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Monats-Archiv: März 2018 − Reiseblog


Bra­zo Noroes­te – 14. März 2018

Nach dem son­nig-stil­len Tag kam das heu­ti­ge Wet­ter pata­go­ni­schen Rea­li­tä­ten doch deut­lich näher: Wind und Regen, und zwar reich­lich von bei­dem. Da war eine Stun­de mor­gens erst mal genug, um sich die Füße zu ver­tre­ten. Strand, Wald, Feucht­wie­se, Hügel, wind­ge­peitsch­te Bäum­chen, Blick auf Cale­ta.

Bra­zo Noroes­te heißt nord­west­li­cher Arm, und gemeint ist der nord­west­li­che Arm des Bea­gle-Kanals, der sich hier ver­zweigt. Die Ber­ge zu bei­den Sei­ten des Sunds sind von frü­he­ren, mäch­ti­gen Ver­ei­sun­gen rund­ge­schlif­fen. Das Inland­eis der Dar­win Cor­dil­le­re, durch die wir jetzt fah­ren, schickt immer noch sei­ne eisi­gen Arme an eini­gen Stel­len zum Was­ser her­ab. Nur waren die Bli­cke dar­auf etwas ein­ge­schränkt durch das Grau von Wol­ken und Regen. Pata­go­ni­sche Nor­ma­li­tät. Oder feu­er­län­di­sche Nor­ma­li­tät, müss­te man wohl sagen; Pata­go­ni­en beginnt eigent­lich erst nörd­lich der Magel­l­an­stra­ße.

In der Cale­ta Beau­lieu fällt am spä­te­ren Nach­mit­tag der Anker hin­ter einer fel­si­gen, bewal­de­ten Halb­in­sel, die gut vor jeg­li­chem Wind schützt. Trotz des immer noch strö­men­den Regens machen wir uns zu einer klei­nen Tour auf, den Berg­hang hoch – und füh­len uns gleich wie India­na Jones bei der Arbeit. Der Wald ist so dicht, dass es müh­sam ist, sich hier durch­zu­zwän­gen. Und das Was­ser spritzt aus allen Rich­tun­gen gleich­zei­tig. Herr­lich! Man muss sich nur von dem Gedan­ken lösen, Natur wäre nur mit blau­em Him­mel dar­über schön. Ist aber nicht so. Sie ist immer schön.

Gale­rie – Bra­zo Noroes­te – 14. März 2018

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Und trotz Wol­ken und Regen haben wir einen fet­ten Blick über den Fjord mit Glet­scher. Ham­mer!

Brazo Noroeste

Trotz strö­men­den Regens: Ein tol­ler Blick auf die Anne-Mar­ga­re­tha und den Glet­scher

Bea­gle-Kanal – 13. März 2018

„Bea­gle-Kanal“ war schon öfter die Über­schrift in die­sem Blog. Bis­lang hieß das immer: Von Ushua­ia zur Dra­ke-Pas­sa­ge oder umge­kehrt. Die­ses Mal lief es anders.

Wie oft habe ich von Ushua­ia nach Wes­ten geschaut, die beein­dru­cken­den Ber­ge dort gese­hen und nie ging es dort­hin. Heu­te aber!

Bergkulisse im Beagle-Kanal

Berg­ku­lis­se im Bea­gle-Kanal

Zunächst Start in Puer­to Wil­liams. Auf den ers­ten Mei­len gab es zahl­rei­che Schwarz­brau­en­al­ba­tros­se und Kor­mo­ra­ne, sogar ein paar Del­fi­ne lie­ßen sich bli­cken. Vor Ushua­ia begann schließ­lich die Son­ne zu schei­nen, und wie zum Abschied von bekann­ten Gewäs­sern wink­te uns noch ein Buckel­wal mit der Flu­ke zu!

Der Rest des Tages? Ein land­schaft­li­cher Traum aus Him­mel und Meer, Inseln und Fjor­den. Ber­ge und Wol­ken spie­gel­ten sich auf dem Was­ser. Neue Inseln, neue Bli­cke, Mei­le für Mei­le. Zum Träu­men schön.

Zu spä­ter Stun­de fiel der Anker in der Cale­ta Olla (als Cale­ta bezeich­net man hier die­se klei­nen, süßen Anker­buch­ten). Pata­go­ni­scher Ster­nen­him­mel, ohne jedes künst­li­che Licht in der Umge­bung! Milch­stra­ße, Magel­lan­sche Wol­ke, Kreuz des Südens. So schön, dass wir extra im Dun­keln noch mal an Land gefah­ren sind, um das Sta­tiv auf­zu­stel­len. Tja, erstaun­lich, wie schnell hier doch die Wol­ken auf­zie­hen kön­nen … egal, trotz­dem eine schö­nes Ende für einen schö­nen Tag.

Beagle-Kanal, Caleta Olla

Abend­stim­mung in der Cale­ta Olla

Buckelwal im Beagle-Kanal

Buckel­wal im Bea­gle-Kanal

Gale­rie – Bea­gle-Kanal – 13. März 2018

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Puer­to Wil­liams – 12. März 2018

Puer­to Wil­liams! Ich bin sicher schon über 80 Mal an Puer­to Wil­liams vor­bei­ge­fah­ren. Aber noch nie an Land. Zeit, dass sich das ändert! Der Ort ist vor allem ein 1953 gegrün­de­ter Mari­ne­stütz­punkt und als sol­cher archi­tek­to­nisch jetzt nicht unbe­dingt eine Attrak­ti­on von Welt­rang, aber mitt­ler­wei­le hat sich auch ein wenig zivi­le Sied­lung drum­her­um ent­wi­ckelt, und über­haupt nimmt Puer­to Wil­liams ja für sich in Anspruch, die süd­lichs­te Stadt der Welt zu sein!

Gale­rie – Puer­to Wil­liams – 12. März 2018

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Das kann man sicher dis­ku­tie­ren und das Ergeb­nis wird vor allem davon abhän­gig sein, wie man „Stadt“ defi­niert. Bei Puer­to Wil­liams müss­te man schon recht groß­zü­gig sein, um eine wie auch immer gear­te­te Defi­ni­ti­on die­ses Begrif­fes erfüllt zu sehen. Immer­hin, es gibt ein paar Läden und klei­ne Restau­rants (min­des­tens eines davon ist rich­tig gut, soviel wis­sen wir jetzt!), den Bug der Yelcho (das Schiff, mit dem Shack­le­tons Leu­te von Ele­phant Island abge­holt wur­den), einen Geld­au­to­ma­ten und ein äußerst char­man­tes Ver­eins­haus vom Yacht­club, auf einem auf Grund lie­gen­den Schiff. Sehr schick!

Wir haben zunächst ein­mal eine „büro­kra­ti­sche Stadt­füh­rung“ gemacht. Das ist tou­ris­tisch sicher eine eher unge­wöhn­li­che Her­an­ge­hens­wei­se an einen neu­en Ort und es ist auch nicht span­nen­der, als es sich anhört. Aber wir muss­ten Schiff und Men­schen offi­zi­ell nach Chi­le ein­rei­sen las­sen und das ist mit einer gan­ze Men­ge Papier­kram ver­bun­den, ver­teilt auf ver­schie­de­ne Adres­sen im Ort. Aber der ist ja nicht so groß.

Puer­to Wil­liams umge­ben von dich­ten, düs­te­ren pata­go­ni­schen Berg­re­gen­wäl­dern. Male­risch! Ob es da auch Ents gibt? Ich bin geneigt, es zu glau­ben 🙂

Ushua­ia – 11. März 2018

Die Bil­der mögen dem einen oder der ande­ren bekannt vor­kom­men. Kein Zufall, denn genau hier ging vor vier Wochen die Ant­ark­tis-Fahrt zu Ende, und wir haben uns hier von der Anne-Mar­ga­re­tha und ihrer Mann­schaft ver­ab­schie­det. Und nun dür­fen wir hier wie­der an Bord! Same place … aber ansons­ten wird hier gar nichts „the same“ sein. Nur die ers­ten Schrit­te ent­spre­chen der Ant­ark­tis-Fahrt, der offi­zi­el­le Abschied in Ushua­ia, Päs­se stem­peln und so, das abend­li­che Aus­lau­fen, Kurs nach Osten durch den Bea­gle-Kanal, aber dann … in ein paar Stun­den wer­den wir in Puer­to Wil­liams anle­gen, und das wird unse­re süd­lichs­te Posi­ti­on! Danach wird es nach Nor­den gehen, durch die span­nen­den, wun­der­schö­nen Fjor­de und Was­ser­stra­ßen von Süd­chi­le. Neu­es Land, neue Rou­ten, neue Orte! Geil! Äh … doch, so kann man das sagen, das ist abso­lut ange­mes­sen. Wir sind gespannt!

Gale­rie – Ushua­ia – 11. März 2018

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Selbst die Chi­le- und Pata­go­ni­en-Vete­ra­nen an Bord sind gespannt. Das ist so eine abge­le­ge­ne, unzu­gäng­li­che Gegend, dort sind viel weni­ger Men­schen unter­wegs als in der Ant­ark­tis. Auf wei­ter Stre­cke wird es men­schen­leer und ein­sam sein, wild und schön. Pata­go­ni­en, das bedeu­tet für die meis­ten Tor­res del Pai­ne, Peri­to More­no und so. Klar, das sind die bekann­ten Aus­hän­ge­schil­der, ohne Fra­ge sehr beein­dru­cken­de Orte, aber was vor uns liegt, ist auf ganz ande­re Art kein Stück weni­ger schön und beein­dru­ckend. Aber eben men­schen­leer! Unbe­kann­tes Land, zu dem es kei­ne Rei­se­füh­rer gibt, wo fast nie­mand unter­wegs ist.

Lei­nen los!

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News-Auflistung generiert am 07. Dezember 2021 um 11:37:00 Uhr (GMT+1)
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