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Jahres-Archiv: 2017 − Reiseblog


Antarktische Halbinsel bis zum Südpolarkreis – 21.-25 März 2017

Ein wunderbar runder Abschluss dieser Antarktis-Saison mit einer sehr aktiven Fahrt bis zum Südpolarkreis. Wir hatten Gruppen dabei, die sich auf Tauchen und Kajakfahren spezialisiert hatten, beide haben von ihren Unternehmungen äußerst beeindruckende Fotos mitgebracht. Ja, tauchen müsste man hier auch mal 🙂

Wettermäßig hatten wir mehrere wirklich schöne Antarktis-Spätsommertage dabei, und keine extrem schlechten Wetterlagen. Gestern gab es sogar einen fast komplett windstillen, sonnigen Tage in der Drake-Passage! Gut, in Deception Island hat der Wind uns recht schnell wieder an Bord zurückgepustet, und auf Detaille Island konnten wir nicht landen, die Kombination aus schlechter Sicht, Eis direkt vor allen denkbaren Landestellen und kräftigem Wind war einfach zuviel, aber die Zodiacfahrt rund um die Insel, südlich des antarktischen Polarkreises, war auch nicht von schlechten Eltern! Buckelwale noch und nöcher, so wie man sich das hier in der späten Saison vorstellt, und natürlich nicht mehr so viele Pinguine an Land wie etwa im Januar, aber immer noch mehr als reichlich für Herz und Seele, Auge und Kamera.

Antarktische Halbinsel bis zum Südpolarkreis – 21.-25 März 2017

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Die Bilder erzählen den Rest. Es war schön in der Antarktis – nächstes Jahr mehr, und zwar unter Segeln! 🙂

Südshetland Inseln – 20. März 2017

Nach einer erstaunlich ruhigen Drake-Passage waren die Südshetland Inseln unser Einstieg in das Abenteuer Antarktis und zudem die einzige Gelegenheit, Kehlstreifpinguine zu sehen.

Sowie eine gute Gelegenheit, die Wetterwechsel der Antarktis zu erleben. Von null auf über 40 Knoten in weniger als einer halben Stunde, das muss man erst mal hinkriegen! Aus der Nachmittagslandung in Deception Island wurde somit sehr schnell eine kleine Kreuzfahrt mit dem Schiff.

Galerie – Südshetland Inseln – 20. März 2017

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Südshetland Inseln bis Ushuaia – 15. März 2017

Selbst 32 Tage Antarktis gehen einmal zu Ende. Der Abstecher zu den Südshetland Inseln ist der letzte Stop für uns, bevor es dann wieder in Richtung Zivilisation geht. Viel Zeit bleibt nicht mehr, aber es reicht noch für einen frühmorgendlichen Landgang. Das Wetter spielt mit, Glück gehabt, sonst hat man bei so einem kleinen Inselchen am Rande der Drake-Passage auch eher schlechte Karten.

Im Vergleich zu den letzten Tagen und Wochen kommt diese kleine Insel in den Südshetland Inseln uns vor wie ein tropischer Regenwald. Nun, beinahe. Immerhin hat sie grüne Flächen, und das ist etwas, was wir lange nicht mehr gesehen haben. Mit den Kehlstreifpinguinen können wir auch noch eine weitere Pinguinart zu unserer ziemlich langen Artenliste hinzufügen. Ein feiner Abschied von der Antarktis.

Noch einmal heißt es nun Geduld haben, gut zwei Tage auf See, bis Südamerika erreicht ist. Das Kap Hoorn lassen wir in größerer Entfernung und Dunkelheit links liegen, und dann laufen wir, von Delfinen begleitet, in den Beagle-Kanal ein. Hier heißt es, sich von der Hubschraubermannschaft, jeweils drei Piloten und Mechaniker, zu verabschieden, die nacheinandern in ihre Vögel steigen und für dieses Mal endgültig in der Ferne verschwinden, nicht ohne die Ortelius aus der Luft noch einmal zu grüßen.

Galerie – Südshetland Inseln bis Ushuaia – 15. März 2017

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Mit dem Abschiednehmen geht es am nächsten Morgen dann in großem Stil weiter. Der letzte Tag einer Reise ist nie ein Höhepunkt, Häfen bringen immer viel Hektik. Aber andererseits … wenn es schon fast schwerfällt, sich von einer Fahrt und ihren Menschen zu verabschieden, dann war es doch gut! 🙂

Ein paar viel zu kurze Stunden später sind wir schon wieder unterwegs. Hasta la vista, Antarktis!

Errera Channel – 13. März 2017

Es tut gut, einmal keine lange Strecke zurücklegen zu müssen von einem Tag auf den nächsten. Einmal ungefähr dort aufzuwachen, wo man eingeschlafen ist. Das bringt ein wenig geographische Ruhe in diese Tage.

Und so wachen wir im Errera Channel auf, in unmittelbarer Nachbarschaft von Andvord Bay. Und stehen kurze Zeit darauf in einem kleinen Pinguinparadies. Eselspinguine, Eselspinguine, Eselspinguine. Nicht mehr zu tausenden wie im antarktischen Hochsommer, aber doch zu hunderten stehen sie auf Schnee und auf Steinen, ärgern sich wahrscheinlich über das kratzige Gefieder, das derzeit von alt auf neu wechselt, teilweise sehen sie jedenfalls etwas, nun ja, gerupft aus. Einige sind aber sehr neugierig und schauen mal vorbei, um sich die bunten Besucher einmal aus der Nähe anzusehen.

Galerie – Errera Channel – 13. März 2017

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Auch die Buckelwale, die im Errera Channel und den benachbarten Gewässern unterwegs sind, sind auf antarktischen Spätsommer programmiert. Wochen- und monatelang haben sie sich in den nährstoffreichen Gewässern vollgefuttert. Jetzt dümpeln sie faul an der Oberfläche herum und können kaum noch papp sagen. Auch für sie geht es bald wieder in wärmere Gewässer.

Andvord Bay – 12. März 2017

Die Antarktis von oben zu sehen ist ein Traum, den wir uns heute noch einmal erfüllen wollten. Was oft leichter gesagt als getan ist. Den ersten Versuch am frühen Morgen mussten wir ziemlich schnell abbrechen und haben dann einen guten Teil des Tages verbracht, eine Bucht zu finden, wo der Wind nicht mit 30-40 Knoten pfeift. Gar nicht so einfach.

Galerie – Andvord Bay – 12. März 2017

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Trotzdem hat es dann hingehauen. Bei idealen Verhältnissen konnten alle noch einmal in die Hubschrauber steigen und sich Teile von Andvord Bay und Paradise Harbour von oben ansehen. Die Bilder (nach der Fahrt gibt es mehr und besser aufgelöste Fotos) sprechen sicher für sich!

Argentine Islands – 11. März 2017

Die Antarktische Halbinsel! Am 11. März hatten wir sie dann endlich erreicht, und ich glaube, ich spreche für das ganze Schiff, wenn ich sage, dass wir uns darauf gefreut haben, wieder Land zu sehen und zu betreten.

Die Argentine Islands liegen für uns perfekt als erste Anlaufstelle auf dem Weg, das Schiff schön geschützt, ruhige See, wenig Wind – keine Zeit zu verlieren, sobald wir vor Ort waren, ging es direkt los. Überall driften Eisberge, zwischen den Inselchen und in unzähligen Mengen im offenen Wasser drumherum. Ein paar Schritte hoch auf ein kleines Schneefeld reicht für einen wirklich grandiosen Ausblick, und eine Zodiacfahrt durch die kleinen Wasserstraßen bringt verschiedenste landschaftlich-eisige Details.

Nach Wahl gab es dazu die Möglichkeit, entweder die ukrainische Vernadsky-Station zu besuchen, wo man ein paar der längsten Messreihen der Antarktis weiterführt (Meteorologie, Ozon etc.) oder das Wordie House, die alte britische Base F, die von 1947 bis 1954 in Betrieb war und seitdem unter Denkmalschutz steht.

Galerie – Penola Strait – 11. März 2017

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Das Abendlicht in der Penola Strait, direkt südlich des Lemaire Kanals, war ein weiterer Höhepunkt. Der landschaftliche Hintergrund unschlagbar, die Eisberge zahllos, das Licht warm und golden. Nur die Leute in der Küche fanden es sicher nicht so gut, denn natürlich war es genau zur Essenszeit 😉

Peter I Insel – 7. März 2017

Mit Spannung war dieser Tag erwartet worden, an dem diese berühmte, weil sehr abgelegene, Insel über den Horizont steigen würde. Wobei erst mal die weißen Nebel über den grünen Wiesen, äh, Wellen wallten. Zugegeben, die Hoffnung, mit den Hubschraubern oder eventuell auch per Zodiac auf diesem wilden Eiland anlanden zu können, war angesichts des windig-grauen Wetters eher gemäßigt. Aber mal sehen!

Und wir sahen dann auch, es hat etwas gedauert, aber dann sahen wir sie, die Insel, durch Löcher in den Wolken und Schneeschauern. Der Eindruck der schroffen Fels- und Eiswände war schon recht bedrohlich. In Anbetracht der Böen, die uns immer wieder mit Stärke 8 bis 9 entgegenwehten, und der spärlichen Sichtverhältnisse war klar, dass eine Anlandung nicht in Frage kommen konnte. Ja, so ist es wohl Alltag im wilden Südlichen Ozean, ganz tief in den screaming sixties.

Galerie – Peter I Insel – 7. März 2017

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Auf der windabgewandten Südostseite riss die bergige Insel ein Loch in die Wolken, so dass immerhin helles Sonnenlicht – eine lange nicht mehr gehabte Freude! – auf die abweisende Eislandschaft fiel und diese wie einen Spiegel erstrahlen ließ. Wir fanden sogar eine kleine Fläche, wo der Windschatten Luft und Wasser um uns herum zur Ruhe kommen ließ, und schnell hingen die Zodiacs am Kran. Wenn dieser Uferabschnitt auch keine Anlandung erlauben würde, wäre doch zumindest eine Fahrt dichter an die steilen Klippen heran eine spannende Sache ..? Die Fahrer waren schon startklar, Passagiere mit Gore-Tex und Schwimmweste gerüstet an Deck, da kamen Schneeschauer und Windböen um die Ecke und es hieß, schleunigst die Sachen zu packen … heute nicht, das war die klare Botschaft. Und morgen noch weniger, das war die klare Botschaft der Wettervorhersage.

Somit packten wir unsere Sachen und setzten Kurs auf die Antarktische Halbinsel.

Die große Überfahrt – 4. März 2017

Elf Tage. Das muss man sich klarmachen, was das heißt. Elf Tage sind vergangen, ohne dass wir Land betreten haben. Und das ist völlig normal!

Am 28. Februar (I) waren wir in der McMurdo Station, am 11. März haben wir die Argentine Islands vor der Antarktischen Halbinsel erreicht. Den 28.2. hatten wir wegen Datumgsgrenze zweimal, und weder am Ross Eisschelf noch bei der Peter I Insel gelang uns ein Landgang. Was wir gerne gemacht hätten, aber man muss bei diesen extremen Orten damit rechnen, dass eine Landung, per Hubschrauber oder Zodiac, nur unter wirklich guten Wetterbedingungen gelingt, und die sind dort nun einmal die Ausnahme und nicht die Regel. Von dem schönen Zodiacausflug abgesehen, waren wir also volle elf Tage auf dem Schiff. Und abgesehen von den beiden genannten, aber eben alles andere als zuverlässigen Landungen abgesehen, ist das völlig planmäßig! Das muss man sich klarmachen, das ergibt sich ganz einfach aus der Entfernung. Steht übrigens auch, etwas anders formuliert, in den Reisebeschreibungen.

Warum ich das so deutlich schreibe? Weil es eben schwierig ist, sich vorzustellen, was das heißt. Manche fühlen sich sehr wohl damit, etliche Tage zu verbringen, indem sie auf die Wellen schauen, in den Nebel und den gelegentlichen Eisbergen hinterher, darauf wartend, dass ab und ab vielleicht kurz der Rücken eines Wals auftaucht. Man geht zu Vorträgen oder ins abendliche Ortelius-Kino, trifft sich in der Bar und unterhält sich.

Andere fühlen sich weniger wohl damit, und denen werden diese Tage sehr lang. Da flüchtet man sich, bewusst oder unbewusst, in die Vorstellung, die Strecke sei in drei bis vier Tagen zurückgelegt, und es würde unterwegs mehr oder weniger tägliche Landgänge geben. Kein Land in der Nähe? Geschenkt!

Aber so ist es. Die eisige Küste der Westantarktis bleibt unerreichbar fern, ganz und gar unsichtbar. Natürlich wäre es spannend, einmal hinzufahren, aber dazu bräuchte man mehr Zeit und gute Seekarten. Ersteres haben wir nicht, zweiteres existiert nicht. Ja, und dann hat man nach drei bis vier Tagen gerade einmal ein Drittel geschafft, und das auch nur, weil weder Eis noch Wind an der Geschwindigkeit knabbern, was in diesen Breiten ja auch alles andere als selbstverständlich ist.

Galerie: Die große Überfahrt – 4. März 2017

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Die »antarktische Odyssey«, so denke ich von dieser langen Fahrt, trägt ihren Namen ein Stück weit zu recht. Sie ist auf weiten Strecken eine Hochseereise.

Also, freuen wir uns über den einen oder anderen Eisberg, über Victorias spannende Vorträge über die Antarktis-Entdecker und was das Team sonst so zu bieten hat – eine ganze Menge! – und erleben wir das surreale Gefühl, wenn die Welt tagelang auf eine kleine Blase zusammenschrumpft, die der Nebel um das Schiff herum schafft. Zweitausend Meilen. Mit der Geschwindigkeit eines ziemlich gemütlichen Radfahrers.

Eis – 02. März 2017

Es war übrigens kein Tippfehler, dass der 28. Februar zweimal im Blog auftauchte. Datumsgrenze.

Nun liegen der McMurdo und der Ross Eisschelf hinter uns, die lange Fahrt zur Peter I Insel und zur Antarktischen Halbinsel hat begonnen. Anfang März ist antarktischer Spätsommer, die Zeit, in der das Eis sich am weitesten zurückgezogen hat. In der Tat ein starker Kontrast zu den vergangenen Fahrten in dieser Region, wobei mein Erfahrungsschatz natürlich nicht unbegrenzt ist. Ich bin mir daher nicht sicher, ob es an einem relativ »günstigen« (je nach Perspektive) Eisjahr liegt oder an der fortgeschrittenen Jahreszeit, dass wir kaum auf Eis stoßen.

Aber dann haben wir doch Eis. Wunderschönes Pfannkucheneis ist es zunächst, das das Schiff in alle Richtungen umgibt. Ganz junges Eis, noch matschig-patschig, zusammenklebende Eiskristalle aus Meerwasser. Fest genug, damit hier und da ein paar Pinguine darauf stehen.

Ein paar ältere Eisschollen sind auch darunter. Auf einer befindet sich ein ganzer antarktischer Zoo mit nicht weniger als fünf Tierarten: Kaiserpinguine, Adeliepinguine, Riesensturmvögel, Schneesturmvögel und Krabbenfresserrobben. Unglaublich! Alleine diese riesige Anzahl Schneesturmvögel habe ich noch nie zusammen gesehen, es sind sicher hundert. Wie froh ist man auf einer Fahrt zur Antarktischen Halbinsel, wenn mal ein einziger in der Ferne vorbeifliegt, und hier sind sie ständig im Dutzend unterwegs. Nun also gleich mehr als hundert, zudem zusammen mit all diesen anderen Tieren! Hat man davon schon gehört?

Galerie – Eis – 02. März 2017

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Später wird das Eis wieder offener. Keine Frage, dass wir bei dem herrlichen Sonnenschein schnell in die Zodiacs springen und dem Eis ein wenig auf die Pelle rücken. Grandios schön, von den Tieren, die wir finden, wie verschiedene Robben, Adelie- und Kaiserpinguine, ganz zu schweigen. Einige beschreiben diese Fahrt ins Eis später als Höhepunkt dieser Reise.

Cape Crozier, Ross Eisschelf – 28. Februar 2017

Über Nacht sind wir um Ross Island herumgefahren und sind früh morgens am Cape Crozier, wo Ross Island in den Ross Eisschelf übergeht. Die hügelige Landschaft auf den vulkanischen Hängen ist genau die Ecke, wo sich die berühmte Geschichte aus Apsley Cherry-Garrards berühmten und sehr lesenswerten Buch „Worst Journey in the World“ abgespielt hat, jene äußerst abenteuerliche und dramatische Suche nach Eiern von Kaiserpinguinen in der Polarnacht. Die Eier sind danach von der Wissenschaft übrigens ein Jahrhundert lang völlig ignoriert worden, sie haben einfach niemanden interessiert.

Der Ross Eis Schelf beginnt an der gleichen Stelle direkt vor uns und verschwindet dann nach Osten hinterm Horizont. Man könnte in die Richtung fahren und hätte lange Zeit immer dasselbe Bild vor sich, wie „die große Barriere“, wie der Eisschelf früher genannt wurde, sich in der Endlosigkeit verliert. Ein äußerst beeindruckendes Bild! Aber schwer zu fotografieren.

Galerie – Cape Crozier, Ross Eisschelf – 28. Februar 2017

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Und noch schwerer, nahe heranzukommen. Aus unseren Plänen, mit den Hubschraubern auf dem Eisschelf zu landen oder zumindest einen Flug über die Eiswand zu machen, wird angesichts von Windstärke 8 nichts. In Kombination mit -10°C Lufttemperatur ist es wirklich eisig kalt!

McMurdo Station – 28. Februar 2017

Mit Antarktis-Forschungsstationen ist es so eine Sache. Sie sind interessant, sie versorgen die Welt mit viel bedeutendem Wissen. Sie sind politisch, ein Machtfaktor im Antarktis-Vertragssystem, immer die Fahne im Wind. Sie sind spannend, von historisch-gemütlich bis modern-futuristisch. Wenn man in der Antarktis ist, will man so etwas auch exemplarisch kennenlernen.

Dabei sind diese Stationen nicht gerade ein Hort natürlicher Schönheit und ökologischer Unberührtheit. Wenn jemand in der Antarktis langlebige Spuren hinterlassen hat, unvergängliche Spuren menschlicher Präsenz und Aktivität und darunter auch Spuren der Zerstörung, dann sind es diese Stationen (und übrigens nicht Touristen). Jedenfalls gehören Stationen zu diesen Orten, von denen vorher viele sagen, das ist ganz spannend und wichtig, da will ich hin, das muss ich sehen, und hinterher sagt man gerne, Natur wäre doch auch schön gewesen.

Die berühmte, US-amerikanische McMurdo Base ist in jeder Hinsicht ein Prachtexemplar. Ein Prachtexemplar an Größe, an visueller Wucht und politischer Macht. Hier laufen die logistischen Stränge für die Amundsen-Scott Base am Südpol genauso zusammen wie für die anspruchsvollen, großen Forschungsunternehmungen im »deep field«, ganz, ganz weit weg, Eisbohrungen und so, wie die ständigen Aktivitäten in der vergleichsweise nahen Umgebung: Dry Valleys, Ross Ice Shelf, Mount Erebus.

In der sommerlichen Hochsaison sind gut 1000 Leute in der McMurdo Station beschäftigt.

Man mag es Zufall nennen oder den Grund in der allgegenwärtigen Suche nach einer möglichst weit südlich gelegenen Stelle für eine Basis sehen: Am gleichen Ort überwinterte Scott 1902 mit seiner ersten Antarktis-Expedition mit der Discovery. Am Hut Point, ein paar Minuten zu Fuß von der McMurdo Station entfernt, steht noch heute die Discovery Hütte (hier klicken für 360-Grad-Eindrücke von der Discovery Hut). Gewohnt wurde allerdings auf dem Schiff, der Discovery, die direkt nebenan im Eis lag, daher wurde die Hütte nicht so solide gebaut und wohnlich eingerichtet wie die Hütte am Cape Evans.

Und das ist für heute das Programm. Das Wetter sieht prima aus und soll auch zunächst so bleiben, eine Wetteränderung ist erst für den Abend angesagt, und die Amerikaner haben ihr Stationswetter ganz gut im Griff, wie man hört. Darauf komme ich nachher noch einmal randlich zurück. Jedenfalls stand dem Hubschrauberflug von der Festeiskante zur McMurdo Station nichts im Wege. Im Gegenteil, die Sonne strahlte vom blauen Himmel. Herrlich!

Beim Besuch vor vier Jahren waren die Amerikaner allen unguten Klischees konsequent gerecht geworden: Es gab nicht mehr als den Hinweis, man sollte möglichst schnell und berührungsfrei die Wege entlang schweben und nicht nach links und rechts schauen, zur Discovery-Hütte am Hut Point pilgern und bei Bedarf auch auf den Observation Hill auf der anderen Seite. Fragen nach Blicken nach links und rechts wurden eindeutig beantwortet: »that is not authorized, and I am not authorized to authorize this.«

Klare Worte. Ganz anders heute: Sehr gastfreundlich und zuvorkommend werden wir empfangen, man hat eine ganze Gruppe von »locals« organisiert, die uns in kleinen Gruppen durch einige der wichtigen Einrichtungen führen. Das riesige Labor mit dem kleinen Museum, die Kommunikationszentrale, die Kapelle (ja, so etwas gibt es), das Kaffeehaus (wo wir entgegen sonstiger Antarktis-Gewohnheit an Land Mittag essen, es gibt mitgebrachte Stulle), ach ja, einen Souvenirshop gibt es natürlich auch.

Galerie – McMurdo Station – 28. Februar 2017

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Am Hut Point konnte man viel Zeit verbringen mit dem Blick über die Station, das nahe Festeis, und natürlich mit dem Besuch der Hütte selbst. Ein weiterer heiliger Gral der Antarktis-Geschichte, nach der Terra Nova Hütte am Cape Evans gestern.

Dann steht am anderen Ende der Station der Observation Hill. Ein steiler Hügel aus Vulkangestein, wie alles hier, mit einem Pfad, der bis auf den kleinen Gipfel in etwa 230 Metern Höhe führt. Eine prächtige Aussicht hat man vom Kreuz, das an das Schicksal von Scott und Begleitern erinnert, die Anfang 1912 auf dem Rückweg vom Südpol ums Leben kamen. Beinahe kann man in der Ferne die Stelle sehen, wo sie ihr letztes Lager hatten. Die Toten und ihr Zelt wurden nie geborgen, sie stecken nun irgendwo in der Tiefe im Eis des Ross Eisschelf.

Unsere Bergung steht kurz bevor, die Hubschrauber kreisen schon wieder, dann wird es noch einmal spannender als nötig. Der für heute Abend angesagte Wetterwechsel hat sich ein paar Stunden früher als vorhergesagt eingestellt, Wolkenschleier ziehen auf, es wird windig. Die vorher so angenehme Wärme der Sonnenstrahlen wird schlagartig abgeschnitten, die eisige Luft entfaltet ihre Wirkung mit kalter Wucht. Nun müssen wir nicht im Freien warten, hier wird niemand erfrieren oder verhungern, aber die Sicht, auf die unsere Piloten angewiesen sind, wird beeindruckend schnell schlechter. Hubschrauber um Hubschrauber verringert sich die Anzahl der Wartenden um jeweils vier oder fünf Leute. Schließlich sind alle Passagiere an Bord, nur noch zwei Hubschrauber für uns Guides, aber ich zweifele beinahe, dass es noch reicht … der nächste Hubschrauber hebt ab, mit zwei Kollegen stehe ich am Landeplatz und wir warten gespannt, ob wir das laute Brummen der Motoren bald wieder hören können.

Der Observation Hill ist schon nur noch eine Silhouette in noch dünnen Nebel, aber ob das reicht? Wenn nicht, dann werden wir die amerikanische Gastfreundschaft wohl unfreiwillig für ein paar Tage genießen können. Über den daraus entstehenden Ärger mache ich mir lieber keine Gedanken. Muss ich auch nicht, bald ertönt das beruhigende Knattern, und Augenblicke später setzt Julio, der Älteste der drei Piloten, seinen Hubschrauber zielgenau auf den Boden. Dass er es eilig hat, sieht man auf dem Rückflug. Gottseidank hängt der Nebel nur um die Station herum, nach wenigen Augenblicken ist es so klar, als könnte hier nie ein Wölkchen den Himmel trüben, und kurz darauf sind wir alle wieder an Bord. Halleluja!

Cape Evans – 27. Februar 2017

Einmal quer über den McMurdo Sound liegt Ross Island. Und dort, am Fuß des berühmten Vulkans, Mount Erebus, liegt Cape Evans, wo Scott während seiner berühmten letzten Expedition mit der Terra Nova seine schöne Hütte bauen ließ.

Vom Mount Erebus ist nicht viel zu sehen, dessen mächtige Gestalt bleibt heute ein Rätsel der Wolken. Die kräftige Brise aus Süd stimmt uns etwas verhalten, aber immerhin liegt die Landestelle auf der Nordseite von Cape Evans. Ablandinger Wind ist immer gut, oder anders gesagt, weniger schlecht als auflandiger Wind.

Es war auch eine anstrengende Aktion, die Zodiacs startklar zu bekommen. Etwas skeptisch gestimmt, stiegen wir mit dem Guide-team ins erste Boot, um das Ufer aus der Nähe in Augenschein zu nehmen. Wobei das Ufer bei dem ablandigen Wind gar nicht das Problem war. Auch den meilenlangen Zodiacritt mit viel eisigem Spritzwasser und Tempraturen von gefühlt -300°C scheuen wir sicher nicht. Spannender war da schon der Übergang von der Gangway ins Zodiac. Nach einer Weile der Beobachtung vor Ort und der Zusicherung des Kapitäns, das Schiff so zu drehen, dass es uns an der Gangway Schutz vor Wind und Wellen geben würde, war für mich der Fall klar: Los geht’s – immer ein gutes Auge auf die Entwicklung von Wind und Wetter halten, die Gangway ständig beobachten, bei Bedarf jederzeit abbrechen, nicht zu viele Menschen gleichzeitig an Land mit dem Gedanken an eine schnelle Evakuierung im Fall, dass der Wind noch zunehmen würde. All diese Gedanken und noch so einige mehr gehen einem als Fahrtleiter in solchen Momenten durch den Kopf.

Bald stehen ganz andere Dinge an. Der magische Moment, die Tür zu Scotts Hütte zu öffnen und in die heiligen Hallen einzutreten, wo jedes Brett in den Wänden, jeder Becher im Regal und jedes Glas auf dem Labortisch noch den Geist von 1911 atmet.

Nach und nach steigen eisüberkrustete Gestalten aus den Zodiacs. Am Eingang werden Stiefel von Sand und Steinchen und Jacken von Eis und Schnee befreit, kleine Grüppchen betreten nach und nach die Hütte, während andere zum Kreuz ziehen, das zur Erinnerung an die Verschollenen von Shackletons Rossmeer-Gruppe (1914-17) auf dem Wind Vane Hill steht. Schließlich zirkulieren wieder Zodiacs, bringen Leute zurück zum Schiff, die sich teilweise bereits in einem Stadium hinreichender Abkühlung befinden, und holen neue, mit frischer Neugier auf den berühmten Ort.

Unterdessen befindet das Schiff sich in einer erfreulich nahen Position zum Ufer, so dass die windig-spritzige Zodiacfahrt mittlerweile deutlich überschaubarer geworden ist. Und der Wind lässt auch langsam nach. Die Spannung fällt ab, es läuft gut. Schließlich können wir die Hütte in aller Ruhe abschließen und zurückkehren. Nach Taylor Valley gestern waren wir nun mit Cape Evans bei einem weiteren der ganz großen Orte im Rossmeer erfolgreich. (Hier geht es zu einem virtuellen Besuch der Terra Nova Hütte am Cape Evans).

Galerie – Cape Evans – 27. Februar 2017

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Nicht weit entfernt vom Cape Evans liegt Cape Royds, es sind nur ein paar Meilen nach Norden. Auf der Fahrt dorthin habe ich aber schon gemischte Gefühle. Das Ufer dort ist nach Süden exponiert und wird voll im Wind stehen. Zudem ist die Bucht, wie sich bald zeigt, voll mit Eis. Keine Chance, an Land zu kommen, und die tiefen Wolken lassen jeden Gedanken an einen Einsatz der Hubschrauber im Keim ersticken. Für Cape Royds ist heute nicht der Tag, wir müssen uns mit einem Blick auf Shackletons Hütte von der Nimrod-Expedition aus der Ferne begnügen. (Hier kann man Shackletons Hütte am Cape Royds im 360-Grad-Rundumblick besuchen).

Aber das relativ frühzeitige Abziehen vom Cape Royds sollte uns einen der schönsten Abende der Fahrt bringen. Nach ein paar Stunden haben wir die Eiskante im inneren McMurdo Sund erreicht. Die Luft ist eisig kalt, aber hier ist es still und klar, der Abend bringt warme Farben in die kalte Atmosphäre. Neben dem Schiff ziehen sich die Eiskante und dahinter das massive Festeis viele Meilen weit in den Horizont, dahinter erheben sich der Vulkankegel des Mount Discovery und weiter rechts das Transantarktische Gebirge. Und im Wasser: Orkas, Orkas, Orkas. Oder, je nach Geschmack, Schwertwale, Schwertwale, Schwertwale. Überall steigen Blasfontänen in die Luft, ständig ziehen diese Unterwasserwölfe an uns vorbei. Auf der Eiskante stehen Adelie- und Kaiserpinguine. Mittendrin: wir. Der Abend bleibt als ein Höhepunkt in Erinnerung, wie überhaupt der ganze Tag.

The Dry Valleys – 26. Februar 2017

Heute ist der große Tag, an dem wir den McMurdo Sound erreichen, des Pudels Kern, das, was die meisten sich wohl unter dem eigentlich viel größeren Rossmeer vorstellen. Und gleich für den Anfang hatten wir uns einen Ort vorgenommen, der sicher bei vielen hier an Bord ganz, ganz oben auf der Wunschliste steht: das Taylor Valley, eines jener berühmten McMurdo Dry Valleys. Diese mondlandschaftsartige, supertrockene Gebirgsregion im Transantarktischen Gebirge, wo es seit Jahrmillionen selbst den Gletschern zu wasser- beziehungsweise schneearm ist. Die Berge halten das Inlandeis fern, nur ein paar kleinere Gletscher fließen zum Talboden hinab. Die größte nicht-vergletscherte Landfläche der Antarktis. Wahrlich ein faszinierendes Stückchen Erde! Hier gehts zu Panoramen des Dry Vaileys.

Aber hinkommen muss man erst mal. Der erste Blick, frühmorgendliche aus dem Fenster: grau, grau, grau. Eisschollen und Schneetreiben. Nicht sehr vielversprechend, denn unsere Vögel fliegen nur, wenn sie auch was sehen können.

Also heißt es, sich in Geduld zu üben. Regelmäßig bespreche ich den ganzen Vormittag über mit Kapitän und den Piloten die Lage, langsam bessert sich die Sicht, wir haben das Transantarktische Gebirge ein paar Meilen vor dem Bug, aber immer noch hängen die Wolken tief.

Schließlich gibt Chefpilot Felipe sein ok für einen Erkundungsflug, wir schauen uns die Lage vor Ort aus der Luft an. Felipe dreht einige Runden über dem Canada-Glacier, schwebt ein paar Meter über der Landestelle, begutachtet die Wolken oben und die Turbulenzen, bis er den Daumen hebt. Zurück an Bord, steigt die Stimmung nach meiner Durchsage deutlich, die Spannung weicht der Freude. Schnell die letzten Vorbereitungen, als Mittagessen für uns im ersten Team muss Erkundungs- und dem ersten Teamflug eine Banane herhalten, wir haben keine Zeit zu verlieren. Wer weiß, wie lange das Wetter hält!

Galerie – The Dry Valleys – 26. Februar 2017

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Neunzehn Meilen Flug sind es, erst über zerbrochenes Meereis, dann über eiskeildurchzogenes Land, vorbei am Commonwealth Glacier, über den Fryxell Lake hinweg, bis kurz vor dem Canada Glacier gelandet wird. Schnell die obligatorische Notausrüstung für alle Fälle ausladen, und wir sind vorbereitet. Unterdessen werden an Bord die Hubschrauber Nummer zwei und drei in die Luft gebracht, und bald rollt die Maschinerie. Hubschrauber für Hubschrauber kommen alle in kleinen Gruppen angeflogen, landen, staunen. Aus Sicherheitsgründen halten wir die Zeit relativ knapp, kein Mensch weiß, wie lange das Wetter hält, und wir wollen nicht zuviele gleichzeitig am Boden haben, für den Fall, dass wir schlagartig das Weite suchen müssen. Aber das Wetter bleibt uns wohlgesonnen, es klart sogar noch etwas auf und der blaue Himmel lässt sich sehen.

Schließlich geht ein langer, fantastischer Nachmittag zu Ende. Alle hatten die seltene Chance, ins Taylor Valley zu fliegen. Mit größter Wahrscheinlichkeit waren wir vor zwei Jahren mit der Ortelius auch die letzten Menschen hier, sonst fährt hier kein Schiff mit Hubschraubern (und vor ein paar Wochen gelang es nicht, das Schiff in die Nähe zu bringen, da war der gesamte McMurdo Sound voll mit solidem Eis).

Franklin Island – 25. Februar 2017

Südlich der Terra Nova Bay erstreckte sich ein breiter, dichter Treibeisstreifen weit ins Rossmeer hinein, viel weiter, als auf den Satellitenbildern erkennbar. So haben wir deutlich mehr Zeit damit zugebracht, das Eis zu umfahren, als ursprünglich gedacht. Natürlich ist das letztlich eine gute Nachricht: was wäre das Rossmeer ohne Eis?

Und dass wir nun etwas hinter unserem Zeitplan her sind, macht auch nichts, nach der schnellen Überfahrt von Neuseeland aus können wir uns einen Tag extra schon leisten.

Und der Tag bringt uns völlig unerwartet nach Franklin Island, wo wir am frühen Nachmittag ankommen. Die Insel liegt gänzlich exponiert im weiten Rossmeer, das sich aber heute friedlich wie ein Ententeich präsentiert, so dass wir nach etwas längerer Zodiac-Anfahrt problemlos an Land gehen können. Von den über 100.000 Adeliepinguinen, die den flachen Uferstreifen in der Brutsaison bevölkern, haben sich natürlich die meisten schon ins Meer verzogen, aber erstaunlich viele sind noch vor Ort. Irgendwo hat sich ein Kaiserpinguin unter seine kleineren Verwandten gemogelt, schon dank seiner Größe fällt er natürlich schnell auf.

Galerie – Franklin Island – 25. Februar 2017

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Was letztlich am beeindruckendsten ist, die Pinguine, die vielen Weddellrobben am Ufer oder die imposante Uferlandschaft mit steilen Klippen und Säulen aus Vulkangestein, ist schwer zu sagen. Und wir müssen uns ja auch nicht entscheiden, wir schauen uns alles in Ruhe an 🙂

Terra Nova Bay – 24. Februar 2017

Auch im Rossmeer selbst sind die Entfernungen groß, so dass wir den Vormittag der Entspannung widmen konnten. Ist ja auch nicht unbedingt verkehrt. Langsam aber sicher stieg die Spannung dann, als die Westküste des Rossmeeres vor uns sichtbar wurde, das Transantarktische Gebirge um die Terra Nova Bay. Das berühmte Kap Washington kam in Sicht, ein wuchtiges Vorgebirge, wo im Winter auf dem Meereis eine Menge Kaiserpinguine brüten. Dahinter Mount Melbourne, ein wunderschöner, großer Vulkankegel. Mount Erebus ist nicht der einzige Feuerberg in dieser Ecke der Welt, wenn seine ganzen Verwandten sich in historischer Zeit auch nicht zu Wort gemeldet haben.

Die Terra Nova Bay ist so etwas wie die King George Island des Rossmeeres. Auf King George Island in den Südshetland Inseln drängen sich gefühlt Dutzende von Stationen. Hier sind es immerhin drei, die sich innerhalb von wenigen Kilometern nebeneinander niedergelassen haben. Deutsche und Koreaner können sich mittels eines kurzen Spaziergangs besuchen, für ein italienisches Abendessen brauchen Karl und Lee ein Boot. Wobei sowohl Karl als auch Luigi schon abgereist sind, sie sind nur im Sommer hier.

Nach diverser Kommunikation mit Behörden und Stationschefs war unsere Wahl zunächst auf die italienische Station Mario Zucchelli gefallen. Allein die Aussicht, guten, soliden antarktischen Granit zu betreten, einwandfreie kontinentale Kruste, beflügelte allgemein die Stimmung, nicht zu reden bei jenen Teilnehmern, die eine persönliche Verbindung der einen oder anderen Art nach Italien haben. Bei einigen kamen regelrechte Heimatgefühle auf!

Galerie – Terra Nova Bay – 24. Februar 2017

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Landschaftlich ist die Mario Zucchelli Station nun nicht unbedingt der aufregendste Ort, den man sich in der Antarktis vorstellen kann. So ist es bei den meisten Stationen, abgesehen von jenen älteren Baujahrs, die sich in Holzbauweise gut in die Landschaft einfügen. Die modernen Containersammlungen, von diversen Antennen gekrönt und von schweren Fahrzeugen umstellt, sind weniger attraktiv. So sehen wir zu, dass wir unseren Besuch in der winterlich verlassenen italienischen Station nicht unnötig in die Länge ziehen, und haben noch Zeit für einen zweiten, kleinen Stationsbesuch, namentlich bei der deutschen Gondwana-Station. Auch hierbei handelt es sich um eine Sommerstation, bei der nicht überwintert wird. Die Gondwana-Station wird auch nicht jedes Jahr von Wissenschaftlern besuch, dieses Jahr hat es hier nur Wartungsarbeiten gegeben. Auch hier ist keiner mehr da. Die Station ist viel kleiner und überschaubarer als die italienische Kleinstadt, die ungehinderten Ausblicke auf die weite Umgebung sind ebenso beeindruckend wie die felsige Umgebung, das Eis am Ufer und die Weddellrobben, die dort in der Nähe liegen. Wir genießen die Blicke in die Nähe und in die Ferne für eine allzu kurze Weile, bis es Zeit wird, Kurs auf den McMurdo Sound zu setzen.

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News-Auflistung generiert am 24. Oktober 2019 um 02:13:59 Uhr (GMT+1)
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