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Monats-Archiv: Februar 2020 − Reiseblog


Tay­lor Val­ley – 29. Febru­ar 2020

Der Tag begann, wie der gest­ri­ge ende­te: win­dig und grau. Sehr win­dig sogar, und sehr grau.

Auf der West­sei­te des McMur­do Sound schien aber die Son­ne und der Wind ließ etwas nach. Fan­tas­ti­sche Eis­bil­dung auf dem Was­ser! Auf ein paar Mei­len lehr­buch­ar­tig das gesam­te Spek­trum von Eis­schlamm auf dem Was­ser über ver­schie­de­ne Sta­di­en von Pfann­ku­chen­eis bis zu soli­den Schol­len.

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Bald waren die Hub­schrau­ber klar­ge­macht, und nach und nach beka­men alle die Gele­gen­heit, die berühm­ten Dry Val­leys zu betre­ten. Eine klei­ne, aber sehr fei­ne Run­de am Cana­da Gla­cier im Tay­lor Val­ley. Groß­ar­tig!

McMur­do Sound – 28. Febru­ar 2020

Nun haben wir das Kern­ge­biet der Fahrt erreicht, den McMur­do Sound, das Herz des Ross­mee­res.

Aller­dings, wie es scheint, zum fal­schen Zeit­punkt. Ein Sturm­tief zieht über das gesam­te Ross­meer, und die halb­wegs ruhi­ge Rand­zo­ne, wel­che die Vor­her­sa­ge für den inne­ren McMur­do Sound ver­sprach, exis­tiert lei­der nicht. Kei­ne Chan­ce, bei Wind­ge­schwin­dig­kei­ten bis zu Stär­ke 10 irgend­wo an Land zu kom­men. Cape Royds und Cape Evans zie­hen an uns vor­bei, spä­ter Hut Point, die gro­ße McMur­do Base und die neu­see­län­di­sche Scott Base. Bis dahin ist das Meer­eis auf­ge­bro­chen! Das kommt auch bei wei­tem nicht jedes Jahr vor. Bei der Käl­te – der­zeit -12 Grad – fängt es aber auch schon sicht­bar an, wie­der zu gefrie­ren. Graue Strei­fen aus Eis­schlamm zie­hen sich über­all über die Wel­len.

mcmur­do sound (Gale­rie):

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Ter­ra Nova Bay – 28. Febru­ar 2020

Das Wet­ter in der Gegend um die Ter­ra Nova Bay, auf hal­bem Weg zwi­schen Cape Ada­re und McMur­do Sound gele­gen, ist nicht gera­de pri­ckelnd. Auf Inex­pres­si­ble Island, wo Scotts „nort­hern par­ty“ 1912 einen uner­freu­li­chen Win­ter ver­brach­te und Chi­na der­zeit den Bau einer neu­en Sta­ti­on vor­be­rei­tet, gibt es kei­ne Chan­ce zur Anlan­dung (juhu, end­lich eine neue Sta­ti­on in der Ant­ark­tis! Chi­na hat bis­her ja auch erst vier davon, glau­be ich, und in der Ter­ra Nova Bay gibt es bis­her ja auch nur drei Sta­tio­nen, da muss man drin­gend noch irgend­wo eine wei­te­re hin­bau­en!)

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Wir pas­sie­ren die ita­lie­ni­sche Mario Zuc­chel­li Base und die deut­sche Gond­wa­na Sta­ti­on und fin­den eine Bucht, die soweit geschützt ist, dass wir in die Zodiacs stei­gen kön­nen. Eine schö­ne klei­ne Aus­fahrt mit vie­len Rob­ben, eini­gen Adé­lie­pin­gui­nen und ein­drück­li­cher Land­schaft. Spä­ter klart die Sicht mehr und mehr auf.

Unter­wegs nach Süden im Ross­meer – 27. Febru­ar 2020

Ins­ge­samt ist der­zeit wenig Eis im Ross­meer unter­wegs, aber vor Cape Hal­let liegt ein wei­ter Eis­gür­tel.
 
Wir machen Dampf und sehen zu, dass wir wei­ter nach Süden kom­men.
 

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Kap Ada­re – Robert­son Bay – 25. Febru­ar 2020

Früh­mor­gens waren wir am Kap Ada­re zur Lan­dung bereit, aber die Bran­dung war zu hoch und das Ufer fast voll­stän­dig von gro­ßen Eis­blö­cken blo­ckiert.

Dafür war das Wet­ter ein paar Mei­len wei­ter süd­lich in der Robert­son Bay umso bes­ser. Zeit, die Hub­schrau­ber in die Luft zu krie­gen und ein paar sehr spek­ta­ku­lä­re Ein­drü­cke von die­ser rie­si­gen Glet­sch­er­land­schaft von oben zu krie­gen.

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Auf See – 24. Febru­ar 2020

Von den Bal­le­ny Islands zum Kap Ada­re ist es noch mal ein Tag auf See. Wir wachen mit Schnee auf den Decks auf, die Sicht ist immer mal von Schnee­schau­ern getrübt und nach­mit­tags kommt etwas See­gang auf. Solan­ge wir gute Geschwin­dig­keit hal­ten kön­nen, spielt das aber kei­ne Rol­le. Dafür wer­den wir den gan­zen Nach­mit­tag über von Ant­ark­tis-Sturm­vö­geln beglei­tet.

Antarctic Petrel

Bal­le­ny Islands – 23. Febru­ar 2020

Die Bal­le­ny Islands sind eine klei­ne, wil­de, sehr abge­le­ge­ne Insel­grup­pe direkt am Süd­po­lar­kreis, nord­west­lich vom Ross­meer. Schrof­fe, eis­be­deck­te Fel­sen. Es muss schon gut lau­fen, damit man da wirk­lich mal in die Nähe kommt.

Es lief gut. Zwar nicht auf Anhieb – Stur­ge Island woll­te uns nicht so recht haben – aber bei Sabri­na Island, am Süd­ende von Buck­le Island, ging es für alle in die Zodiacs. Eine Anlan­dung kann man hier ver­ges­sen, das las­sen See­gang, Gelän­de und an den weni­gen brauch­ba­ren Stel­len die Spiel­re­geln nicht zu. Macht aber nichts. Man kommt mit den Boo­ten ja wun­der­bar nah ran. Eine sehr wil­de Ufer­land­schaft und viel Eis. Dazu eine tol­le Tier­welt. Kehl­streif­pin­gui­ne, wie man ver­mu­ten könn­te. Dazwi­schen, ziem­lich unver­mu­tet, ein ein­sa­mer Königs­pin­gu­in.

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Auf See – 20.-22. Febru­ar 2020

Drei See­ta­ge tren­nen Camp­bell Island von den Bal­le­ny Islands – wenn es glatt läuft. Es läuft glatt. Die See ist ruhig, wir kom­men gut vor­wärts. Die Alba­tros­se wer­den spär­li­cher, die ers­ten Eis­ber­ge tau­chen am Hori­zont auf. Das Vor­trags­pro­gramm läuft, eben­so die Vor­be­rei­tun­gen für die Ant­ark­tis. Hier tes­ten wir das Not­zelt und gehen die Sicher­heits­aus­rüs­tung durch.

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Camp­bell Island – 19. Febru­ar 2020

Heu­te war es zwar recht neb­lig, aber ein­fach. Kein Wind oder sonst etwas, was einem das Leben schwer machen wür­de. Also nichts wie los an Land, vol­le Kraft vor­aus 🙂 auch auf Camp­bell Island gibt es ufer­nah eine sehr dich­te Vege­ta­ti­on und bei Wind­stil­le, wie hier an der klei­nen Lan­de­platt­form der ehe­ma­li­gen Wet­ter­sta­ti­on, viel klei­nes Vieh­zeug, was umher­fliegt und sticht. Aber sobald man das ufer­na­he Gelän­de ein paar Meter hin­ter sich gelas­sen hat, bleibt auch das ste­chen­de Krab­bel­zeug zurück (Fach­leu­te hät­ten sicher­lich eine ande­re Ter­mi­no­lo­gie, aber ich bin kein Insek­to­lo­ge).

Der Weg führt ent­lang der Gebäu­de der 1995 auf­ge­ge­be­nen Wet­ter­sta­ti­on, und bald wird der nied­ri­ge Wald lich­ter und es geht im frei­en Gelän­de hügel­auf und hüge­lab quer über Camp­bell Island. Die Insel ist berühmt für ihre Mega­f­lo­ra: groß­wüch­si­ge Kräu­ter, die mit ihren wei­ten Blü­ten das weni­ge Licht, das durch Wol­ken und Nebel dringt, effek­tiv sam­meln. Und natür­lich für ihre viel­fäl­ti­ge Vogel­welt. Eini­ge hat­ten das Glück, die Camp­bell-Schnep­fe zu sehen, eine Art, die erst 1997 auf einer klei­nen Neben­in­sel ent­deckt wur­de. Sobald Camp­bell Island 2001 nach einem gro­ßen Pro­jekt rat­ten­frei gewor­den war, konn­te die­ser klei­ne Vogel wie­der auf der Haupt­in­sel ein­zie­hen.

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Aber berühmt sind natür­lich vor allem die Königs­al­ba­tros­se, die weit oben auf den win­di­gen Hügeln auf ihren Nes­tern sit­zen.

Von der schö­nen Sicht auf die schrof­fe der West­küs­te der Insel war heu­te nicht viel zu sehen. Dafür ansons­ten viel Schö­nes.

Nun haben wir ein paar See­ta­ge vor uns, mit Kurs auf die Bal­le­ny Inseln.

Auck­land Island – 18. Febru­ar 2020

Nach einem Tag auf See haben wir die Auck­land Islands erreicht. Recht unge­müt­li­che Über­fahrt übri­gens, für den ers­ten Tag auf dem Schiff. Aber nun waren wir hier.

»Hier«, das war vor End­erby Island, der nörd­li­chen Neben­in­sel von Auck­land Island. Auf End­erby woll­ten wir anlan­den. Ging aber nicht. Von Osten roll­te die Dünung her­ein und brach in einer mäch­ti­gen Bran­dung am Ufer.

Egal – es war ja nicht so, dass wir nicht noch ande­re, viel­leicht sogar bes­se­re Mög­lich­kei­ten hat­ten. Mit den Zodiacs ging es durch die diver­sen Buch­ten von Port Ross. Ich fühl­te mich land­schaft­lich sehr an die Sun­de und Inseln in Feu­er­land erin­nert, vor zwei Jah­ren. Ganz ähn­li­che Vege­ta­ti­on, ein sehr dich­ter, strup­pi­ger Wald über dem Ufer, aus dem immer wie­der exo­ti­sche Vögel rie­fen. Für Vogel­kund­ler ist das ja sowie­so ein Para­dies hier, und es gab auch eini­ges zu sehen, wie der ende­mi­sche Auck­land Kor­mo­ran, der Neu­see­land-Pie­per (die genau­en deut­schen Namen muss ich noch nach­schla­gen), das Küken eines Ruß­al­ba­tros­ses, und der eine oder ande­re See­lö­we … wir haben auch die Basalt­säu­len gefun­den, die schon M’Cormick bewun­der­te, der Natur­kund­ler von James Clark Ross, wel­cher 1840 hier die ers­ten See­kar­ten zeich­ne­te und einen lesens­wer­ten Bericht über sei­nen Besuch auf die­sen Inseln hin­ter­ließ.

Mr. M’Cormick, who remarks that the for­ma­ti­on of the­se (Anm.: Auck­land Islands), as well as Camp­bell Islands, is vol­ca­nic, and con­sti­tu­ted chief­ly of basalt and green­stone, espe­cial­ly calls atten­ti­on to »Deas’ Head,« a pro­mon­to­ry of Auck­land Island, as being of gre­at geo­lo­gi­cal inte­rest, exhi­bi­t­ing fine colum­ns, three hund­red feet high, which are high­ly magne­tic.

James Clark Ross (1847):
A Voya­ge of Dis­co­very and Rese­arch in the Sou­thern and Ant­arc­tic Regi­ons,
During the Years 1839-43

(Herr M’Cormick, der anmerk­te, dass die Bil­dung die­ser Inseln (Anm.: Auck­land Inseln), sowie der Camp­bell Inseln, vul­ka­ni­scher Natur ist und sie vor allem aus Basalt und Grünstein bestehen, wies ins­be­son­de­re auf »Deas’ Head« hin, ein Kap auf Auck­land Island, das von gro­ßem geo­lo­gi­schen Inter­es­se sei, mit schö­nen Basalt­säu­len, drei­hun­dert Fuß hoch, die stark magne­tisch sind).

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Spä­ter waren wir noch mal drau­ßen, in Car­n­ley Har­bour, im Süden der Haupt­in­sel Auck­land Island. Eine unglaub­li­che Ecke! Land­schaft, Tie­re … der Wahn! Aber ich mus auf­hö­ren zu schrei­ben, ich habe zu tun.

Bluff – Ant­ark­tis-Vor­be­rei­tun­gen

Wuss­ten Sie, dass Bluff nicht nur die süd­lichs­te Stadt Neu­see­lands ist, son­dern auch die ältes­te? 1824 ließ James Spen­cer sich dort nie­der und grün­de­te eine Fisch­fang­sta­ti­on. Zu den 21 Ange­stell­ten, die Spen­cer damals hat­te, sind natür­lich viel wei­te­re hin­zu­ge­zo­gen, und das sind natür­lich auch nicht alle Fischer. Heu­te haben sie alle mög­li­chen Beru­fe. Man­che hel­fen Leu­ten wie uns bei den Vor­be­rei­tun­gen für die gro­ße Fahrt in die Ant­ark­tis. Die Men­gen an Lebens­mit­teln und sons­ti­gem Zeug, die wir für eine Fahrt von gut einem Monat Dau­er brau­chen, sind schon ziem­lich unglaub­lich. Meh­re­re Last­wa­gen fah­ren vor, und vie­le Hän­de wer­den gebraucht, bis alles an Bord ist.

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Dann bleibt aber noch Zeit für eine klei­ne Wan­de­rung, über den Aus­sichts­punkt auf Bluff Hill zur ande­ren Sei­te und ober­halb des Ufers wie­der zurück. Schö­ner, dich­ter, wind­ge­peitsch­ter, alter Berg­re­gen­wald der süd­li­chen Brei­ten! Wer­den wir dann so bald nicht wie­der zu sehen bekom­men. Eine fri­sche ozea­ni­sche Bri­se um die Nase und ein wei­ter Blick über den Süden Neu­see­lands und die vor­ge­la­ger­te Insel Ste­wart Island, umge­ben vom wei­ten Süd­oze­an. Dort geht es schon mor­gen hin, hin­aus aufs wei­te Meer, Rich­tung Ant­ark­tis.

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News-Auflistung generiert am 15. April 2021 um 07:54:28 Uhr (GMT+1)
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