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Jahres-Archiv: 2018 − Reiseblog


Patagonien unter Segeln 2018: Reisebericht und Fotos online

Nach dem Reisebericht und den Fotos zur Antarktis-Fahrt mit SY Anne-Margaretha sind nun auch die entsprechenden Seiten zur Patagonien-Reise im März/April 2018 online. Die hier verlinkten Seiten bieten neben dem Reisetagebuch auch Fotogalerien mit kürzeren Beschreibungen der verschiedenen Abschnitte der Fahrt von Ushuaia über Puerto Montt. 25 abenteuerliche Tage unter Segeln in einem wilden, schönen, einsamen der Welt! Mit dem Reisebericht kann man nachträglich völlig kostenfrei und fernab von Wind und Wellen, Kälte und Seekrankheit in die herrlichen Landschaften Patagoniens eintauchen – viel Spaß!

Patagonien 2018 Fotos und Reisebericht, von und mit Rolf Stange und SY Anne-Margaretha

Auf Wanderung auf einer abgelegenen Insel in Patagonien.

Und ja, wir gehen davon aus, dass diese erste Fahrt in Patagonien nicht die letzte gewesen sein soll, es gibt noch so viel dort zu entdecken! Konkrete Pläne dazu haben wir aktuell nicht, das wird sicher nicht im Südsommer 2018/19 anstehen, aber heute ist nicht alle Tage, wir komm’n wieder keine Frage! Hasta la vista, Patagonia!

Golfo Corcovado bis Puerto Montt

Zugegeben, diese letzten Meilen der Reise waren deutlich unter Potenzial. Wir hatten uns auf schöne Segelmeilen in subtropisch-mildem Wetter und noch einen schönen, abschließenden Halt auf der Insel Chiloë gefreut. Stattdessen gab es wettertechnisch noch mal kräftig auf die Nase. Um 30 Knoten Wind (40 in Böen) und natürlich direkt von vorn, wie könnte es anders sein? Der Golf von Corcovado erfreute uns also nicht wie erhofft mit Walen und Ausblicken auf Vulkane, sondern mit maritimen Rock’n’Roll, verbunden mit dem entsprechenden Ungemach an Bord, viel Regen und Geschwindigkeiten, die mitunter bis auf spärliche 1,8 Knoten fielen. Das hätten wir uns schon anders vorstellen können. (Ergänzung: wie Heinz später mitteilte, fand die Mannschaft in Puerto Montt an der Schraube Seil- und Netzreste! Das erklärt natürlich die trotz Gegenwind wirklich allzu magere Geschwindigkeit.)

Der letzte Vormittag lieferte sehr angenehmen Ausgleich: Der Wind drehte und wurde somit von einem unerfreulichen Hindernis zu einem schönen Segelwind, und es ging ohne unangenehmen Seegang, aber mit munteren 7-8 Knoten zwischen Chiloë und vorgelagerten Inseln vorbei Richtung Puerto Montt. Nach den wilden, einsamen Landschaften weiter südlich erscheint es hier schon ziemlich zivilisiert: kleinere und größere Siedlungen an Land und viel Schiffsverkehr. Pinguine, Pelikane und Seelöwen ließen sich auf den letzten Meilen blicken.

Mit letztlich nur wenigen Stunden Verspätung legten wir in Puerto Montt an, und eine wirklich grandios schöne und interessante Reise kam zu ihrem Ende, das mit frischem Apfelkuchen von Julie gefeiert wurde. Ich glaube für alle zu sprechen, wenn ich schreibe, dass wir gerne noch zusammen weiter gefahren wären. Es gibt noch viele Caletas in Patagonien …

So aber nahmen wir Abschied und wünschten uns eine gute Heim- oder Weiterreise, je nachdem. Ganz vielen Dank an alle Mitreisenden und an Skipper/Schiffseigner Heinz Wutschke mit seiner Anne-Margaretha und der Mannschaft, Astrid, Julie und Piet für viele tolle Tage auf der Rückseite Patagoniens!

Galerie – Golfo Corcovado bis Puerto Montt

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Wir sehen uns wieder, keine Frage. 2019 sind wir mit der Anne-Margaretha in Ostgrönland im Scoresbysund. Andere Teile Ostgrönlands oder die Lofoten waren auch schon für die mittlere Zukunft im Gespräch, und es soll sicher nicht das letzte Mal in Patagonien gewesen sein! Dafür war es viel zu schön, und es gibt noch seeeeehr viel zu entdecken in diesem spannenden Teil des Planeten, in den Urwäldern unter der drittgrößten Eiskappe der Erde.

Damit geht mein Polar-Blog für den Moment wieder zu Ende, und der Autor wird seine arktischen Tätigkeiten für ein Weilchen am Schreibtisch weiterführen (nach dem Buch ist vor dem Buch, wie es heißt), bis es in der Arktis mit der Antigua weitergeht. Danke fürs Lesen, und bis dann!

Canal Moraledo & Isla Canal

Als ob ein Sonnenuntergang auf ruhigem zwischen vielen Inseln nicht schon ein perfekt schönes Schauspiel wäre. Wie lässt sich solch perfekte Schönheit noch steigern? Durch Delfine.

Auf der Isla Canal erweiterten wir unser Vokabular, der Tourenpraxis entsprechend, um den Begriff „dreidimensionales Wandern“, denn man bewegte sich irgendwo in einer diffusen Matrix aus Ästen, Bambus, Lianen, morschen Wurzeln und großen Hohlräumen darunter. Ein sehr fließender Übergang zwischen dem überwiegend luftgefüllten Oben und dem überwiegend pflanzen-, erd- und holzgefüllten Unten, durch das man sich bewegen muss wie ein Fisch im Wasser. Oder wohl eher wie ein Hamster auf dem Laufrad.

Macht Spaß!

Galerie – Canal Moraledo & Isla Canal – 01./02. April 2018

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Laut Vorhersage hätten wir nun schönen, südlichen Segelwind haben sollen, aber tatsächlich kreuzen wir gegen kräftigen Wind nach Norden. Noch 180 Seemeilen nach Puerto Montt. Mal schauen.

Seno Aysén – 01. April 2018

Frohe Ostern! Zu nächtlicher Stunde fiel der Anker. Wir waren ja auch mittlerweile eine ganze Weile unterwegs, seit wir am 30. die Isla Jungfrauen verlassen haben. Es tat gut, wieder ein paar Schritte an Land zu machen. Die Natur hat schon fast einen tropischen Aspekt hier. Im dichten Grün wachsen viele hellgrüne, palmenähnliche Baumfarne, am Boden wuchert wilder Rhabarber und im Wald kreischen die Papageien.

Seno Aysén - 01. April 2018

Unsere bootseigene Osterbäckerei bei der Arbeit

Ein zweiter Halt führt uns zu ein paar warmen Quellen, den Termas de Punta Perez. Vor ein paar Jahren noch ein Geheimtip in der Wildnis, macht sich hier heute der Tourismus bemerkbar. Wir sind der Zivilisation doch wieder ein gutes Stück näher gerückt, Puerto Aysén ist nicht so weit weg und Ausflugsboote wie Fischerschiffe bevölkern die Fjorde.

Caleta Gato - Seno Aysén - 01. April 2018

Der Wald wirkt hier fast tropisch.

Die heißen Quellen bilden keine schönen Badewannen, sondern sie sind Grundwasseraustritte zwischen den Steinen. Wenn man sich zwischen die Felsen drückt, kann man sich den Hintern verbrühen, während vorn die Füße abfrieren. Ganz so tropisch ist es doch noch nicht.

Termas de Punta Perez - Seno Aysén - 01. April 2018

Wirklich sehr heiße Heiße Quellen

Galerie – Seno Aysén – 01. April 2018

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Archipelago de los Chonos – 31. März 2018

Schön war’s, wieder unter Land zu sein! An der Außenküste ging eine mörderische Brandung, da möchte man wirklich nicht stranden, so wie es ja zahllosen Schiffen über die Jahrhunderte ergangen ist. Zielsicher liefen wir hingegen in die Bahía Anna Pink ein (wieder so ein schöner Name), den Eingang in eine Reihe von Sunden im Archipelago de los Chonos. Im Laufe des Vormittags beruhigte sich der Seegang, bald lag das Wasser wieder spiegelblank um uns, die Sonne wärmte vom blauen Himmel, T-Shirts und kurze Hose kamen an Deck zum Einsatz.

Canal Pulluche - Archipelago de los Chonos - 31. März 2018

Grüne Bäume ziehen sich sanft die Berge hinauf im Archipelago de los Chonos

Vielleicht liegt es nur am Zufall des Wetters des heutigen Tages, aber alles wirkt hier milder als südlich vom Golfo de Penas: Die Luft wärmt angenehm, die Wälder ziehen sich bis in deutlich größere Höhen die Hügel hinauf, alles ist grün und mild. Aber im Wasser schwimmen viele Pinguine, und tief im Inland erstreckt sich eine der größten nicht-polaren Eiskappen der Erde. Vielleicht ist es wirklich nur das Wetter.

Canal Chacabuco - Archipelago de los Chonos - 31. März 2018

Lichtspiele auf dem Canal Chacabuco

Canal Errazuriz - Archipelago de los Chonos - 31. März 2018

Die abendlichen und nächtlichen Fahrten bei Mondschein und stillem Wasser sind sehr stimmungsvoll.

Galerie – Archipelago de los Chonos – 31. März 2018

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Peninsula de Taitao – 30. März 2018

Nach den schönen, sonnigen Touren auf der Jungfrauen-Insel haben wir noch einen weiteren Tag im Dauerregen abgewettert, während draußen auf offener See der Sturm tobte.

Bei dem Wetter war das Bordkino deutlich attraktiver als alle anderen Varianten.

Peninsula de Taitao - 30. März 2018

Wind, Wellen und Albatrosse: Heinz steuert die Anne-Margaretha auf dem offenen Meer.

Gestern konnten wir dann wieder Segel setzen. Wir müssen diese Strecke auf offener See, über den Golfo de Penas und um die Peninsula de Ta Ito, endlich mal hinter uns bringen, immerhin haben wir noch 500 Meilen bis Puerto Montt vor uns und die verbleibende Zeit wird ja nicht länger.

Peninsula de Taitao - 30. März 2018

Albatrosse beeindrucken mit ihrer enormen Flügelspannweite von mehr als drei Metern!

An der offenen See scheiden sich ja immer die Geister: die einen suchen Zuflucht in der Koje, die anderen erfreuen sich an Wind und Wellen. Da machten auch wir keine Ausnahme. Aber die Seeleute und Fotografen kamen auf ihre Kosten! Auf weiten Strecken 8 Knoten, Wind, Wellen und immer wieder wechselndes Licht und viele, viele Seevögel. Von den kleinen Walvögeln bis zu den größten Albatrossen (Wanderalbatros, Nördlicher und Südlicher Königsalbatros) und vieles dazwischen! So kann man den Karfreitag auch verbringen.

Galerie – Peninsula de Taitao – 30. März 2018

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Isla Jungfrauen – 28./29. März 2018

Wir haben den Golfo de Penas vor uns und damit eine Strecke, wo wir für etwa eineinhalb Tage den Schutz der Küstengewässer verlassen und auf hohe See müssen. Da ist es wichtig, wettermäßig den richtigen Zeitpunkt zu erwischen. Wir meinten, den jetzt zu haben, aber Wind und Seegang der letzten Nacht sogar in den Kanälen zwischen den Inseln und der neueste Wetterbericht sprechen eine andere und ziemlich deutliche Sprache.

 Isla Jungfrauen

Braut sich da was zusammen? Warten auf besseres Wetter auf der Isla Jungfrauen

Also bleibt nichts, als auf einen besseren Zeitpunkt für die Passage auf dem offenen Meer zu warten. Das ist zunächst auch sehr vorteilhaft (später werden wir die Zeit allerdings wieder aufholen müssen), denn hier gibt es die Isla Jungfrauen, die nicht nur durch ihren erstaunlichen Namen lockt (der ist nicht Programm, wie wir mittlerweile festgestellt haben) mit der wunderschönen Caleta Virgen. Und die hat sich als ein Wanderparadies entpuppt. Wenn man hier ein paar Meter des üblichen, dichten Uferwaldes überwunden hat, hat man schnell offenes Hügelland vor sich, schönstes Wandergelände mit vielen Aussichtspunkten und wirklich grandiosen Panoramen, kleinen und größeren Seen, windgepeitschten Bäumen und vielem, was man so entdecken kann. Wieder mal ein unglaublich schönes Flecken Erde! Wir sind nach der letzten Nacht zwar alle etwas müde, aber das ist angesichts der Schönheit der Landschaft und der schönen Touren schnell vergessen. Dazu kommt das hier vor Ort herrliche Wetter. Die Caleta ist so gut geschützt, dass man dort vom Wind fast nichts merkt (auf den Bergen kann man hingegen mitunter fast nicht stehen) und die Sonne bleibt uns über große Teile des Tages treu. Einmalig schön!

Galerie – Isla Jungfrauen – 28./29. März 2018

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Wie gesagt, zeitlich werden wir diesen ungeplanten Aufenthalt wieder aufholen müssen, die Tage gehen dahin. Aber wir hätten uns keinen besseren Ort aussuchen können, um abzuwettern, und wenn man sich die Fotos anschaut, wird man wohl kaum glauben, dass uns das „schlechte“ Wetter hier festhält.

 Isla Jungfrauen

Was das Foto nicht verrät: Auf den tollen Aussichtspunkten bläst es einen beinahe um.

 Isla Jungfrauen

Mit wunderschönen Touren und Sonne lässt sich das Warten gut aushalten.

Puerto Edén – 27. März 2018

Plötzlich war der Wind wieder im brauchbaren Rahmen und die Caleta Colibri ließ uns ziehen. Der Vorteil des sich ständig ändernden Wetters ist eben, dass es sich schnell wieder ändert.

Nach einer Nacht mit vielen Meilen erreichten wir frühmorgens Puerto Edén, das sich heute tatsächlich wie ein kleiner Garten Eden präsentierte, unter blauem Himmel mit Spiegelbildern auf dem Wasser. Das haben wir nicht oft gehabt in den letzten Tagen!

Puerto Edén

Etwas verfallen, aber doch malerisch: Puerto Edén

Puerto Edén ist wirklich ein Nestchen mit wenigen hundert Einwohnern, überwiegend Nachfahren eines indigenen Völkchens, das früher in der ganzen Region gelebt hat. Die übliche, tragische Geschichte aus kolonialem Völkermord und Krankheiten hat von diesem Volk nur noch einen kleinen, traurigen Rest übrig gelassen und von ihrer Kultur praktisch nichts mehr. Dafür gibt es Puerto Edén, das seine Existenz vor einigen Jahrzehnten als kleine Luftwaffenbasis begann und immer noch eine militärische Präsenz hat. Darüber hinaus hat es ziemlich schlichte und teilweise etwas verfallene, aber sehr malerische Hütten am Ufer, wo man prima spazieren und das an einem solchen Tag mediterran wirkende Klima auf sich wirken lassen kann. Leider hat mein Kolibri-Foto von gestern (oder war es schon vorgestern? Unglaublich, wie die Zeit hier vergeht) heute deutlich an Seltenheitswert verloren, da die hier in vielen Gebüschen unterwegs sind und die engagierten Fotografen kamen entsprechend zum Schuss.

Galerie – Puerto Edén – 27. März 2018

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Es gibt sogar zwei kleine Lädchen, die allerdings beide jeweils in eine Besenkammer passen würden. Und Fischer, die direkt zum Schiff kommen und frischen Fisch anbieten. Sehr lecker!

Nachmittags geht es weiter durch die Kanäle nach Norden. Langsam müssen wir mal zusehen, dass wir weiter kommen. Das Wetter ist für den Moment perfekt, so schön war es noch selten.

Caleta Colibri – 25. März 2018

Die Caleta Colibri ist wirklich kein Ort für längere Touren, der Urwald ist hier so unglaublich dicht, da kommt man wirklich nirgendwohin. Ich habe es probiert. Es geht nicht.

Aber es gibt mehrere schöne und interessante Plätzchen. An einer Stelle haben Menschen offensichtlich viel Zeit verbracht und von tausenden von Muscheln gelebt, die nun dort auf einem großen Haufen liegen. Wer und wann? Das wüsste man gerne.

Muschelberge am Strand der Caleta Colibri

Wo kommen die ganzen Muscheln her? Ungelöste Fragen in der Caleta Colibri

Man kann auf Bäume klettern und es sieht kaum anders aus, als wenn man unten steht. Auch die Bäume sind teilweise so dicht mit Moos und Ranken bewachsen, das es aussieht, als stünde man auf dem Boden.

Galerie – Caleta Colibri – 25. März 2018

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Und, ja, die Caleta Colibri hat gehalten, was ihr Name verspricht! Der harte Kern der Fotofreaks hat Geduld gezeigt, und die wurde belohnt. Green-backed firecrown (Sephanoides sephanoides) würde ich tippen, dem Buch „Birds of Chile“ zufolge.

Kolibri in der Caleta Colibri

Nomen est omen: Caleta Colibri

Jetzt müsste der Wind mal langsam nachlassen, damit wir weiterkommen nach Puerto Edén. Das ist unser nächstes Ziel und der erste Ort seit Puerto Williams, wo Menschen leben. Wir müssen einkaufen, Schokolade und Bier gehen bedrohlich zur Neige.

Canal Tres Corres – 25. März 2018

Nach einem richtigen Palmsonntagsfrühstück (Rührei und frische Brötchen!) war es Zeit, weiter nach Norden zu kommen. Wind und Regen im Canal Pitt, später schönstes Licht, Sonne und blauer Himmel wechselnd mit einzelnen Wolken hier und dort.

Nachts soll es wieder stark windig werden. Wir verziehen uns lieber in die Caleta Colibri. Ein schönes Plätzchen für eine ruhige Nacht. Und vielleicht hält der Name ja, was er verspricht ..?

Canal Tres Corres

Eine hübsche Bucht mit vielversprechendem Namen: Caleta Colibri, Canal Tres Corres

Galerie – Canal Tres Corres – 25. März 2018

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Caleta Villarica – 24. März 2018

Nach dem langen, abwechslungsreichen Tag gestern war für die Nacht Wind angesagt, und so war mal wieder eine gute Caleta fällig. Die Caleta Villarica erwies sich als äußerst empfehlenswert.

Es geht los ein wenig wie mit Deception Island: Man fährt auf ein steiles Ufer zu, ein schmaler Eingang, Felsen im Wasser, steile Felswände auf den Seiten (hier deutlich grüner als in Deception), man schließt schon Wetten ab, ob das Schiff da überhaupt durch passt – und es passt. Dann öffnet sich eine schöne Bucht, so ein richtiges Piratennest. Wunderbar geeignet, um ein kleines Schiffchen sturmfest festzuzurren.

Caleta Villarica

Passt das? Das passt! Einfahrt in die Caleta Villarica

Die Wanderwege sind, vorsichtig formuliert, nicht ganz barrierefrei. Im Grunde genommen hätten wir Macheten, Leitern und Seile gebraucht für eine kleine Tour, die bei freiem Gelände vielleicht 10 Minuten gedauert hätte. Indiana Jones hätte wahrscheinlich vorher aufgegeben, so dicht war der Urwald.

Der Blick hat es mal wieder gelohnt!

Dichter Urwald in der Caleta Villarica

Indiana Jones hätte hier seine helle Freude: Dschungel in der Caleta Villarica

Die Bucht von Caleta Villarica

Der Kampf durchs Gestrüpp lohnt sich: Wunderschöner Blick auf die Caleta Villarica

Galerie – Caleta Villarica – 24. März 2018

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Amalia Gletscher – 24. März 2018

Der Puerto Bueno machte seinem Namen alle Ehre und bescherte uns eine ruhige Nacht. Sehr angenehm. Zuerst können wir uns über wunderschöne Sonnenaufgangsfarben freuen und dann über die neue Wettervorhersage, die uns windtechnisch genügend Aufschub gab für den Besuch beim Amalia Gletscher.

Sonnenaufgang im

Sonnenaufgang im „Guten Hafen“, Puerto Bueno

Sehr gut, darauf haben wir uns nämlich alle schon gefreut. Munter ging es unter Segeln auf das in der Ferne leuchtende Campo de hielo zu, das patagonische Inlandeis, und dann in Begleitung von Delfinen zum Gletscher. Eine schöne Gletscherfront am Ufer und dahinter ein wildzerklüfteter Gletscher, der bis hinauf zu den schnee- und eisbedeckten Bergen der Inlandeisregion führt. Wir haben Glück mit dem Wetter und gute Sicht. Wieder ein guter Tag!

Heute Nacht soll es windig werden. Wir haben Kurs auf eine kleine, geschützte Bucht gesetzt, wo wir davon nicht allzu viel mitbekommen sollten. Der Reichtum dieser Küstenlandschaft an solchen tollen Ankerbuchten ist wirklich beeindruckend und äußerst nützlich.

Amalia Gletscher

Zum Sattsehen: Die Gletscherfront des Amalia Gletschers

Galerie – Amalia Glacier – 24. März 2018

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Canal Sarmiento – 23. März 2018

Nun sollte der heftige Wind doch wieder etwas nachgelassen haben, und das war in der Tat auch der Fall. Nicht, dass es gemütlich war, wieder unterwegs; immer noch fast 30 Knoten Wind auf die Nase von Schiff und Steuermensch und dazu eine Portion Regen. Patagonien eben.

Aber dann kamen andere Zeiten! Blauer Himmel und Sonne! Wetter- und Landschaftsgenuss auf dem Sonnendeck. Viele Meilen ging es nach Norden durch verchiedene schöne Wasserstraßen, Paso Victoria, der lange Canal Sarmiento … wie sie alle heißen mögen.

Canal Sarmiento

Strahlend-blauer Himmel über dem Canal Sarmiento

Zerbrochenes Land. Diese ganzen Kanäle, oft wie mit dem Lineal gezogen, folgen alten Störungen, also geologischen Brüchen. Parallel wie ein Stapel gefallener Dominosteine. Durch die Berge ziehen die Klüfte sich in gut sichtbaren Mustern. Die Vegetation wird etwas karger, vor allem auf den helleren, augenscheinlich aus Granit oder einem ähnlichen Kristallingestein bestehenden, runden Bergrücken.

Etwas zu denken gibt uns die neue Wettervorhersage für morgen. Wir haben auf dem Wunschzettel, den Amalia-Gletscher zu besuchen, einen Arm des patagonischen Inlandeises. Allerdings soll schon wieder heftig Wind kommen, und wir müssen schauen, wie das alles zusammenpasst. Mal sehen.

Zunächst fahren wir in eine kleine, feine Bucht, den „Puerto Bueno“, in der Hoffnung, dass der Name Programm ist.

Galerie – Canal Sarmiento – 23. März 2018

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Peninsula Zach – 22. März 2018

Nach paar Stunden Fahrt nach Norden im Canal Smyth gab es gut 50 Knoten Wind auf die Nase. Nach kurzem Kreuzen mit kräftiger Schräglage, aber ohne nennenswertes Vorwärtskommen, gaben wir für heute auf und steuerten lieber eine schöne Bucht zum Ankern an. Auf den letzten Metern zur Ankerstelle wurden wir von Delfinen begleitet (wahrscheinlich Schwarzdelfine) und vor Ort dann von einem neugierigen Fischotter begrüßt. Sehr freundlich!

Fischotter vor der Peninsula Zach

Ein Fischotter heißt uns vor der Peninsula Zach willkommen!

Freundlich auch, dass der Wind in der Bucht fast komplett weg war, von ein paar kleineren Böen abgesehen. Einen kräftigen Regenschauer haben wir noch abgewartet und sind dann losgezogen, um uns etwas umzuschauen. Schon der Name bürgt ja für Qualität! Die Peninsula Zach ist nach Wolfgang Zach benannt, seines Zeichens Schreinermeister in Longyearbyen und u.a. Hersteller der schönen Bilderrahmen aus Spitzbergen-Treibholz, von denen wir Ende letzten Jahres ein paar im Angebot hatten und von denen wir dieses Jahr auch wieder einige haben werden … also, vielversprechend! Wir waren gespannt, was die Peninsula Zach uns so bieten würde.

Die Halbinsel Zach ist ja beinahe eine Insel. Unsere Ankerbucht war von der nächsten Wasserstraße durch gerade einmal 200 Meter flachen Landes getrennt. Schon die indigenen Bewohner der Region sollen in früheren Zeiten ihre Rindenkanus hier über Land gezogen haben. Ein etwas feuchter Spaziergang von 10 Minuten, und man steht auf einem kleinen Hügel und schaut in beiden Richtungen aufs Wasser. Die Richtungen 2 und 4 werden von Bergen eingenommen. Alles in allem ein äußerst dekoratives Panorama!

Peninsula Zach

Der kurze, feuchte Aufstieg lohnt sich: Blick von der Peninsula Zach

Die Wald- und Wiesenlandschaft in Meereshöhe war schon sehr sehenswert, aber wir haben noch etwas weiter geschaut. Der Blick aus etwas weiter erhöhter Perspektive war grandios. Im Hinterland tat sich ein weitläufiges Tal mit Seen, einem Fluss und großen Sumpfflächen auf, scheinwerferartig von der Sonne beschienen durch ein Wolkenloch.

Ne, watt `ne geile Landschaft!

Galerie – Peninsula Zach – 22. März 2018

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Danach wurde es wieder nass, und wir sahen zu, dass wir rechtzeitig zur Piet-Show (die allabendlichen Meisterleistungen von Koch Piet) wieder an Bord waren.

… ach, übrigens: Die Peninsula Zach ist nach Franz von Zach benannt, ein ungarischer Baron, der 1831-36 als Astronom die erste Reise der Beagle mit Fitzroy mitgemacht hat (Darwin war auf der zweiten Reise dabei).

Delfine, Peninsula Zach

Delfine begleiten uns bei unserer Einfahrt in die Bucht der Peninsula Zach

Isla Hose – 21. März 2018

Pustekuchen mit gemütlich-ruhiger Nacht und so. Das funktioniert alles prima, solange der Wind aus der richtigen Richtung kommt und der Anker hält. Wenn der Anker nicht mehr hält, rückt das Ufer auf einmal deutlich schneller heran, als man das gerne hätte, und dann fängt man eilig an, zu frühester Stunde in der Dunkelheit die Uferleinen von den Bäumen zu Knoten und den Anker einzuholen. Irgendwann lag der Anker beziehungsweise lagen die beiden Anker dann inmitten der größeren Bucht und dann war’s wieder gut. Noch mal zurück in die Federn, für eine kurze Zeit.

Isla Hose

Blick von der Isla Hose auf die patagonische Inselwelt

Ein windiger Tag, den wir lieber in der Bucht in der Isla Hose verbracht haben, gemütlich an Bord und mit einer kleinen Tour an Land, die für eine kleine Wandergruppe mit unkontrolliertem Motivationsüberschuss doch etwas länger wurde. Eine Tour de los montes auf der Isla Hose, mit allem Drum und Dran, Feuchtflächen, dichtes Gestrüpp und steile Hänge. Astrein!

Isla Hose

Durch dichtes Gestrüpp auf der Isla Hose

Galerie – Isla Hose – 21. März 2018

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News-Auflistung generiert am 23. August 2019 um 07:04:16 Uhr (GMT+1)
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