach die meis­ten abflie­gen. Nicht alle. Eini­ge wol­len lie­ber an Bord blei­ben, ande­re kom­men auf­grund der Rei­se­be­schrän­kun­gen nicht mehr in ihre Hei­mat­län­der. Mal schau­en, was die nächs­ten Tage hier noch alles brin­gen, noch ist längst nicht alles ent­schie­den und schon gar nicht alles gelau­fen.

Die Odys­see nach Hau­se: Süd­at­lan­tik – 20.-24. März 2020

Die Tage auf der Fahrt nach Nor­den, vom Bea­gle-Kanal zum Rio de la Pla­ta, wo Bue­nos Aires (wer weiß, wer weiß …) und Mon­te­vi­deo (unse­re aktu­el­le Hoff­nung) lie­gen, gestal­te­ten sich erstaun­lich ange­nehm. Vie­le fan­den eini­ger­ma­ßen wie­der zurück zu ein wenig inne­rer Ruhe und konn­ten sich über das offe­ne Meer, blau­en Him­mel und schö­ne Son­nen­un­ter­gän­ge freu­en, über Vögel, Del­fi­ne und Wale, den einen oder ande­ren Vor­trag oder Film und ganz all­ge­mein über eine gelös­te Stim­mung.

Im Hin­ter­grund wird flei­ßig wei­ter ver­han­delt. Kon­su­la­te, Bot­schaf­ten, Regie­run­gen, Rei­se­bü­ros, und natür­lich Ocean­wi­de Expe­di­ti­ons in Vlis­sin­gen (Nie­der­lan­de), wo die Fäden zusam­men- und die Dräh­te heiß­lau­fen.

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Wir set­zen unse­re Hoff­nun­gen der­zeit auf Mon­te­vi­deo.

Die Odys­see nach Hau­se: Bue­nos Aires (oder auch nicht …), Bea­gle-Kanal – 20. März 2020

In Ushua­ia war also nichts zu machen, wir muss­ten an Bord blei­ben. Wir waren schon für alle Fäl­le gerüs­tet, hat­ten Die­sel, Lebens­mit­tel und Medi­ka­men­te für gut einen Monat an Bord genom­men – damit wür­den wir bei Bedarf auch bis nach Hol­land kom­men.

Wobei wir nach Mög­lich­keit natür­lich ger­ne schnel­ler nach Hau­se wol­len. Ob es die Arbeit ist, die ruft, oder Ange­hö­ri­ge – jeder und jede hat gute Grün­de. Aber das Coro­na-Virus ver­sperrt der­zeit so ziem­lich alle Wege. Argen­ti­ni­en droht damit, kom­plett dicht zu machen, und bevor wir even­tu­ell gar nicht mehr weg dür­fen, fah­ren wir los.

Zunächst hieß es, wir könn­ten von Bue­nos Aires aus flie­gen, nur bis dort­hin müss­ten wir mit dem Schiff fah­ren. Ein gül­ti­ges Flug­ti­cket sei Vor­aus­set­zung, um das Schiff ver­las­sen zu dür­fen. Natür­lich nicht für eine nor­ma­le Ein­rei­se ins Land, son­dern nur für einen »sani­tä­ren Kor­ri­dor« (ich stel­le mir dar­un­ter eine Art iso­lier­ten, bewach­ten Bus vor) zum Flug­ha­fen, und dann direkt ab. So wur­den flei­ßig Flü­ge bestellt.

Die­se Hoff­nung währ­te nicht lan­ge. Argen­ti­ni­en wür­de schnel­ler dicht machen, als wir nach Bue­nos Aires gelan­gen wür­den, ein paar Tage brau­chen wir ja für die gut 1500 See­mei­len. Das wird nichts.

Dafür gab es eine wun­der­schö­ne Pas­sa­ge durch den Bea­gle-Kanal. Da fährt man ja sonst immer nur im Dun­keln durch bezie­hungs­wei­se am ers­ten Tag einer Rei­se, wenn man vor lau­ter Brie­fings und Ret­tungs­boo­t­übung etc. sowie­so nicht viel mit­be­kommt.

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Vor Puer­to Wil­liams haben wir uns von unse­ren jeweils 3 Hub­schrau­ber­pi­lo­ten und –mecha­ni­kern ver­ab­schie­det, die end­lich die Geneh­mi­gung beka­men, mit ihren Maschi­nen abzu­flie­gen. Noch nicht ein­mal das war klar! Chi­le­ni­sche Hub­schrau­ber mit chi­le­ni­schen Pilo­ten und Mecha­ni­kern woll­ten nach Chi­le und durf­ten zunächst nicht! Die Welt ist schon irre der­zeit, und die Erleich­te­rung war über­all groß, als sie dann doch grü­nes Licht beka­men. Es wur­de ein war­mer Abschied mit viel Win­ken und Ehren­run­den ums Schiff.

Ushua­ia und wei­ter: die Odys­see nach Hau­se beginnt – 19. März 2020

Nor­ma­ler­wei­se hät­ten wir uns heu­te ver­ab­schie­det, die Pas­sa­gie­re wären vom Schiff gegan­gen, eine neue Grup­pe wäre gekom­men und so wei­ter. Aber nicht heu­te. Nicht in die­ser vom Coro­na-Virus beherrsch­ten Welt.

Wir hat­ten noch die lei­se Hoff­nung, dass irgend­wie doch noch etwas gehen wür­de. Immer­hin lag direkt gegen­über die Hon­di­us am Anle­ger und wir konn­ten zuschau­en, wie dort Pas­sa­gie­re aus­stie­gen, in Bus­se ein­stie­gen und zum Flug­ha­fen fuh­ren. Wir sahen dort auch Flie­ger lan­den und star­ten. Aber wir – durf­ten nicht. Leu­te saßen auf gepack­ten Rei­se­ta­schen, mit gül­ti­gen Flug­ti­ckets in der Tasche. Es half alles nichts.

Der Unter­schied zwi­schen Orte­li­us und Hon­di­us? Hon­di­us ist von Ushua­ia in die Ant­ark­tis und zurück nach Ushua­ia gefah­ren und hat damit aus argen­ti­ni­scher (!) Sicht eine Inlands­rei­se in Argen­ti­ni­en gemacht, plus etwas hohe See. Und wir mit der Orte­li­us? Haben eine inter­na­tio­na­le Rei­se gemacht, denn wir kom­men ja aus Neu­see­land. Dass wir 32 Tage unter­wegs waren, ohne unter­wegs irgend­wel­che Men­schen gese­hen zu haben – wen interessiert’s.

Dan­ke, Argen­ti­ni­en!

So ging der Tag dahin und damit die Hoff­nung, die Heim­rei­se doch noch auf nor­ma­lem und eini­ger­ma­ßen direk­tem Wege antre­ten zu kön­nen, und schließ­lich wur­den die Taschen wie­der aus­ge­packt.

Ushuaia

Ross­meer – Ushua­ia – 03.-18. März 2020

Die­se Rei­se hat­te so gut ange­fan­gen, aber nun war das Glück uns nicht mehr hold. Nach einem stür­mi­schen Tag von Ross Island Rich­tung Ross Eis­schelf begann das süd­li­che Ross­meer auf gro­ßer Flä­che zuzu­frie­ren. Wun­der­schön anzu­se­hen, aber eine weit­flä­chi­ge, zähe Mas­se, die uns Geschwin­dig­keit und damit wert­vol­le Zeit kos­te­te.

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Den Ross Eis­schelf am Rand der Bay of Wha­les erreich­ten wir am spä­ten Abend des 04. März. Wobei »erreich­ten« rela­tiv ist. In zwölf Mei­len (22 Kilo­me­tern) Ent­fer­nung wur­de deut­lich, dass die wei­te­re Fahrt in die­se Rich­tung wenig Sinn hat­te. Der Eis­schelf war gera­de mal im Fern­glas erkenn­bar. Bei der ein­set­zen­den Dun­kel­heit und ein­zie­hen­den Wol­ken lie­ßen wir not­ge­drun­gen auch die Hub­schrau­ber an Deck ste­hen. Das über­all um uns her­um schnell zufrie­ren­de Meer, das auf­zie­hen­de Wet­ter und die sicht­lich knap­per wer­den­den zeit­li­chen Reser­ven lie­ßen kei­ne ande­re Wahl als Abzug, nach­dem wir dem Eis­schelf ein­mal aus der Fer­ne zuge­winkt hat­ten. Scha­de.

In den nächs­ten Tagen erleb­ten wir wei­te­re Über­ra­schun­gen mit dem Eis, das über­all auf gro­ßer Flä­che in kur­zer Zeit ent­stand. Fas­zi­nie­rend und schön, aber lei­der auch hin­der­lich und zeit­rau­bend.

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Die bei­den Tage, die am Ende weh­tun soll­ten, waren der 6. und der 7. März. Unter Voll­dampf unter­wegs Rich­tung Bel­lings­hau­sen See und Peter I. Island, hät­ten wir sehr ger­ne ein Etmal (Ent­fer­nung inner­halb von 24 Stun­den Fahrt), das war der Plan. Aber auch die­se Tage ver­brach­ten wir damit, lang­sam durch Eis zu kur­ven – völ­lig uner­war­tet, denn laut Eis­kar­ten hät­te hier weit und breit frei­es Was­ser sein sol­len. So waren wir am 7. März früh 20 Mei­len wei­ter von Peter I. Island ent­fernt als 2 Tage frü­her zur sel­ben Zeit. Zwei vol­le Tage ver­lo­ren! Das war nicht gut.

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Dann kamen wir immer­hin recht gut vor­an, aber nicht schnell genug, um die ver­lo­re­ne Zeit wie­der auf­zu­ho­len. Am 13. März beka­men wir in der Früh Peter I. Island in den Blick, wenn auch recht wol­ken­ver­han­gen und stür­misch.

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Schon zuvor war klar gewor­den, dass wir aus Zeit­grün­den not­ge­drun­gen gezwun­gen waren, von der Peter I. Insel aus direkt Kurs auf Ushua­ia zu set­zen. Selbst dabei durf­te nun wet­ter­mä­ßig nicht all­zu viel schief gehen, um recht­zei­tig im Hafen zu sein. Die Fahrt zur ant­ark­ti­schen Halb­in­sel ließ sich beim bes­ten Wil­len nun nicht mehr ein­bau­en. Kei­ne Fra­ge, dass das zu Ent­täu­schung führ­te, wobei die Emo­tio­nen schon auch mal höher gin­gen. Ich kann nicht sagen, dass ich den Rest der Fahrt genos­sen hät­te. Ich glau­be nicht, dass ich das jemals schon mal so im Blog geschrie­ben habe, aber so war es nun mal.

Die Tage Rich­tung Tier­ra del Fue­go ver­lie­fen über­wie­gend recht stür­misch. Vor allem in der Gegend ums Kap Hoorn, das wegen mäßi­ger Sicht nicht in den Blick kam, gab es ordent­lich Rock’n’Roll.

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Ushua­ia erreich­ten wir schließ­lich gera­de so pünkt­lich am Mor­gen des 18. März. Von hier an stan­den aller­dings gro­ße Fra­ge­zei­chen über allem wei­te­ren: Aus­stei­gen, Ver­ab­schie­den, Heim­rei­se – die anschlie­ßen­de, letz­te Fahrt der Orte­li­us zur Ant­ark­ti­schen Halb­in­sel war ohne­hin bereits abge­sagt wor­den. Das Coro­na-Virus hat die Welt außer­halb der Ant­ark­tis nun fest im Griff, und was das für uns bedeu­te­te, wür­de sich erst noch zei­gen müs­sen.

Kap Evans – 02. März 2020

Die Wet­ter­vor­her­sa­ge ver­sprach ein güns­ti­ges Fens­ter für die­sen Vor­mit­tag. Wir haben uns recht­zei­tig am Kap Evans im McMur­do Sound in Posi­ti­on gebracht und waren gespannt. Immer noch deut­lich über 20 Kno­ten Wind (Wind­stär­ke 5-6), das ist nicht gera­de opti­mal, vor­sich­tig for­mu­liert, und zusam­men mit -12°C auch recht frisch.

Es ging aber. So hat­ten wir alle die Mög­lich­keit, die berühm­te Dis­co­very-Hüt­te zu besu­chen, die wäh­rend Scotts letz­ter Expe­di­ti­on gebaut wur­de und von der aus er sei­nen Marsch zum Süd­pol begann, von dem er und sei­ne Beglei­ter nicht mehr zurück­kehr­ten.

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Wir hat­ten immer noch eine Ein­la­dung zur neu­see­län­di­schen Scott Base und da laut Info von dort die Bedin­gun­gen vor Ort güns­tig zu sein schie­nen, haben wir am Nach­mit­tag noch ein­mal Kurs auf das Ende der Hut Point Pen­in­su­la im Süd­wes­ten von Ross Island gesetzt. Aber der Wind wur­de rasch stär­ker, es war kalt und wild und bald klar, dass wir dort nichts mehr errei­chen wür­den. So haben wir wie­der nörd­li­chen Kurs gesetzt, um Ross Island her­um, Rich­tung Ross Island und Bay of Wales.

McMur­do Sound – 01. März 2020

Auch heu­te steht im McMur­do Sound ein stür­mi­scher Wind. An eine Anlan­dung ist erst mal nicht zu den­ken. Die Ant­ark­tis ist kein Pony­hof, und das Ross­meer schon gar nicht.

Aber spä­ter kommt die Son­ne wie­der her­aus. Es ist eisig kalt, auf wei­ten Flä­chen bil­det sich jun­ges Eis. Fan­tas­ti­sches Licht … und über­all Kai­ser­pin­gui­ne! Ant­ark­tis pur!

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Tay­lor Val­ley – 29. Febru­ar 2020

Der Tag begann, wie der gest­ri­ge ende­te: win­dig und grau. Sehr win­dig sogar, und sehr grau.

Auf der West­sei­te des McMur­do Sound schien aber die Son­ne und der Wind ließ etwas nach. Fan­tas­ti­sche Eis­bil­dung auf dem Was­ser! Auf ein paar Mei­len lehr­buch­ar­tig das gesam­te Spek­trum von Eis­schlamm auf dem Was­ser über ver­schie­de­ne Sta­di­en von Pfann­ku­chen­eis bis zu soli­den Schol­len.

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Bald waren die Hub­schrau­ber klar­ge­macht, und nach und nach beka­men alle die Gele­gen­heit, die berühm­ten Dry Val­leys zu betre­ten. Eine klei­ne, aber sehr fei­ne Run­de am Cana­da Gla­cier im Tay­lor Val­ley. Groß­ar­tig!

McMur­do Sound – 28. Febru­ar 2020

Nun haben wir das Kern­ge­biet der Fahrt erreicht, den McMur­do Sound, das Herz des Ross­mee­res.

Aller­dings, wie es scheint, zum fal­schen Zeit­punkt. Ein Sturm­tief zieht über das gesam­te Ross­meer, und die halb­wegs ruhi­ge Rand­zo­ne, wel­che die Vor­her­sa­ge für den inne­ren McMur­do Sound ver­sprach, exis­tiert lei­der nicht. Kei­ne Chan­ce, bei Wind­ge­schwin­dig­kei­ten bis zu Stär­ke 10 irgend­wo an Land zu kom­men. Cape Royds und Cape Evans zie­hen an uns vor­bei, spä­ter Hut Point, die gro­ße McMur­do Base und die neu­see­län­di­sche Scott Base. Bis dahin ist das Meer­eis auf­ge­bro­chen! Das kommt auch bei wei­tem nicht jedes Jahr vor. Bei der Käl­te – der­zeit -12 Grad – fängt es aber auch schon sicht­bar an, wie­der zu gefrie­ren. Graue Strei­fen aus Eis­schlamm zie­hen sich über­all über die Wel­len.

mcmur­do sound (Gale­rie):

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Ter­ra Nova Bay – 28. Febru­ar 2020

Das Wet­ter in der Gegend um die Ter­ra Nova Bay, auf hal­bem Weg zwi­schen Cape Ada­re und McMur­do Sound gele­gen, ist nicht gera­de pri­ckelnd. Auf Inex­pres­si­ble Island, wo Scotts „nort­hern par­ty“ 1912 einen uner­freu­li­chen Win­ter ver­brach­te und Chi­na der­zeit den Bau einer neu­en Sta­ti­on vor­be­rei­tet, gibt es kei­ne Chan­ce zur Anlan­dung (juhu, end­lich eine neue Sta­ti­on in der Ant­ark­tis! Chi­na hat bis­her ja auch erst vier davon, glau­be ich, und in der Ter­ra Nova Bay gibt es bis­her ja auch nur drei Sta­tio­nen, da muss man drin­gend noch irgend­wo eine wei­te­re hin­bau­en!)

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Wir pas­sie­ren die ita­lie­ni­sche Mario Zuc­chel­li Base und die deut­sche Gond­wa­na Sta­ti­on und fin­den eine Bucht, die soweit geschützt ist, dass wir in die Zodiacs stei­gen kön­nen. Eine schö­ne klei­ne Aus­fahrt mit vie­len Rob­ben, eini­gen Adé­lie­pin­gui­nen und ein­drück­li­cher Land­schaft. Spä­ter klart die Sicht mehr und mehr auf.

Unter­wegs nach Süden im Ross­meer – 27. Febru­ar 2020

Ins­ge­samt ist der­zeit wenig Eis im Ross­meer unter­wegs, aber vor Cape Hal­let liegt ein wei­ter Eis­gür­tel.
 
Wir machen Dampf und sehen zu, dass wir wei­ter nach Süden kom­men.
 

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Kap Ada­re – Robert­son Bay – 25. Febru­ar 2020

Früh­mor­gens waren wir am Kap Ada­re zur Lan­dung bereit, aber die Bran­dung war zu hoch und das Ufer fast voll­stän­dig von gro­ßen Eis­blö­cken blo­ckiert.

Dafür war das Wet­ter ein paar Mei­len wei­ter süd­lich in der Robert­son Bay umso bes­ser. Zeit, die Hub­schrau­ber in die Luft zu krie­gen und ein paar sehr spek­ta­ku­lä­re Ein­drü­cke von die­ser rie­si­gen Glet­sch­er­land­schaft von oben zu krie­gen.

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Auf See – 24. Febru­ar 2020

Von den Bal­le­ny Islands zum Kap Ada­re ist es noch mal ein Tag auf See. Wir wachen mit Schnee auf den Decks auf, die Sicht ist immer mal von Schnee­schau­ern getrübt und nach­mit­tags kommt etwas See­gang auf. Solan­ge wir gute Geschwin­dig­keit hal­ten kön­nen, spielt das aber kei­ne Rol­le. Dafür wer­den wir den gan­zen Nach­mit­tag über von Ant­ark­tis-Sturm­vö­geln beglei­tet.

Antarctic Petrel

Bal­le­ny Islands – 23. Febru­ar 2020

Die Bal­le­ny Islands sind eine klei­ne, wil­de, sehr abge­le­ge­ne Insel­grup­pe direkt am Süd­po­lar­kreis, nord­west­lich vom Ross­meer. Schrof­fe, eis­be­deck­te Fel­sen. Es muss schon gut lau­fen, damit man da wirk­lich mal in die Nähe kommt.

Es lief gut. Zwar nicht auf Anhieb – Stur­ge Island woll­te uns nicht so recht haben – aber bei Sabri­na Island, am Süd­ende von Buck­le Island, ging es für alle in die Zodiacs. Eine Anlan­dung kann man hier ver­ges­sen, das las­sen See­gang, Gelän­de und an den weni­gen brauch­ba­ren Stel­len die Spiel­re­geln nicht zu. Macht aber nichts. Man kommt mit den Boo­ten ja wun­der­bar nah ran. Eine sehr wil­de Ufer­land­schaft und viel Eis. Dazu eine tol­le Tier­welt. Kehl­streif­pin­gui­ne, wie man ver­mu­ten könn­te. Dazwi­schen, ziem­lich unver­mu­tet, ein ein­sa­mer Königs­pin­gu­in.

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News-Auflistung generiert am 15. April 2021 um 08:19:41 Uhr (GMT+1)
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