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Jahres-Archiv: 2014 − News & Stories


Eisverlust in der West-Antarktis

Die Gletscher der westlichen Antarktis stehen schon länger im Verdacht, instabil zu sein. Schon jetzt tragen sie signifikant zum globalen Meeresspiegelanstieg bei. Dieser Beitrag kann in der Zukunft möglicherweise drastisch zunehmen. Ein Grund dafür ist, dass der Untergrund in der West-Antarktis auf großen Flächen unter dem Meeresspiegel liegt. Die Gletscher liegen also unter dem Meeresspiegel auf dem Fels auf und können durch Auftrieb destabilisiert werden. Auch der Verlust von Schelfeis, das auf die Gletscher im Hinterland eine stabilisierende Wirkung hat, trägt zur zunehmenden Instabilität bei.

Nun wurde der Eisverlust in einer neuen Studie mit 4 voneinander unabhängigen Methoden untersucht und bestätigt. Frühere Untersuchungen verwenden immer nur jeweils eine Methode, so dass methodische Fehler möglicherweise nicht erkannt werden. Dieses Risiko ist durch die Verwendung von gleich 4 Methoden nun ausgeschlossen, so dass der kräftige Eisverlust zweifelsfrei als Tatsache anerkannt ist. Zum Einsatz kamen laser- und radarbasierte Messungen der Oberflächenhöhe, Messungen der Eisgeschwindigkeit und radargestützte Eisdickenmessungen, alle Methoden stimmen hinsichtlich des Eisverlustes und dessen Beschleunigung in jüngeren Jahren überein.

Über den gesamten Untersuchungszeitraum von 1992 bis 2013 wird der Eisverlust mit 83±5 Gt/yr (Gigatonnen pro Jahr = Milliarden Tonnen pro Jahr) angegeben. Der Eisverlust hat sich dabei mit 6,1±0.7 Gt/yr2 beschleunigt. Wenn man nur die Jahre 2003-2009 betrachtet, liegt der Eisverlust pro Jahr bei 84±10 Gt, im Rahmen der Unsicherheit also unverändert. Entscheidend ist aber die auf 16,3±5.6 Gt/yr2 angestiegende Beschleunigung des Verlustes, dieser Wert ist fast verdreifacht. Bezieht man 2 weitere Jahre mit ein, also für den Zeitraum 2003-2011, ergibt sich ein deutlich erhöhter Verlust von 102±10 Gt/yr und eine Beschleunigung von 15,7±4.0 Gt/yr2.

Erschreckend ist vor allem der Anstieg der Beschleunigung des Eisverlustes um mehr als das Doppelte innerhalb weniger Jahre. Unterm Strich trägt dieser Teil der Antarktis derzeit mit etwa 0,3 mm pro Jahr zum globalen Meeresspiegelanstieg bei.

Eisberge in der Antarktis.

Eisberge in der Antarktis

Quelle: Geophysical Research Letters

Weißrussland plant Antarktis-Station

Zu der bereits beeindruckenden Zahl von Stationen in der „unberührten“ Natur der Antarktis soll in den nächsten Jahren eine weitere hinzukommen: Weißrussland plant, in der kommenden Saison mit dem Bau einer Station zu beginnen, die ab 2017 weitgehend operativ sein soll. Ein Abkommen zwischen Weißrussland und Russland zur Zusammenarbeit beim Bau wurde in St. Petersburg in Anwesenheit der Präsidenten Putin und Lukaschenko unterzeichnet.

Die neue Station wird beim Mount Vechernyaya in den Thala (Tala) Hills liegen, im Enderby Land in der Ostantarktis.

Präsenz in der Antarktis ist eine Grundlage für jedes Land, das Stimmrecht in der Konferenz der Antarktis-Vertragsstaaten anstrebt. Darin liegt der Hauptgrund für die zahlreichen Antarktisstationen, die sich mancherorts in den wenigen eisfreien Gebieten der Antarktis drängeln.

Russische Station Bellingshausen in der „unberührten“ Natur der Antarktis. Weißrussland plant nun ebenfalls die Einrichtung einer Station.

Russische Station Bellingshausen

Quelle: Belarusian News

Krankhafter Federverlust bei Pinguinen in der Antarktis beobachtet

Durch Krankheit bedingter Verlust des Gefieders („feather loss disorder“) ist eine Krankheit, die seit 2006 bei Pinguinen in Südafrika und Südamerika beobachtet worden ist. Dabei kommt es zu einem verfrühten Verlust großer Teile des Gefieders, so dass der wichtige Schutz nicht mehr gewährleistet ist.

Die Ursache ist unklar. Bislang ist nicht einmal bekannt, ob Bakterien oder Viren für die Krankheit verantwortlich sind. Immerhin scheint diese nicht sehr ansteckend zu sein, betroffen waren jeweils nur wenige Individuen.

Im Januar 2014 ist die Krankheit erstmals bei Pinguinen in der Antarktis beobachtet worden, und zwar in der Adeliepinguinkolonie in Hope Bay (Bahia Esperanza) im Nordosten der Antarktischen Peninsula. Dort befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft der argentinischen Station Esperanza eine der größten Adeliepinguinkolonien der Antarktis mit etwa 120.000 Brutpaaren. Während einer routinemäßigen Zählung im Januar fiel ein 15-20 Tage altes Küken auf, dessen Federn zu großen Teilen ausgefallen waren, so dass die Haut weitflächig entblößt war. Die verbliebenen Federn waren so lose, dass ein kräftiger Windstoß reichte, sie zu entfernen. Läuse oder andere Ursachen konnten nicht festgestellt werden. Trotz eines ansonsten kräftig erscheinenden Zustandes starb das Küken 2 Tage später.

Kurz darauf wurde in einer zweiten Subkolonie, etwa 1 Kilometer entfernt, ein zweiter Fall festgestellt. Dieser zweite erkrankte Pinguin konnte jedoch nicht genauer untersucht werden, sondern verschwand und ist mutmaßlich ebenfalls gestorben.

Weitere erkrankte Pinguine wurden nicht gefunden. Vermutlich betrifft die Krankheit nur Pinguine mit einem geschwächten Immunsystem oder einer anderweitig ungünstigen Disposition, etwa auf genetischer Ebene.

Der Verbreitungsweg der Krankheit von Südamerika oder Südafrika in die Antarktis ist, wie auch eine eventuelle weitere Ausbreitung dort, bislang völlig unbekannt. Es liegt jedoch die Vermutung nahe, dass argentinisches Stationspersonal, das auch in Argentinien Kontakt zu Pinguinen hatte, eine Rolle gespielt hat. Auch die Verbreitung des Erregers durch Touristen, die von Südamerika aus in die Antarktis reisen, kommt als Möglichkeit in Betracht; jedoch ist die Desinfektion von Stiefeln und die Reinigung von Bekleidung vor Ankunft in der Antarktis seit einigen Jahren für Touristen vorgeschrieben, um die Ausbreitung von Krankheiten und die unbeabsichtigte Einfuhr neuer Arten zu verhindern.

Von Federverlust-Krankheit betroffenes Adeliepinguinküken. Hope Bay, Januar 2014, Foto: Andres Barbosa.

Federverlust-Krankheit bei Adeliepinguinküken, Hope Bay, Antarktis

Quelle: Antarctic Science

Quantarctica: freies Geo-Informationssystem für die Antarktis

Die Wissenschaft trägt ständig gewaltige Datenmengen zur Antarktis zusammen. Aber wie kann die Öffentlichkeit diese Erkenntnisse nutzen? Das Norwegische Polarinstitut hat mit Quantarctica einen Vorstoß gemacht, um viele Daten über ein kostenloses GIS (Geo-Informationssystem) zugänglich zu machen.

Quantarctica stellt Informationen aus den Gebieten Ozeanographie, Atmosphärenforschung, Geologie und Biologie zusammen. Basis ist die kostenlose Open Source Software Quantum GIS.

Wissenschaftliche Nutzer können ihre Daten ebenfalls der Öffentlichkeit über diese Plattform zugänglich machen. Sobald Software und Daten heruntergeladen sind, ist die Nutzung offline möglich.

Quantarctica (Screenshot): kostenloses Geo-Informationssystem mit wissenschaftlichen Daten verschiedener Forschungsgebiete aus der Antarktis.

Quantarctica (Screenshot)

Quelle: Quantarctica

Vulkanische Aktivität unter Thwaites Gletscher trägt zum Schmelzen bei

Der Thwaites Gletscher in der Westantarktis hat in den letzten und Monaten eine Menge medialer Aufmerksamkeit bekommen, da sein Kollaps vorhergesagt wird. Der Thwaites Gletscher ist bis 4 Kilometer dick und so gewaltig, dass im Fall eines totalen Zerfalls sein Eisvolumen mit 1 bis 2 Metern (!) zum globalen Meeresspiegelanstieg beitragen würde – ein dramatisch hoher Wert. Für die hohen Abschmelzraten des Thwaites Gletscher wird bislang vor allem wärmeres Meerwasser verantwortlich gemacht. Der Gletscher liegt auf großer Fläche weit unter dem Meeresspiegel auf dem unterlagernden Fels, was ihn besonders anfällig für Veränderungen macht. Dieser Umstand trifft auf große Teile des Eisschildes in der Westantarktis zu, die ohne Eis aus mehreren Inselgruppen bestünde, aber nicht aus einer durchgehenden Landmasse über dem Meeresspiegel.

Zeitpunkt des Beginns und Dauer des Zerfallsprozesses des Thwaites Gletscher sind allerdings unbekannt, auch wenn als sehr wahrscheinlich gilt, dass dieser über kurz oder lang einsetzen wird. Über eine Hauptgröße zum Verständnis großer Gletscher lag bislang keinerlei detaillierte Information vor: der geothermische Wärmestrom, also der Wärmefluss von der Erdkruste zum Gletscher. Bislang ist man davon ausgegangen, dass der Wärmefluss unterm Thwaites Gletscher gleichmäßig in der Fläche verteilt ist.

Geophysiker von der University of Texas haben nun mit radarbasierten Methoden Schmelzwasserflüsse an der Gletscherbasis des Thwaites Gletscher kartiert. Dabei stellte sich heraus, dass die räumliche Verteilung alles andere als gleichmäßig ist. Stellenweise beträgt der Wärmefluss bis zu 200 Milliwatt pro Quadratmeter, im Schnitt liegt er bei 100. Im globalen Durchschnitt (nur Kontinente) sind es gerade einmal 65.

Ein Wärmezufluss dieser Größenordnung ist „signifikant“, also eine wichtige Einflussgröße auf den Gletscher, der infolgedessen an der Unterseite schmilzt. Schmelzen an der Küste, im Kontaktbereich zum Ozean, findet ebenfalls statt. Der geothermische Wärmefluss ist im Gegensatz zum Schmelzen im Küstenbereich unabhängig vom Klima.

Verantwortlich gemacht wird hingegen die Geologie. Die Westantarktis ist geologisch aktiv, unter ihrem Eisschild werden Riftsysteme vermutet, wie das Rift Valley in Ostafrika. Dies führt zu Bewegung von Magma und dadurch Antransport großer Wärmemengen in der Tiefe, bis hin möglicherweise zu Vulkanismus unterm Gletscher, wie er in vergleichsweise kleinerer Form aus Island bekannt ist.

Don Blankenship, Wissenschaftler der University of Texas und einer der Autoren einer jüngst veröffentlichten Studie zum Thema, formuliert es so: „Es handelt sich um das komplexeste thermische Umfeld, das man sich vorstellen kann.“ Die Kruste unter dem Thwaites Gletscher vergleicht er mit einer Kochplatte mit mehreren Flammen, die alle auf unterschiedlicher Stärke laufen, während es zwischen ihnen relativ kühl ist. „Und dann legst du den dynamisch kritischsten, instabilsten Eisschild der Erde genau darüber, und dann versuchst du, es zu modellieren. Das ist praktisch unmöglich.“

Natürlich wird dennoch an Modellen für den Thwaites Gletscher gearbeitet, die von den neuen Ergebnissen erheblich profitieren dürften.

Gletscher an der Antarktischen Halbinsel: ein Zwerg im Vergleich zum Thwaites Gletscher.

Gletscher, Antarktische Halbinsel

Quelle: University of Texas

Japan strebt weiterhin Walfang in der Antarktis an

Sie können es nicht lassen: der konservative japanische Ministerpräsident Shinzo Abe hat erklärt, sich für eine Weiterführung des japanischen Walfangs auch in Zukunft einzusetzen. Anfang des Jahres hatte das höchste UNO-Gericht den japanischen Walfang für unzulässig erklärt, dabei allerdings Hintertürchen offen gelassen: Aktuell falle der sogenannte „wissenschaftliche“ Walfang Mangels wissenschaftlicher Substanz nicht unter die Kategorie Wissenschaft. Jedoch könnte ein neu strukturiertes Programm den Anforderungen für „wissenschaftlichen Walfang“ genügen, das allerdings nicht-tödliche Untersuchungsmethoden zum Zuge kommen lassen und mehr relevante Veröffentlichungen hervorbringen müsste.

„Er werde die wissenschaftliche Erforschung der Walbestände verstärken und auf diese Weise für eine Wiederaufnahme des kommerziellen Fangs sorgen“, so wird Abe in Medien zitiert – bemerkenswert, mit welcher Lockerheit dabei (angeblich) wissenschaftlicher und kommerzieller Walfang vermischt werden. Abe will auch, dass das Essen von Walfleisch international als Teil japanischer Kultur anerkannt wird. Allerdings ist selbst in Japan die Motivation vieler Japaner, diesen Teil ihrer Kultur aktiv zu pflegen, gering: trotz Werbung durch die Regierung läuft der Absatz nur schleppend.

Zwergwal vor der Antarktischen Halbinsel. 2005 tötete Japan 3500 Zwergwale zu „wissenschaftlichen“ Zwecken.

Zwergwal, Antarktische Halbinsel

Quelle: Spiegel online

Hebung der Antarktischen Halbinsel: Folge kollabierender Eisschelfe und Tektonik

Die Hebung von Landmassen nach kräftiger Gletscherschmelze ist bekannt: im Norden Skandinaviens und in Spitzbergen finden sich Spuren nacheiszeitlicher Landhebung wie Strandwälle vielerorts gut sichtbar in der Landschaft. In der Antarktis fällt dies deutlich schwerer, da es dort kaum eisfreies Land über dem Meer gibt.

Genaue GPS-Messungen haben aber in jüngerer Vergangenheit gezeigt, dass Teile der Antarktis sich nicht nur derzeit heben, sondern auch, dass die Hebungsraten sich seit einigen Jahren gut beschleunigt haben. So wurden bei der US-amerikanischen Palmer Station vor 2002 nur 0,1 mm Hebung pro Jahr gemessen, danach aber sprang der Wert auf 8,8 mm pro Jahr. Dieser Sprung um einen Faktor von fast 90 ist nicht nur durch diese Vervielfachung bemerkenswert, sondern auch im Hinblick auf die Rate von fast einem Zentimeter pro Jahr, was geologisch sehr viel ist.

Für diese kräftige Hebung wurde der Kollaps des Larsen B Eisschelfs im Jahr 2002 verantwortlich gemacht: Damals brachen im Weddell-Meer, an der Ostküste der Antarktischen Halbinsel, gewaltige Eismassen ab. Diese schwammen zwar bereits auf dem Meer, aber das Nachrutschen landbasierter Eismassen entlastete die Erdkruste so stark, dass eine isostatische Anhebung die Folge war.

Nun haben Geophysiker gezeigt, dass der Eisschwund nicht alleine für die Hebung verantwortlich ist. Diese ist in Umfang und Verhalten nur zu erklären, indem besonders aktive Bewegungen zähflüssiger Gesteinsmassen im Mantel, in Tiefen von 100 Kilometern und mehr, in die Modellierung einbezogen wird.

Die Bransfield Straße, das Meeresbecken im Nordwesten der Antarktischen Halbinsel, sowie die nordwestlich davon gelegenen Südshetland Inseln sind tektonisch aktive Gebiete mit Vulkanismus und einer Reihe verschiedener Bruchzonen und Plattengrenzen.

Penguin Island: eine junge Vulkaninsel in der tektonisch aktiven Bransfield Strait. Neben Vulkanismus ist Landhebung eine weitere Folge der geologischen Aktivität, verstärkt durch den Zerfall großer Eismassen.

Penguin Island, ein junger Vulkan in den Südshetland Inseln

Quelle: Earth and Planetary Science Letters

Statistik für Antarktis-Tourismus: so viele fahren hin

Der Verband antarktischer Reiseveranstalter (IAATO) hat neue Zahlen zum Antarktis-Tourismus präsentiert. Endgültige Zahlen für die nun zu Ende gegangene Saison 2013-14 gibt es noch nicht, aber vorläufige Angaben deuten an, dass die Besucherzahlen sehr nahe beim Vorjahreswert von 34316 liegen werden. Für 2014-15 gibt es bereits eine Prognose von 36545 Touristen, somit wird ein Wachstum von 6-7 % erwartet.

Seit 2009-10 hat es wenig Bewegung in den Statistiken gegeben: Die Besucherzahlen schwanken recht stabil zwischen 34000 und 36000. Eine Ausnahme war die Saison 2011-12 mit nur 26500 Antarktis-Touristen, was am zuvor eingeführten Verbot von Schweröl als Schiffstreibstoff lag, was zur Folge hatte, dass einige größere Schiffe nicht mehr in die Antarktis fahren. Aus Sicht des Umweltschutzes ist dies mit Blick auf die dramatischen Folgen einer Verschmutzung mit Schweröl auf jeden Fall eine sehr begrüßenswerte Entwicklung.

Von den etwa 35000 Touristen, die pro Saison derzeit in die Antarktis reisen, fahren mit 71 % die meisten auf kleinen mittelgroßen Schiffen bis maximal 500 Passagieren zur Antarktischen Halbinsel. Diese Schiffe können ihren Gästen Landgänge anbieten, an Land dürfen sich aber nur bis zu 100 Touristen gleichzeitig aufhalten, so dass Schiffe mit einer Kapazität zwischen 100 und 500 Passagieren mit einem Rotationsverfahren arbeiten.

Schiffe mit mehr als 500 Passagieren bieten keine Landgänge an, sondern machen reine Kreuzfahrten. 27 % der Antarktis-Touristen zählen zu dieser Kategorie.

Der Anteil derer, die mit dem Flugzeug in die Antarktis reisen, etwa zum Südpol oder, über das Basislager Patriot Hills, zur Besteigung des Mount Vincent, dem höchsten Berg der Antarktis, beläuft sich auf nur etwa 1 %.

Kreuzfahrtschiffe vor den Südshetland Inseln: So reisen die meisten Touristen in die Antarktis. Links die Nordnorge, rechts die Grigoriy Mikheev (nicht mehr im Dienst). Im Hintergrund ein Versorgungsschiff für Stationen.

Tourismus, Antarktis: Kreuzfahrtschiffe vor den Südshetland Inseln

Quelle: IAATO

Artikel zur Rossmeer-Fahrt 2013 von Dale L. Jacobsen

Die in Australien bekannte Autorin Dale L. Jacobsen, Teilnehmerin der Rossmeer-Reise an Bord der MV Ortelius Anfang 2013, hat über diese Reise einen Artikel geschrieben, der auf der Seite Travelosophy veröffentlicht wurde. Ein Buch ist in Vorbereitung.

Taylor Valley, eines der berühmten McMurdo Dry Valleys, während besagter Reise im Februar 2013, von der Jacobsens Artikel handelt.

Taylor Valley, McMurdo Dry Valleys

Macquarie Island von Ratten, Mäusen und Kaninchen befreit

Macquarie Island liegt 1500 Kilometer südöstlich von Tasmanien und gehört zu Australien. Jahrzehntelang hat die früher so reiche Vogelwelt heftig unter den vom Menschen eingeführten Ratten, Mäusen und Kaninchen gelitten: Angefangen vom Eier- und Kükenklau über die Zerstörung von Bruthabitat, namentlich wichtiger Bestände von Tussock-Gras, bis hin dazu, dass ein Erdrutsch, der Teile einer Königspinguinkolonie zerstört hat, auf Erosion eines von Kaninchen kahlgefressenen Hanges zurückgeführt wird.

2007 wurde ein 17 Millionen Euro schweres Programm zur Ausrottung der eingeführten Arten aufgelegt, um die 13000 Hektar große Insel wieder in ihren natürlichen Zustand zu versetzen. Während der ersten Phase wurden spezielle Giftköder ausgelegt und in einer zweiten Phase machten Jäger mit Hunden die Nacharbeit. Nun haben Kontrollen über 2 Jahre hinweg keine Nagetiere mehr nachweisen können. Damit wurde das Projekt offiziell für erfolgreich erklärt.

Die Ausrottung der ebenfalls eingeführten Katzen, die katastrophale Auswirkungen auf die Seevogelkolonien hatten, war bereits im Jahr 2000 erfolgreich beendet worden.

Es ist das bislang größte Projekt seiner Art. Ähnliche Projekte auf anderen Inseln verfolgen den Fortschritt auf Macquarie Island genau, um andernorts vergleichbare Erfolge erzielen zu können. Das größte aktuelle Projekt ist die Ausrottung der Ratten auf Südgeorgien, was derzeit über mehrere Jahre hinweg abschnittsweise geschieht, da Gebirge und Gletscher die Rattenpopulation der Insel in mehrere Teilvorkommen unterteilt.

Macquarie Island: jetzt offiziell nagetierfrei.

Macquarie Island

Quelle: ABC News

„Wissenschaftlicher Walfang“ durch Internationalen Gerichtshof verboten

Der Walfang in der Antarktis wurde vom Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag – nun, wohl nicht beendet, aber einen Dämpfer hat der IGH dem sogenanntem „wissenschaftlichen Walfang“ der japanischen Fangflotte sicher verpasst.

Immerhin wurde mit dem Urteil nun von höchster Stelle der internationalen Rechtsprechung bestätigt, dass der japanische Walfang in bisheriger Form gegen das Walfang-Moratorium von 1986 verstößt und eine Ausnahmeregelung im Dienste der Wissenschaft nicht beansprucht werden kann. Trotz gegenteiliger Bemühungen und Behauptungen in Japan werden zwei anerkannte wissenschaftliche Veröffentlichungen, die unabhängig begutachtet wurden, nicht als ausreichend akzeptiert, um die Tötung von 3600 Walen zu rechtfertigen.

Unter dem Deckmantel des wissenschaftlichen Walfangs erteilen japanische Behörden ihren Schiffen jedes Jahr die Genehmigung für das Töten von etwa 950 Zwergwalen sowie jeweils 50 Buckel- und Finnwalen. Die Quoten wurden oft nicht erreicht, was nicht zuletzt dem tatkräftigen Einsatz internationaler Umweltschützer wie der Organisation Sea Shepherd zu verdanken ist.

Das aktuelle japanische Fangprogramm verstößt nach Ansicht und endgültigem Urteil des IGH somit klar gegen das geltende Moratorium. Nun zeigt die jüngere Geschichte in vielen Beispielen, dass internationales Recht Regierungen nicht davon abhält, zu tun, was sie für richtig halten beziehungsweise was sie wollen (muss nicht das gleiche sein), aber immerhin hat Japan bereits angekündigt, das Urteil zu respektieren. Dies muss Japan allerdings nicht unbedingt davon abhalten, ein neues Walfangprogramm aufzulegen, das den Ansprüchen der Internationalen Walfangkommission an ein „wissenschaftliches“ Programm entspricht. Immerhin müsste ein solches Programm mit einer deutlich geringeren Zahl getöteter Tiere auskommen und mehr Aufwand in Forschung investieren, bei der keine Wale getötet werden. Ob ein solches Walfangprogramm in Japan noch attraktiv genug ist, um tatsächlich Fangschiffe in die Antarktis zu schicken, muss die Zukunft zeigen; dass es beim aktuellen Fangprogramm tatsächlich um Erkenntnis geht, glaubt jedenfalls international kaum jemand.

Buckelwale in der Antarktis: Bislang nicht sicher vor japanischen Harpunen, aber vielleicht künftig?

Buckelwale Antarktis

Quelle: Spiegel Online

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News-Auflistung generiert am 15. Dezember 2019 um 20:54:53 Uhr (GMT+1)
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